"Amokspiel": Psychoduell auf Leben und Tod

In der Sat.1-Verfilmung von Sebastian Fitzeks Thriller "Amokspiel" glänzt "Tatort"-Star Franziska Weisz als Psychologin.

Geiselnahme bei einem Berliner Radiosender! Ein bewaffneter Mann (Kai Schumann) hat eine Gruppe von Besuchern und den Moderator in seine Gewalt gebracht! Mit diesem Szenario beginnt der packende Thriller "Amokspiel" (27. November, 20.15 Uhr, Sat.1), der auf dem Bestseller von Sebastian Fitzek aus dem Jahr 2007 basiert.

Darum geht's in "Amokspiel"

Schon bald wird es mysteriös: Der Geiselnehmer nimmt Kontakt zu der Psychologin Ira Samin (Franziska Weisz) auf und fordert von ihr, eine gewisse Leonie Gregor zum Sender zu bringen.

Bis diese dort eintrifft, droht er ein perfides Spiel an, live über den Sender. Er wird Menschen anrufen, die sich mit einem bestimmten Satz melden müssen. Ist der Satz falsch, erschießt er eine Geisel. Schnell stellt sich heraus, dass Leonie Gregor tot ist. Und mehr noch: Der Geiselnehmer hatte offenbar eine Verbindung zu Ira Samins erste Tochter, die vor einem Jahr Selbstmord beging.

Franziska Weisz als Polizeipsychologin Ira Samin

Ein fesselndes Psychoduell entwickelt sich, bei dem "Tatort"-Star Franziska Weisz ganz groß aufspielt. "Diese Rolle wollte ich unbedingt spielen", sagt die Österreicherin im Interview mit GOLDENE KAMERA. "Die Figur Ira Samin bietet mit all ihrer Widersprüchlichkeit und der Vielfalt ihrer Emotionen genau das, was Schauspieler glücklich macht. So ist sie einerseits durch den Selbstmord ihrer Tochter schwer angeschlagen, muss aber bei dieser Geiselnahme in ihrem Beruf funktionieren. Und irgendwann weiß sie nicht, wem sie überhaupt noch trauen kann. Denn auch die scheinbar Guten spielen ein zwielichtiges Spiel."

Zur Vorbereitung vertiefte sie sich in Fachliteratur und las viel über die Verhandlungsführung bei Geiselnahmen. "Ich wollte das Verhalten einer Psychologin möglichst realistisch darstellen", sagt sie.

Eine andere Fähigkeit allerdings musste sie sich eigens wieder abtrainieren: "Für meine Rolle im 'Tatort‘ habe ich gelernt, wie man eine Waffe korrekt hält", erzählt sie. "In 'Amokspiel' bin ich primär Psychologin – deshalb muss das mit der Waffe da nicht so gekonnt aussehen."

Die Zuschauer lernen Ira Samin und ihre Vorgeschichte erst nach und nach kennen. Sie wird nicht lange eingeführt, stattdessen befindet sie sich nach wenigen Minuten in der Stresssituation der Geiselnahme. "Mir gefällt diese Erzählweise ausgezeichnet", sagt Franziska Weisz. "Sie regt zum Mitdenken an und fordert den Zuschauer auf, genau hinzuschauen. Manche Verhaltensweisen der Figuren werden nämlich erst später verständlich, wenn man wieder etwas mehr erfahren hat. Das finde ich interessanter, als immer chronologisch zu erzählen."

Hintergrund

Drehbuchautor ist Christoph Busche, hinter der Kamera agierte Regisseur Oliver Schmitz. Gedreht wurde "Amokspiel" im Juni und Juli dieses Jahres in einer Fabrikhalle in Berlin-Marzahn. Mitten im Jahrhundertsommer, bei bis zu 36 Grad! "Am Drehort war es unfassbar heiß", sagt Franziska Weisz. "Die Hitze spielte sozusagen aktiv mit. Sie klebte an uns, ließ uns schwitzen und den Atem schwer werden. Das war für uns zwar oft die Hölle – passte aber perfekt zu der drückenden, intensiven Stimmung der Story."

Wertung

Bei Anruf Mord - und Hochspannung! Der Thriller "Amokspiel" nach dem gleichnamigen Roman von Deutschlands Thrill-König Sebastian Fitzek bietet Nervenkitzel nonstop - und überraschende Wendungen bis zum furiosen Finale.