Star der Woche: Alice Dwyer

Im neuen "Amsterdam-Krimi: Tod in der Prinzengracht" ist Alice Dwyer erstmals als verdeckte Ermittlerin im Einsatz. Ein Grund mehr, sie etwas näher vorzustellen.

Sicher, bildhübsch ist sie und verführerisch gucken kann sie mit ihren großen blauen Augen auch ganz hervorragend. Doch das dürfte kaum der alleinige Grund dafür sein, dass Alice Dwyer aktuell zu einer der gefragtesten TV-Schauspielerinnen in Deutschland zählt. Erst am letzten Samstag war die Berlinerin als in "Herr und Frau Bulle" (ZDF) in der Primetime zu sehen und spielt Katz und Maus mit Hannes Jannicke im "Amsterdam-Krimi". "Tod in der Prinzengracht" und "Auferstanden von den Toten" in der ARD-Mediathek.

Ermittler Alex Pollack (Hannes Jannicke) gerät in eine gefährliche Situation: Der LKA-Beamte muss herausfinden, ob Mitarbeiterin Katja (Alice Dwyer), mit der er eine heimliche Liebesbeziehung führt, in höchster Gefahr schwebt – oder ob sie die Fronten gewechselt hat.

Während sich die 30jährige Alice Dwyer in den letzten Jahren vor allem anspruchsvolle Rollen im Kino bevorzugte und im Fernsehen eher das Geld für die Miete einspielte, schwenkt sie jetzt also um auf klassische Unterhaltungsware bei ARD und ZDF. Sowohl in den Krimis "Herr und Frau Bulle", als auch in der neuen "Amsterdam"-Reihe spielt sie eine Ermittlerin. Klar wird sie damit einem größeren Publikum bekannt - ob die TV-Hauptrollen aber zu ihrem meist rätselhaften Auftritt passen, müssen jetzt die Zuschauer entscheiden. Alice Dwyer hat selbst ein Krimifaible und fühlt sich wohl in dem populären Genre: "Ich verstehe gut, warum Krimis so beliebt bei den Zuschauern sind, auch weil Krimiproduktionen oft eine gute filmische Qualität haben. Ich persönlich schaue sehr gerne britische und skandinavische Krimiserien, wie z.B. "Die Brücke" oder "Prime Suspect", sagt sie im Interview mit dem Ersten.

"Die verlorene Zeit": Alice Dwyer als Jüdin Hannah Silberstein

In eine Schublade stecken lassen, wollte sich Alice Dwyer nie: Gleich in ihrer ersten großen Rolle in "Baby" (2002) verführt sie den besten Freund ihres Vaters. Um danach aber nicht auf die "ewige Lolita" festgelegt zu sein, lehnt sie fortan ähnliche Angebote ab. Nach zahlreichen Nebenrollen in deutschen Kino- und TV-Filmen hat sie 2011 wieder einen großen Auftritt in dem Holocaust-Drama "Die verlorene Zeit". Alice Dwyer, die 2018 ihren Kollegen Sabin Tambrea geheiratet hat, spielte darin die Jüdin Hannah Silberstein, der mit Hilfe ihres Geliebten, dem Kapo Tomasz, die Flucht aus dem Konzentrationslager Auschwitz Birkenau gelingt. In den Wirren des 2. Weltkriegs wird das Liebespaar getrennt und sieht sich erst mehr als dreißig Jahren später wieder. Der Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, wurde auf zahlreichen deutschen Filmfestivals ausgezeichnet und war auch ein internationaler Erfolg.

In Michael Verhoevens TV-Film "Let's go" (2014) spielte sie eine Tochter, die nicht versteht, warum ihre Mutter ihr keine Nähe schenken kann. Erst als sie erfährt, dass ihre jüdische Mutter halbtot im KZ unter einem Berg von Leichen hervorgezogen wurde, beginnt sie die Zusammenhänge zu verstehen. Und auch im letzten Jahr war Alice Dwyer als Hanni Lévy in einem Doku-Drama zu sehen, das die Juden-Verfolgung während des Zweiten Weltkriegs zum Thema hat: "Die Unsichtbaren – Wir wollen leben".

Trailer: "Die Unsichtbaren"

Also doch in einer Schublade stecken geblieben? Nein, nicht wirklich. Im Dresdner "Tatort: Déjà-vu" spielte Alice Dwyer Anfang des Jahres nicht das verfolgte, bemitleidenswerte Opfer. Als skrupellose Partnerin eines pädhophilen Triebtäters, die seine Taten vertuscht, zeigte sie wieder ihre große Stärke: Ein rätselhafter Auftritt mit eigenwilliger Melancholie.