GOLDENE KAMERA-Kandidat "Toulouse"

Im TV-Film "Toulouse" (12. September, 20.15 Uhr, Das Erste) liefert sich das hervorragende Schauspielerduo Matthias Brandt und Catrin Striebeck einen Rosenkrieg, der es in sich hat.

Darum geht's in "Toulouse"

Nach 19 Jahren Ehe haben Gustav (Matthias Brandt) und Silvia (Catrin Striebeck) sich getrennt. Ein letztes Mal treffen sie sich in einem Luxushotel an der französichen Küste, um eine nette Zeit zu erleben. Davon soll Gustavs neue, jüngere Freundin natürlich nichts wissen. Offiziell weilt er zur Tagung in Toulouse. Der angedachte romantische Beziehungsabschluss gerät allerdings zum finalen Schlagabtausch. Es wird abgerechnet!

Und während die Gefühle Achterbahn fahren, wird in Toulouse ein Anschlag verübt – auf das Gebäude, in dem Gustav sich angeblich zu einer Konferenz aufhält. Während dort stündlich die Opferzahl steigt, eskaliert auch die Situation zwischen den ehemaligen Eheleuten.

Hintergrund

Regisseur Michael Sturminger inszenierte im vergangenen Jahr bei den Salzburger Festspielen den "Jedermann". Hier verfilmte er ein Theaterstück von David Schalko, der auch das Drehbuch zum TV-Film schrieb. "Toulouse" wird in Echtzeit erzählt und kommt mit nur zwei Darstellern aus: Matthias Brandt und Catrin Striebeck liefern sich einen schön bissigen Rosenkrieg. Klingt nach Bildungsbürgerfernsehen, doch das Kammerspiel des Österreichers, der TV-Perlen wie "Aufschneider" (2010) schuf, ist so unterhaltsam wie böse.

GOKA-Wertung

Zwei Stars, eine Suite, viele Lügen, keine Hemmungen: Es macht Spaß, Matthias Brandt und Catrin Striebeck dabei zuzuschauen, wie sie sich in den chronologisch gedrehten, bis zu 15 Minuten langen Szenen gegenseitig zu Höchstleistungen animieren. Ein intensives Kammerspiel voll Sprengkraft.

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig!)