Exklusiver Ausschnitt aus "Lotte Jäger und die Tote im Dorf"

Zum zweiten Mal kramt Lotte Jäger in den Polizeiarchiven und hadert prompt mit sich selbst. Es geht um einen 16 Jahre zurückliegenden ungeklärten Mordfall.

2001 fiel in einem beschaulichen Dorf in Brandenburg Manuela Kirschner einem brutalen Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Ermittlungen führen die Sonderermittlerin im Krimi "Lotte Jäger und die Tote im Dorf" (3. September, 20.15 Uhr, ZDF) in einen Sumpf aus Misstrauen, Missgunst und Verdrängung.

Darum geht's in "Lotte Jäger und die Tote im Dorf"

Pensionär Dahlke (Hansjürgen Hürrig) übergibt Ex-Assi Schaake (Sebastian Hülk) und Kollegin Lotte Jäger eine Videokassette – Arbeit für die Sonderermittler für ungelöste Mordfälle. Die anonym zugesandte Aufnahme zeigt ein feuchtfröhliches Dorffest im Jahr 2001, bei dem auch Manuela Spaß hatte. In derselben Nacht wurde die junge Frau ermordet. Dahlke vermutete einen Sexualmord, konnte den Täter aber nie fassen. Spuren waren verwischt, potenzielle Täter ohne Erinnerung. Zu lang war das Fest, zu heftig wurde gefeiert.

Lotte Jäger nimmt sich in dem Dorf alle damals Beteiligten erneut vor. Doch die verschwiegene Gemeinschaft hat wenig Interesse, die unschöne Vergangenheit noch einmal heraufzubeschwören. Der Argwohn wächst, denn der Mörder ist unter ihnen, trotz der vielen Unschuldsbeteuerungen, so viel ist sicher. Auch die Kommissarin weiß nicht mehr, wem sie trauen und was sie glauben kann, und beginnt - zunehmend von Angststörungen und Wahnvorstellungen geplagt - auch noch an sich selbst zu zweifeln. Warum wurde ihnen das Video zugespielt? Aus Rache und um Zwietracht in der Dorfgemeinde zu säen?

Kurt Schaake macht sich Sorgen um die Gemütsverfassung seiner Kollegin. Da er damals bei der Spurensuche dabei war, reist auch er an und unterstützt sie vor Ort. Gemeinsam entdecken sie nicht nur die Tatwaffe, sondern auch überraschende Zusammenhänge...

Hintergrund

Wie schon für den ersten Fall "Lotte Jäger und das tote Mädchen" schrieb der dreifache Grimme-Preisträger Rolf Basedow ("Im Angesicht des Verbrechens") auch für diesen Krimi das Drehbuch. Regie führte Franziska Meletzky, die bereits "Bloch" und mehrere "Tatorte" realisierte und 2016 für die Verwechlungskomödie mit "Vorwärts immer!" den Bayerischen Filmpreis erhielt. Das Besondere: die Lotte-Jäger-Krimis wurden von wahren Begebenheiten inspiriert.

Silke Bodenbender spielt erneut überzeugend die psychisch labile Sonderermittlerin Lotte Jäger. Ihre Wahnvorstellungen vermischen sich in diesem Fall mit ihren Visionen über die damaligen Ereignisse, aber auch mit Rückblenden und Szenen aus dem aufgetauchten Video. So schafft es der Krimi eine ganz besondere Spannung aufzubauen: Was ist real und was bildet sich Lotte Jäger ein? Erst nach und nach bekommt der Zuschauer die Fakten serviert, die zur Lösung des Mordpuzzles beitragen.

GOKA-Wertung

Der zweite Film der Reihe ist spannende Krimikost und überzeugt besonders durch die verblüffende Auflösung des Mordfalls.