Kampfdrohneneinsatz im "Tatort- Vom Himmel hoch"

Die Ludwigshafener Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern müssen einen Mord aufklären und einen Anschlag verhindern.

Der "Tatort- Vom Himmel hoch" (Sonntag, den 9. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste) beschäftigt sich mit den unberechenbaren Folgen des Einsatzes von Kampfdrohnen.

Darum geht's "Tatort- Vom Himmel hoch"

Eigentlich wollte der renommierte Psychologe Dr. Steinfeld traumatisierte Opfer und Täter aus Kriegsgebieten helfen. Doch plötzlich wird er selbst erschlagen in seiner Praxis tot aufgefunden. Bei ihren Ermittlungen stoßen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) auf Heather Miller (Lena Drieschner).

Sie leidet seitdem sie als "Screener", also als Verantwortliche von Drohnenkameras im Krieg eingesetzt wurde, unter Angstzuständen und Depressionen. Dr. Seinfeld wollte sie als berufsuntauglich einstufen.

Auch Mirhat Rojan (Cuco Wallraff) scheint ein Patient des Toten gewesen zu sein. Der polizeibekannte Kurde verlor während eines Drohnenangriffs im Irak seine beiden Kinder. Doch so sehr die beiden Ludwigshafener Kommissarinnen ihn auch suchen, von dem Mann fehlt jede Spur.

Odenthal und Stern befürchten, dass er sich auf einen Rachefeldzug befindet und ein Attentat auf Jason O’Connor (Peter Gilbert Cotton), Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, plant.

Mit ihrem Verdacht konfrontieren sie den Oberstaatsaatsanwalt (Max Tidorf), doch der will die US-Regierung nicht beunruhigen und lässt eine Fahndung nach Rojan nicht zu. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Hintergrund

Außerhalb der USA ist Ramstein Air Base (ca. zehn Kilometer westlich von Kaiserslautern) die personell größte Einrichtung der US Air Force.

Nach Recherche der ARD-Sendung "Panorama" steuerte eine Flugleitzentrale auf diesem deutschen US-Stützpunkt bereits seit 2011 Drohnenangriffe der US-Luftwaffe in Afrika. Auch werden von Ramstein aus Kampfdrohnen-Einsätze gegen mutmaßliche Terroristen im Irak, Afghanistan, Somalia, Jemen und in Pakistan geplant und umgesetzt.

Die 35-Jährige nur 162 Meter groß Theaterschauspielerin Lena Drieschner (Rolle Heather Miller) war bisher nur im Drama "Bube Stur" (2015) zu sehen. Hier überzeugt sie mit vollem Körpereinsatz. Gegenüber Kriminetz.de sagte sie: "Nachdem ich das Drehbuch gelesen habe, fragte ich Uli Hermann (SWR-Redakteur, Anm. der Redaktion), warum er an mich gedacht hat bei dieser Rolle. Er sagte, diese Figur ist so fertig mit der Welt, da hätte er ein gutes Bauchgefühl. Ich musste lachen, da das nicht nach einem Kompliment klang."

GOLDENE KAMERA-Filmbewertung

Beide Kommissarinnen müssen gleich bei ihrem ersten großen gemeinsamen Fall ohne Copper ordentlich einstecken – es wird blutig.

Die moderne Kriegsführung, wie sie hier dargestellt wird, macht Bauchschmerzen und geht unter die Haut. Insgesamt ist dieses sicher sehr wichtige Thema aber für einen "Tatort" zu gewaltig und lässt einen in dieser Vereinfachung etwas ratlos und zu wenig wachgerüttelt zurück.

Der "Tatort: Vom Himmel hoch" will nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Kamerafahrten gen Himmel sollen die Bedrohung zeigen, doch das gelingt nur bedingt. Überzeugend hingegen ist die Rolle der Soldatin Heather Miller in ihrer Zerrissenheit und ihrer abwechselnden Stärke und Schwäche, gekonnt gespielt von Lena Drieschner.