TV-Tipp: "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau"

Die Königin der Kleider: Der ARD-Zweiteiler "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau" mit Katharina Wackernagel zeigt, wie Aenne Burda ihren verschuldeten Verlag rettete und das größte Modeblatt der Welt erfand.

Kurz vor dem 70. "Burda Moden"-Jubiläum wird im ARD-Zweiteiler "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau" (Teil 1 am 5. Dezember, 20.15 Uhr im Ersten) das Filmportrait einer herausragenden Unternehmerin gezeichnet, die mit großem Herzblut von Katharina Wackernagel verkörpert wird...

Darum geht's in "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau", Teil 1

Aus tiefer Kränkung kann auch Großes erwachsen. Wie in Offenburg 1949. Als die Gattin des Druckereibesitzers und Verlegers Franz Burda (Fritz Karl) erfährt, dass dessen Geliebte Effie (Cornelia Gröschel) nicht nur eine Tochter, sondern auch einen Modeverlag von ihm hat, stellt ihm Anna Burda (Katharina Wackernagel) ein Ultimatum: "Gib mir den Verlag, oder ich lasse mich scheiden!" Sie bekommt den Verlag übertragen – und mit ihm Schulden. Um die Gehälter zahlen zu können, verpfändet sie ihren Schmuck.

Trailer zu "Aenne Burda"

Hintergrund

Die Erfolgsgeschichte in "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau" hat sich tatsächlich so zugetragen. Sie ändert ihren Vornamen in Aenne – nach ihrem Lieblingslied "Ännchen von Tharau" – und bringt eine Zeitschrift heraus, die tragbare Mode zum Selbermachen vorstellt. Das Blatt, das anfangs "Favorit" und ab 1950 "Burda Moden" heißt, wird auf Anhieb ein Erfolg. Als Aenne Burda ab 1952 Schnittmusterbögen beilegt, die das Nähen vereinfachen, wird daraus die größte Modezeitschrift der Welt, vertrieben in 120 Ländern. Und die erste westliche Zeitschrift in Russland und China.

GOKA-Wertung und Ausblick auf Teil 2

Faszinierend ist in "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau", wie sich Franz und Aenne umkreisen, anziehen, wieder abstoßen und schließlich in einer offenen Beziehung leben. Der zweite Teil legt dabei den Fokus noch stärker auf das Privatleben dieser ungewöhnlichen Frau, die es nicht nur wagte, in der spießigen Nachkriegszeit Karriere zu machen, sondern sogar eine offenen Ehe für sich einforderte. Denn Aenne Burda emanzipierte sich auch privat, reiste allein nach Italien und legte sich dort einen Liebhaber zu.

Die opulent ausgestattete Emanzipationsgeschichte, die sich an Ute Dahmens Biographie "Aenne Burda - Wunder sind machbar" orientiert, erweist sich als wunderbares Porträt einer echten Kämpferin, die von Katharina Wackernagel bravourös gespielt wird – Hut ab!

Sendehinweis: Teil 2 von "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau" läuft am 12. Dezember (20.15 Uhr) im Ersten. Im Anschluss (21.45 Uhr) folgt die Dokumentation "Aenne Burda - Die Königin der Kleider".