Star der Woche: Andrea Sawatzki

Im TV ist die Frau mit den auffallend feuerroten Haaren schon seit 30 Jahren eine feste Größe und war in über 70 Produktionen zu sehen. Seit 2013 ist sie zudem auch erfolgreiche Romanautorin.

Bereits zum dritten Mal schlüpft sie jetzt in die Rolle ihrer eigenen Romanfigur Gundula Bundschuh: "Ihr seid natürlich eingeladen" (Montag, 28. Mai, 20.15 Uhr, ZDF) ist nach "Tief durchatmen, die Familie kommt" (2015) und "Von Erholung war nie die Rede“ (2017) die neuste Komödie über den ganz normalen Familienirrsinn der Bundschuhs. Diesmal muss der Chaos-Clan zeitgleich die Trauerfeier des Großvaters und die Hochzeit ihres Sohnes bewältigen. Da brennt natürlich die Hütte!

Was viele nicht wissen: Eigentlich ist Andrea Sawatzki von Natur aus blond, veränderte nur für eine Rolle die Farbe und blieb dann dabei. Eine gute Entscheidung, schließlich sind ihre Haare längst ihr Markenzeichen geworden. Egal, ob als "Tatort"-Kommissarin, als "Bella" oder bei der internationalen Serie "Borgia" - die 55-Jährige fällt einfach auf.

"Ich habe einfach Glück!"

Auch privat: Schließlich sind glücklich verheiratete Schauspielerpaare eher eine Seltenheit. Mit Christian Berkel (60, "Der Kriminalist") lebt sie schon seit 1997 zusammen, heiratete auf Wunsch der gemeinsamen Söhne Bruno (16) und Moritz (19) im Jahr 2011. Berkel und Sawatzki treten oft im Doppelpack auf, wie zum Beispiel in der "Quizshow" von Jörg Pilawa, auf dem Roten Teppich oder auch in gemeinsamen Filmen und Serien. Ihr Erfolgsgeheimnis? Sawatzki meint, sie habe einfach Glück, den Richtigen gefunden zu haben, den sie aufrichtig liebt: "Er ist mein bester Ratgeber, er steht mir immer zur Seite und würde mich nie im Stich lassen", sagte sie gegenüber TIKOnline. Sawatzki und Berkel (GOLDENE KAMERA 2009) standen u.a. schon für die Reihe "Der König von St. Pauli" (1998), dem Film "Tod auf Amrum"(1998) und dem Mehrteiler "Helen, Fred und Ted" (2006) gemeinsam vor der Kamera.

Anfang des Jahres drehten die Beiden am Wannsee in ihrer Heimatstadt Berlin die ARD-Familienkomödie "Scheidung für Anfänger" über ein Ehepaar, dessen geplante einvernehmliche Trennung eine unerwartete Wendung nimmt. Zu gleichen Zeit war Sawatzki in "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" im Kino. Ihr aktueller Kinofilm heißt "HERRliche Zeiten".

Geliebte im Polizeiruf 110 und "Tatort"-Kommissarin

Den finalen Durchbruch feierte Andrea Sawatzki mit ihrer Rolle als "Tatort"-Kommissarin Charlotte Sänger. In 18 Episoden (2001-2009) spielte sie an der Seite von Jörg Schüttauf im Frankfurter "Tatort" die Kommissarin Charlotte Sänger. Diese Rolle brachte ihr diverse Auszeichnungen, wie den Grimme-Preis für den Fall "Herzversagen" (2004). Dass sie bereits ein Jahr nach Unterzeichnung des Schauspielvertrages schwanger war, störte die "Tatort"-Macher zum Glück nicht, sie trug einfach weitere Klamotten.

Zuvor hatte sie von 1995 bis 2004 bereits eine feste Rolle als Freundin eines Streifenbeamten im "Polizeiruf 110" im Bergischen Land.

Neben Krimis ist Sawatzki querbeet in allen möglichen Rollen zu sehen: Egal ob als Hexe in "Brüderchen und Schwesterchen", als überforderte Mutter in "Klimawechsel" (2010) oder als ruinierte Luxusgattin in der RTL-Comdey "Arme Millionäre" (2005-2006), für den sie den Deutschen Comedypreis erhielt, Sawatzki meistert alle Rollen. Jüngst im Februar konnte sie als Frischverliebte in GOLDENE KAMERA-Kandidat 2019: "Südstadt" wieder für positive Kritiken sorgen.

Durchbruch in "Die Apothekerin"

Neben ihrem Talent verdankt sie ihr Können einer klassischen Ausbildung: Nach dem Abitur studierte sie an der Neuen Münchner Schauspielschule und trat nach dem Abschluss an verschiedenen Theatern auf. Ihre erste Filmrolle erhielt sie mit 25 Jahren in "Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle". Doch erst die Rolle als Alma Siebert im Film "Die Apothekerin" (nach dem Roman von Ingrid Noll) machte sie einem breiten Publikum bekannt. Der Spiegel schrieb sogar, sie habe darin zehn Minuten lang Katja Riemann und Jürgen Vogel an die Wand gespielt.

Negative Schlagzeilen? Fehlanzeige! Selbst als sie sich für den Playboy (Ausgabe April 2003) auszieht und 2011 bei "Let's dance" mitmacht, erntet sie Anerkennung. Auch ihr auffallendes Dekolletée bei "Wetten, dass..." im Jahr 2011 wird zwar belächelt, zeigt aber dass die damals 47-Jährige sich wirklich sehen lassen kann. Ihr Erfolgsgeheimnis? "Ich schminke mich. Zuhause sehe ich anders aus. Ich versuche mich gesund zu ernähren, gehe viel mit den Hunden (Anmerkung der Redaktion: sie hat einen Mops, eine Dogge und einen Boxer) spazieren", so Sawatzki gegenüber TIKOnline. Wir dürfen also hoffen, dass Andrea Sawatzki auch die nächsten 30 Jahre noch so vor der Kamera glänzen wird.