Martina Hill: "Mein Motto: Mehr ist mehr!"

Komikerin Martina Hill kehrt glamourös zurück zu Sat.1. Hier spricht sie über ihre neue "Die Martina Hill Show".

Was wäre, wenn das Topmodel Heidi Klum Angestellte im Supermarkt geworden wäre? Diese und weitere bewegende Fragen klärt Martina Hill drei Jahre nach Ende ihres Sketch-Erfolgs "Knallerfrauen" in ihrer neuen "Die Martina Hill Show" (26. Oktober, 23.15 Uhr, SAT.1).

Zudem stellt die gebürtige Berlinerin (44) singend und tanzend ihre Entertainerqualitäten unter Beweis. Mit GOLDENE KAMERA sprach Deutschlands beste Parodistin übers Treppensteigen, die "heuteshow" und Spannbettlaken in China.

Interview mit Martina Hill

Wie unterscheidet sich "Die Martina Hill Show" von dem namentlich sehr ähnlichen Oldie "Die Benny Hill Show"?

"Die Martina Hill Show" ist moderner. Es ist eine Mischung aus "Knallerfrauen" und "Switch reloaded", aber auch als richtige Show konzipiert, mit Showtreppe und sexy Tänzerinnen.

Wie wohl fühlen Sie sich auf der Showtreppe?

Anfangs war ich noch etwas wackelig, das muss ich zugeben. Dabei übe ich das Treppensteigen schon seit meiner frühesten Kindheit. Aber da auf High Heels und mit coolen Dancemoves souverän herunterzukommen, das ist noch mal eine ganz andere Nummer. Gott sei Dank hatte ich dabei Unterstützung von Choreografin Nikeata Thompson.

Aufbrezeln ist nicht so Ihr Ding?

Privat bin ich eher sportlich und leger unterwegs. Aber ich wollte nicht in der Schlabberbuchse die Showtreppe herunterkommen. Mein Motto für die Show lautet: Mehr ist mehr. Das Auge lacht schließlich mit. Deswegen liebe ich es auch, hier in tolle Kostüme schlüpfen zu können.

Mit Carolin Kebekus treten Sie als die strunzdummen Freundinnen Larissa und Rebecca bei "Pussy Terror TV" auf. Werden die beiden auch in Ihrer Show dabei sein?

Ja. Die beiden sind dieses Mal zusammen mit dem Auto unterwegs – "On Tour" – und erleben natürlich jede Menge crazy Shit.

Gibt es ein reales Vorbild für Larissa?

Larissa ist zwar eine fiktive Figur, aber schon aus dem echten Leben gegriffen. Ich habe Jugendliche in der Berliner U-Bahn studiert.

Freitags sind Sie auch oft in der "heuteshow" zu sehen, in verschiedenen Rollen, die alle mit Nachnamen Hausten heißen. Welche Figur ist Ihnen die liebste?

Eigentlich haben alle ihren Charme und machen mir Spaß. Aber am meisten gefällt mir natürlich Mandy. Da kann ich so richtig abgehen und hohldrehen.

Vermissen Sie eigentlich die "Switch reloaded"-Zeiten?

"Switch reloaded" war ein wunderbarer Spielplatz, um sich in allen möglichen Figuren und Genres auszutoben. Und diesen Spielplatz habe ich jetzt mit der "Martina Hill Show" endlich wieder eröffnet.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Menschen, die Sie parodieren? Max Giermann hat mal erzählt, dass Ina Müller nicht gerade begeistert von ihrer Parodie war.

Das hat er mir auch erzählt. Kann ich schon verstehen, dass das vielleicht befremdlich ist, wenn man parodiert wird. Allerdings habe ich in den ganzen Jahren von den meisten Promis positives Feedback bekommen. Manche schienen sogar regelrecht enttäuscht zu sein, wenn ich sie nicht parodiert habe.

Gab es schon einmal eine Parodie, an der Sie verzweifelt sind?

Toi, toi, toi! Bisher noch nicht. Und doch ist es jedes Mal ein langer Weg dahin. Ich weiß noch, dass ich mich anfangs mit Ina Müller schwergetan habe, weil sie stimmlich doch sehr viel tiefer und kräftiger liegt als ich.

Welche Persönlichkeiten werden Sie in der "Martina Hill Show" parodieren?

Ach, das sind so einige, zum Beispiel Angela Merkel, auch Heidi Klum ist wieder mit von der Partie, Andrea Kiewel vom "ZDF-Fernsehgarten" und dazu noch viele neue Figuren.

Ihre Comedyreihe "Knallerfrauen" hat es bis nach China geschafft. Was hat das für Auswirkungen gehabt? Werden Sie im Ausland erkannt?

Der größte Flash für mich war, als ich auf der Chinesischen Mauer stand und plötzlich von Chinesen mit meinem Namen angesprochen und gebeten wurde, ob ich ein Selfie mit ihnen machen würde. Dank des Internets gehen viele Sketche um die ganze Welt, und ich bekomme Fanbriefe, Mails und Nachrichten über Social Media aus allen möglichen Ländern. Aus Brasilien zum Beispiel, Japan, Kanada, Australien und gerade ganz aktuell aus dem Iran. Eine iranische Grundschullehrerin hat mir geschrieben, dass sie ihren Schülern anhand meiner Sketche Deutsch beibringe. Beim Goethe-Institut in China und Japan stehen die "Knallerfrauen" auch auf dem Lehrplan.

Warum fahren gerade die Chinesen so auf Sie und Ihre Art des Humors ab?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Die Kollegen, mit denen ich in China gedreht habe, haben mir erklärt, dass gerade die Slapsticknummern dort gut ankommen. Vermutlich, weil die oft ohne Worte funktionieren und meist alltägliche Situationen aufgreifen. Wie zum Beispiel der Kampf mit dem Spannbettlaken und der Matratze, das kennt man auch in China.

Egal ob bei "Knallerfrauen" oder als Larissa, meist wirkt es so, als hätten Sie größten Spaß am Nonsens. Spacken Sie privat auch gern mal rum?

Aber klar, das ist mein Naturell.

Wer ist Ihr liebster Rumspack-Partner?

Das ist Carolin Kebekus. Wir haben uns bei Oliver Welkes "heute-show" kennengelernt und wollten seitdem schon immer mal etwas zusammen machen. Carolin hatte dann die Idee für unsere gemeinsame "Rebecca und Larissa"-Nummer in ihrer Show "Pussy Terror TV". Damit hat sie bei mir natürlich offene Türen eingerannt.

Es sieht immer alles sehr leicht aus bei Ihnen – wie viel Arbeit steckt dahinter?

Damit es so leicht wirkt, muss es gerade besonders gut vorbereitet sein. Da steckt dann oft die meiste Arbeit drin. Aber je besser ich vorbereitet bin, desto freier fühle ich mich im Spiel – und desto leichter sieht es dann nachher im Fernsehen aus.

Und wer sind Ihre internationalen Comedylieblinge?

Da gibt es so viele! Kristen Wiig zum Beispiel, die finde ich saulustig. Und natürlich Tracey Ullman in ihren herausragenden Parodien. Die sind einfach genial.

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