Ernst Busch: Auf dieser Schulbank saßen (fast) alle TV-Stars

Wer regelmäßig deutsche Film-Produktionen schaut, dem dürfte ständig ein Ex-Schüler der Berliner Hochschule für Schauspielkunst auf dem Flatscreen begegnen. Viele Abgänger gehören zu den gefragtesten Schauspielern des Landes.

Sie gilt als eine der besten der Welt, jährlich bewerben sich 1100 Bewerber auf 25 Plätze, die bekanntesten deutschen Schauspieler haben sie besucht: die Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Henry Hübchen, Nina Hoss, Corinna Harfouch oder Lars Eidinger - wir stellen Ihnen die berühmtesten Absolventen der "HfS" vor, von denen der/die eine oder andere natürlich auch schon eine GOLDENE KAMERA gewonnen hat.

Die Kaderschmiede der Stars

Michael Gwisdek, Dagmar Manzel und Corinna Harfouch (GOLDENE KAMERA 2007) wurden u. a. noch in einem alten baufälligem Bootshaus unterrichtet. Jan Josef Liefers und Nina Hoss (GOLDENE KAMERA 1997) haben sich in ihren Pausen an der Tischtennisplatte im Garten verausgabt. Und auf den abgewetzten Ledersofas saßen auch schon Maria Simon (GOLDENE KAMERA 2016) und Claudia Michelsen (GOLDENE KAMERA 2013) . Den obligatorischen Fechtunterricht besuchten Walter Plathe und Charly Hübner (GOLDENE KAMERA 2013). Diese Schule hat die deutsche Schauspielerriege zusammengeschweißt.

Götz Schubert lernte dort im Studium sogar seine Ehefrau kennen und unterrichtet auch im kommenden Semester wieder als Lehrbeauftragter. Auch wenn viele Studierende scheitern oder ausschließlich Engagements am Theater bekommen, so haben doch viele der aktuell besten deutschen Film- und TV-Stars hier gelernt. Vor allem der Abschlussjahrgang von 1999 kann sich sehen lassen: Dazu gehören Devid Striesow, Lars Eidinger, Maria Simon, Nina Hoss, Mark Waschke und Fritzi Haberlandt.

Die Geschichte der Ernst Busch-Hochschule

Ihr Ursprung geht aufs Jahr 1905 zurück: Als Schauspielschule des Deutschen Theaters zu Berlin war sie in der Nähe des Reichstages beheimatet. 1951 eröffnete sie in der DDR als Staatliche Schauspielschule Berlin in Schöneweide neu. Und 1981 bekam sie nicht nur den Status einer Hochschule, sondern auch den Namen des ein Jahr zuvor verstorbenen Schauspielers Ernst Busch.

Dokumentarfilm: Ich bin Ernst Busch

Ronald Zehrfeld, der in der Nachbarschaft aufwuchs, erinnert sich an diese Zeit: "Wenn die Buschis vom Bahnhof hierhergefahren sind, hat man die gleich erkannt. Die waren anders gekleidet, die sprachen anders in der Eisdiele, die konnten Schiller rezitieren. Ich hatte davon keine Ahnung. Aber für mich waren sie die Helden der Kindheit...", sagt er gegenüber Zeit Campus. Zehrfeld schaffte die Aufnahmeprüfung erst beim zweiten Anlauf, wird jetzt aber als deutscher Russell Crowe oder neuer Schimanski betitelt. Seine Traumrolle? Hans-Joachim Kulenkampff! Auch ein Ernst-Busch-Absolvent.

Jetzt ist die Hochschule erneut umgezogen. Am 26. Oktober eröffnet das Gebäude in den ehemaligen Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße 11, mitten in Berlin. 2012 wurde dieser Umbau von der Rot-Schwarzen Regierung genehmigt. Voraussetzung: die Kosten überschreiten nicht die geplanten 33 Millionen Euro. Doch mit den Zahlen nehmen es die Berliner mal wieder nicht so genau: Sechs Jahre später belaufen sich die Kosten auf 44 Millionen Euro!

Eine Investition in die Zukunft der deutschen Film- und TV-Landschaft? Es wird sich zeigen, ob dieser imposante Neubau an die geschichtsträchtige und erfolgreiche Vergangenheit anknüpfen kann. Fakt ist aber auch, dass nicht jeder sein Glück auf der Eliteschule findet: Manfred Krug (GOLDENE KAMERA 1990 und 2001) und Matthias Schweighöfer (GOLDENE KAMERA 2003 und 2010) haben ihr Studium frühzeitig abgebrochen - was der Karriere allerdings auch nicht wirklich geschadet hat.