Alexa Maria Surholt: "Sarah soll sich weiter auf Abenteuer einlassen"

20 Jahre "In aller Freundschaft": GOLDENE KAMERA sprach im exklusiven Interview mit Alex Maria Surholt über Männer, den Jubiläumsdreh in Thailand und Sarah Marquardt, die beliebteste böse Figur.

Happy Birthday! Das Erste feiert 20 Jahre Sachsenklinik. Jede Woche schalten bis zu sechs Millionen Zuschauer ein. Grund genug, das mit zwei großen Specials zu zelebrieren: Am Dienstag, den 23. Oktober läuft ab 20.15 Uhr eine Doppelfolge und am Freitag, den 26. Oktober zeigt die ARD den Spielfilm zur Serie "In aller Freundschaft: Zwei Herzen", der in Thailand gedreht wurde. Im Interview mit der GOLDENEN KAMERA verriet Hauptdarstellerin Alexa Maria Surholt alles über diesen Dreh und die Zukunft der Serie.

Was glauben Sie, warum "In aller Freundschaft" so erfolgreich ist?

Wir haben keine abgehobenen Figuren, sondern sind mit unseren Charakteren nah am Zuschauer. Niemand ist aalglatt oder nur gut oder nur böse. Jeder ist fehlbar. Außerdem trauen wir uns, emotional zu werden und haben den richtigen Sinn für Humor. Für viele Zuschauer gehören wir deshalb zum festen Wochenprogramm dazu. Außerdem ist unsere Klinik "Better than life". Wenn jemand einen Unfall hat, bekommt er innerhalb von zwei Minuten ein CT und wird vom Chefarzt operiert.

Die Realität sieht ja anders aus. Haben Sie diesbezüglich schon persönliche Erfahrungen gemacht? Es gibt ja viele Schlagzeilen über die Missstände von Krankenhäusern.

Zum Glück nicht. Aber es ist durchaus ein Thema, das jeden Bürger bewegt. Es kann doch nicht sein, dass in einem Land, das von der Struktur her genügend Möglichkeiten haben müsste, zu wenig Pflegepersonal und Ärzte beschäftigt werden. Wenn Ärzte 36 Stunden Dienste schieben und Krankenschwestern auf einer Intensivstation bis zu 40 Patienten betreuen, wie sollen sie da noch nah am Patienten sein? Warum können Krankenkassen Milliarden anhäufen und es gibt keinen Rückfluss in die tatsächliche Patientenbetreuung? Es ist eine Frage der Politik, die geklärt werden muss.

Sie meinten gerade bei "In aller Freundschaft" ist niemand nur böse oder nur gut. Sarah Marquardt wird oft als beliebteste böse Figur bezeichnet. Wie sehen Sie das?

Das ist für mich ein Ritterschlag! Als Schauspielerin ist es für mich interessant, eine Figur mit Ecken und Kanten zu spielen. Sie ist allerdings auch eine erfolgreiche Geschäftsfrau und alleinerziehende Mutter, die in ihrem Leben noch nicht ihr Glück gefunden hat.

Ganz im Gegenteil, sie hat ja sehr viel Pech mit Männern. Ihr Verlobter stirbt am Hochzeitstag. Dann verliebt sie sich in den Vater ihres jungen Freundes. Findet sie endlich mal den Richtigen?

Das will ich ja gar nicht. Das wäre viel zu langweilig, wenn sie plötzlich eine glückliche Beziehung führen würde. Das sollen die anderen spielen. Sarah soll sich mal lieber immer wieder auf verschiedene Abenteuer einlassen.

Zur Jubiläumsfolge, die in Thailand spielt. Wie war der Dreh?

Fantastisch! Ich habe den ganzen Februar in Thailand verbracht. Wir haben mit einem Team zusammengearbeitet, das z.B. "Hangover" gemacht hatte. Die waren superprofessionell. Wir haben im Dschungel, am Strand, in kleinen Städten, am Nachtmarkt und in den Bergen gedreht. Man braucht einfach Leute, die sich mit den geographischen Umständen, Wetter, Tieren, etc. auskennen.

Apropos Tiere. In einer Szene klaut Ihnen ein Affe die Handtasche…

Ja, der war so süß und lieb. Der wollte sie mir gar nicht klauen. Wir mussten ihn mit Erdnüssen überzeugen. Aber am besten war eine Ente. Wir haben mehrere Tage in einem altertümlichen Bus gedreht. Der war voll mit Enten, Ziegen, Gänsen und einem kleinen Schäfchen. In einer Drehpause gackert diese Ente plötzlich los und legt ein Ei. Leider lief die Kamera nicht.

Und sie haben mit Michael Gwisdek gedreht – wie ist er?

Er ist ein großartiger Kollege. Er ist unglaublich schnell und humorvoll. Wir haben viele lustige Abende miteinander verbracht. Es war für mich eine Ehre, mit ihm zu spielen.

Wie darf man sich den Dreh bei diesen Temperaturen vorstellen?

Ich bin jeden Morgen um halb fünf Uhr aufgestanden, damit wir die Morgenstunden zum Drehen nutzen konnten. Ab zwölf Uhr war es, als würde man in einer Sauna drehen. Ich hatte fast alle Kostüme doppelt, weil die so schnell durchgeschwitzt waren.

Sind sie eitel? Dieses Jahr sind Sie 50 Jahre als geworden – gibt es Probleme mit dem Älterwerden?

In erster Linie muss man doch sagen, es ist toll älter zu werden. Das Problem ist doch, wenn man nicht älter wird. 50 ist nicht alt. Es ist eine wunderbare Zahl. Ich bin sehr bei mir angekommen und hoffe, dass mir weiterhin schöne Sachen passieren. Im Herzen bin ich jung und interessiert an der Welt.

Was interessiert sie am meisten?

Das Reisen ist mein Ding. In Thailand bin ich schon öfter gewesen, das ist mein Luxus. Ich muss keinen Jaguar vor der Tür haben.

Interview: Kristina Heuer