"Tatort: KI"- Wenn künstliche Intelligenz tötet

Leitmayr und Batic suchen ein 14-jähriges Mädchen. Ihre beste Freundin, die sie zuletzt "gesehen" hat, heißt Maria - und ist eine Maschine.

Die Münchner Kommissare haben es diesmal mit einem besonderen Zeugen zu tun: Ein Computerprogramm, das mit ihnen komplexe Gespräche führt und Emotionen vorgaukelt. Kann es das Verschwinden des jungen Mädchens aufklären? Im "Tatort: KI" (Sonntag, 21. Oktober, 20.15 Uhr im Ersten) wird ein vorstellbares Zukunftsszenario dargestellt.

Darum geht's im "Tatort: KI"

Die 14-jährige Melanie wird vermisst. Eigentlich kein Fall für die Mordkommission, doch als Robert Degner (Dirk Borchardt) feststellt, dass seine Tochter spurlos verschwunden ist, ruft er seinen alten Bekannten Ivo Batic (Miroslav Nemec) an. Gemeinsam mit Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) durchsuchen sie das Zimmer des Mädchens. Plötzlich spricht der Computer der Verschwundenen mit den beiden Kommissaren. Was zunächst wie ein Chatbot wirkt, entpuppt sich als hochkomplexe künstliche Intelligenz (KI) namens Maria, die in ähnlicher Form am Leibniz-Rechenzentrum entwickelt wird.

Die dortige Forschungsleiterin Anna (Janina Fautz) kann sich nicht erklären, wie dieses streng überwachte Programm auf dem Rechner des Mädchens landen konnte. Zumal Maria alle zuvor dargewesenen KIs in den Schatten stellt und der User kaum noch einen Unterschied zwischen Mensch und Maschine feststellen kann. Robert und seine Exfrau (Lisa Martinek), die er jüngst für eine andere verlassen hat, sind verzweifelt. Mit fortschreitender Zeit sinkt die Wahrscheinlichkeit, ihre Tochter noch lebendig zu finden.

Hintergrund

Die Rolle der Anna wird von Janina Fautz (23) verkörpert, bekannt aus der Serie und dem Kinofilm "Allein gegen die Zeit", zudem war sie dieses Jahr in "Meine teuflisch gute Freundin" und "Safari – Match Me If You Can" im Kino zu sehen. 2017 erhielt die Serie "Morgen hör ich auf", in der sie die Tochter eines Geldfälschers (Bastian Pastewka) spielt, die GOLDENE KAMERA als "Bester Mehrteiler/Miniserie". Außerdem ist Fautz regelmäßig in der Krimireihe "Wilsberg" zu sehen.

Zu der Frage, wie realistisch dieser Fall ist, äußert sich KI-Experte Dr. Florian Röhrbein: "Oftmals wird mit dystopischen und damit auch übertriebenen Szenarien gearbeitet. Beim 'Tatort: KI' dagegen wird das Thema sehr realistisch dargestellt. Die Darstellung der Chancen und Risiken empfinde ich als sehr ausgewogen. Dazu gehört die Gefahr, dass eine KI als Person wahrgenommen werden kann, mit der man eine Beziehung aufbaut, obwohl sie letztlich doch nur Antworten wie im Rahmen einer Google-Suchanfrage liefert."

GOKA-Wertung

Die Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen haben eine durchaus gelungene Geschichte konzipiert, die teilweise vorhersehbar aber auch überraschend ist. Fragen wie: Kann ein Computerprogramm, mit Gesichtserkennung als Zeuge eingesetzt werden oder wie stellt man der künstlichen Intelligenz die richtigen Fragen, geben diesem "Tatort" das gewisse Etwas. Leitmayr und Batic ermitteln gewohnt souverän. Ein zudem szenisch hervorragend umgesetzter Krimi. Kurzum: Endlich mal wieder ein guter Ausnahme-"Tatort"!