Star der Woche: Luise Heyer

Sie spielte in Rosa von Praunheims "Härte", stand für die US-Serie "Homeland" vor der Kamera und überzeugt in Helena Hufnagels Spielfilmdebüt "Einmal bitte alles": Die Berliner Schauspielerin Luise Heyer.

Bereits mit 13 Jahren engagiert sie sich in der Theater AG ihrer Berliner Schule - und fand großen Gefallen an der Schauspielerei. Kein Wunder also, dass sie mit 21 Jahren ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) beginnt. "Das Studium ist schon sehr hart. Wenn man nur einen Funken Zweifel hat, ob dieser Beruf der richtige ist, muss man aufhören", sagt sie in einem Interview mit dem Goethe-Institut Schweden. Ganz zweifelsfrei war sie nie - sie ist halt eine Perfektionistin. Aber zum Glück waren diese nicht zu groß, sodass sie ihr Studium in vier Jahren erfolgreich abgeschließ.

Luise Heyer im Kurzfilm "Sechsundzwanzig", der im Rahmen des HMT-Filmkurses 2006 entstand

Nachdem sie nach ihrem Studium jahrelang vor allem auf der Theaterbühne steht - zuletzt in Dortmund, wo sie 2012 vom Publikum zur besten Schauspielerin gekürt wird - kehrt sie in ihre Heimat Berlin zurück, um ihre Filmkarriere anzukurbeln: Und das klappt auf Anhieb ziemlich erfolgreich. Ihren ersten großen Leinwandauftritt hat Luise Heyer in der deutsch-deutschen Liebesgeschichte "Westwind" (2011), in der sie die ostdeutschen Ruderin Isabel mimt.

Eine Rolle, die ihr zum Durchbruch verhilft und vor allem weitere große Engagements einbringt: Im Berlin-Drama "Jack" (2014) gibt sie eine Chaoten-Mutter, in Rosa von Praunheims "Härte" (2015) spielt sie die große Liebe der gewalttätigen Hauptfigur und dann ergattert sie auch noch eine Rolle in der US-Kultserie "Homeland" als Film-Ex-Frau von Alexander Fehling. Einen starken Eindruck macht sie im Drama "Fado" (2016) als Freundin eines krankhaft eifersüchtigen Arztes. Eine Rolle, für die sie für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert wird. Im vergangenen Jahr ist sie in der ersten deutschen Netflix-Serie "Dark", die für die GOLDENE KAMERA 2018 als "Bester Mehrteiler/Beste Miniserie" nominiert war, zu sehen.

Bildergalerie zu "Dark"

In der Free-TV-Premiere "Einmal bitte alles" (am 5. Juni, 22.45 Uhr, im Ersten und als Wiederholung am Samstag, dem 9. Juni, um 23:45 Uhr, bei ONE) überzeugt die 1985 Geborene in der Rolle der Isi, die in einer Lebenskrise steckt. Der Film ist ein Gefühlsporträt der viel beschriebenen Generation Y. Die sogenannten Millenials, also jene jungen Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, die jetzt erwachsen werden, aber beruflich über das Praktikantendasein nicht hinauskommen. Und sich auch privat nicht so recht festlegen können. Der Filmtitel spiegelt das wider: Sie wollen alles, irgendwie. Nur wie, das wissen sie nicht.

Luise Heyer hat schon alles erreicht, oder nicht? Mit Mads Mikkelsen würde sie gerne zusammen vor der Kamera stehen und einmal einen Film mit Regisseur Michael Haneke drehen. Wir sind gespannt, in welchen Rollen wir die junge Schauspielerin in Zukunft noch sehen werden.