TV-Event der Woche: "Er ist wieder da"

Was würde passieren, wenn Hitler zurückkäme? Mit Oliver Masucci, Fabian Busch, Christoph Maria Herbst, Katja Riemann und noch vielen mehr.

"Er ist wieder da" (Sonntag, 10. Juni, 20.15 Uhr, Pro 7) ist eine bitterböse Satire von Regisseur David Wnendt ("Feuchtgebiete", "Die Kriegerin") und Produzent Oliver Berben, über die Konsequenzen, wenn Adolf Hitler plötzlich wieder zum Leben erwachen würde.

Trailer "Er ist wieder da"

Darum geht's in "Er ist wieder da"

69 Jahre nach seinem Tod steht Adolf Hitler (Oliver Masucci) plötzlich quicklebendig an der Stelle, wo früher sein Bunker war. Überfordert mit der veränderten Welt und den neuen Technologien findet er Unterschlupf in einem Kiosk. Dort trifft er auf Fabian Sawatzki (Fabian Busch), der gerade seinen Job bei einem TV-Sender verloren hat. Sawatzki glaubt einen erstklassigen Hitler-Imitator vor sich zu haben und plant, um wieder ins TV-Geschäft zu kommen, mit ihm durchs Land zu reisen und eine Doku zu drehen. Doch diese Reise verläuft so ganz anders, als erwartet. Und kaum flimmert sein Gesicht über die Bildschirme, startet Hitler als Medienstar richtig durch. Sein Ziel: die Weltherrschaft!

Hintergrund

Der Film basiert (lose) auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Timur Vermes, der 20 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, über 2 Millionen mal verkauft und in 41 Sprachen übersetzt wurde. "Er ist wieder da" haben 2,4 Millionen Kinobesucher im Jahr 2015 gesehen.

Der Film ist im Stil einer Fake-Doku gedreht, aber nicht alle Szenen sind gestellt. Welche Menschen echt sind, verraten die Filmemacher nicht. Klar ist nur, dass die Fußball-WM und der Versuch, als Porträtmaler Geld zu verdienen, mit zufälligen Passanten gedreht wurden.

Oliver Berben erklärte im Interview mit Der Welt: "Man braucht neue Wege der Auseinandersetzung, weniger vergangenheitsbezogen und mehr auf die Gegenwart, weniger emotional und mehr analytisch. Wir haben bei der Fußball-WM einen agent provocateur auf die Fanmeile in Berlin geschickt, der 'Scheiß Deutschland!' rief. Ein Fan ist ihm mit voller Wucht mit dem Knie in den Rücken gesprungen, so dass wir die Security rufen mussten."

GOKA-Kritik

Die Reaktionen auf Hitler 2.0 sind mehr als beunruhigend und trotzdem ist das Gedankenexperiment spannend. Oliver Masuccis öliger Wiedergänger verkommt nie zur Karikatur, was ihn um so unheimlicher macht. Sein schauspielerisches Talent ist es zu verdanken, dass auch die derbsten Witze, so groteske sie sind, einen zum Lachen bringen. Auch wenn die Grenzen des guten Geschmacks zweifellos überschritten werden, wagt der Film eine neue Art, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Bietet dieser Film den Rechten eine Plattform oder hält er uns den Spiegel vor? Darüber kann man streiten, aber unangenehm zweideutig ist er allemale. Die Riege an erstklassigen Schauspielern (Fabian Busch als lascher Muttersöhnchen-Journalist, Christoph Maria Herbst als fieser Produzent und Katja Riemann als machthungrige Senderchefin) kann sich sehen lassen. Insgesamt eine satirische Giftspritze mit deftigen Pointen.