Gottschalks große 68er-Show

In einer neuen Show blickt Thomas Gottschalk zurück auf die Zeit um 1968: eine turbulente Ära voller Widersprüche.

Es ist eine aufregende Zeit: 1968 sind die Röcke der Mädchen kurz und die Haare der Jungs lang. Die Hippies propagieren "Love & Peace". Die Mode ist bunt, schrill und sexy, die Musik wild und laut. Von den Älteren erntet die Jugend dafür meist nur Kopfschütteln.

In "Gottschalks großer 68er­-Show" (Samstag, 6. Oktober, 20.15 Uhr, ZDF) lebt dieses bewegte Jahr noch einmal auf. Mit Stargästen wie Uschi Glas (GOLDENE KAMERA 1984, 1990 und 1995), Inka Bause und Claudia Roth will Gast­geber Thomas Gottschalk (GOLDENE KAMERA 1984, 1986, 1995 und 2002) über das dama­lige Lebensgefühl sprechen. Einspielfilme erinnern daran, dass es unruhige Zeiten waren – auch politisch. In den USA protes­tieren die Menschen gegen den Vietnam­krieg, Bürgerrechtler Martin Luther King und Politiker Robert Kennedy werden er­mordet. In der Tschechoslowakei hoffen die Menschen dank Staatschef Alexan­der Dubcek auf einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Doch der Prager Frühling wird von sowjetischen Panzern niedergewalzt. Damit stirbt dann auch die Hoffnung auf mehr Freiheit in der DDR.

In Westdeutschland gehen Studenten auf die Straße und protestieren gegen die Obrigkeit, ihre Väter und den "Muff von 1000 Jahren unter den Talaren" der Uni­professoren. Menschen jenseits der 30, zu Gehorsam und Disziplin erzogen, verste­hen das nicht. Für sie sind Sitte und Ord­nung gefährdet. Gottschalk selbst ist da­mals 18, aber nicht rebellisch: "In meiner oberfränkischen Provinzseligkeit wäre es mir nicht eingefallen, gegen was anderes zu protestieren als gegen die Strenge mei­ner Mutter und die Mathehausaufgaben."

Die Generationskonflikte zeigen sich besonders in der Musik. Laute Rockmusik wird Ausdruck des rebellischen Geists der Jugend, die Jimi Hendrix, die Doors und die Rolling Stones hört. Ihre Eltern erfreu­en sich an Peter Alexander, Roy Black und dem 12­-jährigen Heintje, dessen "Mama" zur meistverkauften Single des Jahres wird. Für Gottschalk ist das damals kein Widerspruch: "Auf der Tanzfläche schüt­telten sich die Kerle zu 'Born To Be Wild', und bei 'Frag den Abendwind' zogen sie sich die Freundin an die Brust." An den Lieblingen der Eltern erprobte Gottschalk sein frühes Showtalent: "Über Peter Ale­xander und Sendungen wie den 'Blauen Bock' habe ich mich lustig gemacht. Meine Parodien auf diese Art von Unterhaltung waren der Höhepunkt jedes Schulfests."

Für die Höhepunkte seiner Show sollen nun 68er­-Helden wie "Easy Rider" Peter Fonda, Donovan und Melanie sorgen. Auch jüngere Stars wie Andreas Gabalier, Va­nessa Mai, Katie Melua und David Garrett singen und spielen auf ihre Art Hits aus den 60ern. Viel Musik und launige Plau­dereien mit prominenten Gästen auf dem Sofa: Als Gastgeber ist Thomas Gottschalk bei dieser Show ganz in seinem Element. Da liegt ein Hauch von "Wetten, dass ..?" in der Luft – nur ohne Wetten.