Kerner vs. Pflaume: Das große Quiz-Duell

Zwei TV-Flagschiffe auf Kollisionskurs: "Wer weiß denn sowas XXL" und "Der Quiz-Champion" laufen zeitgleich. Für das Duell der Showgiganten bietet GOLDENE KAMERA ein paar Entscheidungshilfen.

Die erste Frage zum Duell der beiden großen Samstagabendshows geht an die Sender: Laufen "Wer weiß denn sowas XXL" (Das Erste) und "Der Quiz-Champion" (ZDF) zeitgleich (jeweils am Samstag, 24. November, 20.15 Uhr), weil die Programmplaner geschlafen haben?

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber bedauert: "Auch nach unserer Einschätzung ist die Programmierung am 24. November nicht optimal. Ziel ist es, solche Kollisionen zu vermeiden. Das war leider aus programmplanerischen Gründen nicht möglich."

Ähnlich äußert sich ZDF-Presseredakteurin Regina Henrich-Dieler: "ZDF und ARD haben frühzeitig gemeinsam versucht, diese Programmierung zu entzerren. Leider war das aber aus Dispositionsgründen – Hallenbelegung und Ähnlichem – in diesem Fall nicht möglich." Seltsam, wo doch beide Shows aufgezeichnet werden!

Für Quizfans bedeutet das: Johannes B. Kerner gegen Kai Pflaume. Für das Duell der Showgiganten bietet GOLDENE KAMERA ein paar Entscheidungshilfen.

Kerner vs. Pflaume

Wer hat die bessere Spielidee?

Pflaume: Wim Thoelke lässt grüßen: Die beiden prominenten Zweierteams spielen abwechselnd die zwölf Kategorien auf der Fragenwand durch. Die Antworten sind meist überraschend bis kurios. Im Finale geht es um 50.000 Euro, die der Gewinner für einen guten Zweck spendet. Hoher Aha-Effekt, großer Ratespaß. ●●●●●

Kerner: Nicht prominente Kandidaten duellieren sich nach bestandener Schnellfragerunde mit prominenten Experten. Wer fünf Duelle besteht, spielt am 24. November im Finale um 100.000 Euro. Gnadenlos und spannend. ●●●●

Wer moderiert schlagfertiger?

Pflaume: Er versteht sich wie kein Zweiter auf unangestrengtes, lässiges Moderieren. Das Showkonzept reduziert ihn nicht auf einen Fragenvorleser, und er nutzt die vielen Anspielpartner, die ihn ständig umgeben, geschickt. ●●●●●

Kerner: Höflich und verbindlich, muss auf der riesigen Bühne unnötig viel umherlaufen. Auf dem Weg zu mehr Lockerheit hat er dieses Jahr die Krawatte abgelegt und den Kragen aufgeknöpft. ●●●

Welche Stargäste machen Laune?

Pflaume: Am 24. November setzt er auf eine Riege voller Spaßprofis. Er hat nur Gäste geladen, die für Witz und Schlagfertigkeit stehen – die teilweise aber auch polarisieren. ●●●

Kerner: Wählt die Promis nach ihrem (vermuteten) Expertentum für die jeweiligen Fachgebiete aus. So wird die Bandbreite groß: von der Sportlerin über den "Tatort"-Kommissar bis zum Naturfilmer. Da die Stars als Gegenspieler der Kandidaten fungieren, ist das Publikum nicht immer auf ihrer Seite. ●●●

Wo gibt es mehr zu lachen?

Pflaume: Schon die beiden ständigen Teamkapitäne garantieren gute Laune: Bernhard Hoëcker und sein grummeliger Gegenpart Elton. Pflaumes Lachanfälle sind legendär. ●●●●

Kerner: Der launige Grundton steigert sich nie ins Krachlustige. Gerade dieses Solide schätzt so mancher sehr. ●●●

Wo kann ich am meisten lernen?

Pflaume: Hat bei alltagstauglichen Tipps die Nase vorn. Die Visualisierung im Studio oder in Einspielfilmen macht sie einprägsam. Viel kurioses, auch nutzloses Wissen. Wer zündet schon Schaumfestiger auf einer Spielzeugrennstrecke an? ●●●

Kerner: Setzt den Schwerpunkt eher auf klassische Bildung, aber auch auf aktuelle Themen. Da die Wissensabfrage oft im Stakkato erfolgt, bleibt weniger von den Informationen hängen. ●●●●

Welcher Showabend ist spannender?

Pflaume: Die Diskussionen der Rateteams sind schon mal lang und laut. Feste Bestandteile: Experimente, bei denen es knallt und raucht, sowie süße Tiere. Die dürften vom Rampenlicht allerdings nicht so begeistert sein. ●●●●

Kerner: Die Kulisse blinkt und blitzt wie ein nervöser Autoscooter und verwirrt alle Beteiligten mit Stolperfallen. Die Kandidaten werden mit ausgiebigen Einspielfilmen vorgestellt, scheiden oft aber sehr schnell wieder aus. Das ermüdet. Es kann lange dauern, bis sich einer fürs Finale qualifiziert. ●●●

Fazit

Egal wie sich die Zuschauer entscheiden: Sie können nur gewinnen. Denn in den beiden dreistündigen Quizshows wird ihnen auf lockere Art geballtes Wissen vermittelt. Hinterher sind sie auf jeden Fall schlauer.