Josefine Preuß im Gruselthriller "Schattengrund"

Ein Harz-Thriller: Josefine Preuß in einer Bestsellerverfilmung nach Elisabeth Herrmann.

Was für eine seltsame Erbschaft! Einen Besen, einen Stein, eine Streichholzschachtel und ein Haus im Harz erhält die 28-jährige Berlinerin Nico Wagner (Josefine Preuß) von ihrer verstorbenen Tante. Die Testamentseröffnung steht am Anfang des Fernsehfilms „Schattengrund: Ein Harz-Thriller“. (Mo, 10. Dezember, 20.15. Uhr im Ersten und hier in der Mediathek)

Doch danach wird es erst richtig mysteriös und unheimlich. Nico reist in das Dorf Siebenlehen, um sich das Haus anzusehen. Als Kind war sie dort häufiger, erinnert sich daran aber nicht. Sie hat deshalb auch keine Erklärung dafür, warum sich die Dorfbewohner ihr gegenüber aggressiv und feindlich verhalten.

Trailer zu "Schattengrund"

Alle dort scheinen sie zu hassen. Irgendwann findet sie den Grund heraus: Er hat mit Aberglaube, einer stillgelegten Silbermine und spukenden toten Kindern zu tun. Und mit einem Familiendrama. Der Film basiert auf einem Roman von Elisabeth Herrmann, die auch das Drehbuch schrieb.

Der israelische Regisseur Dror Zahavi inszenierte die Geschichte als düsteren Genremix aus Gruselfilm und Thriller mit vielen unheimlichen Momenten. „Filme mit einem solch ungewöhnlichen Look gibt es noch zu selten im deutschen Fernsehen“, sagt Hauptdarstellerin Josefine Preuß. „Aber wir sind auf einem guten Weg und werden mutiger. Viele junge Regisseure lassen sich von internationalen Produktionen inspirieren. Das ist auch gut so, denn die Zuschauer sind anspruchsvoll und erwarten verlässlich außergewöhnliches Fernsehen.“

Mystische Atmosphäre im Harz-Thriller

Mit der Darstellung ihrer Figur wollte Josefine Preuß ihren Teil dazu beitragen. „Ich habe mich intensiv mit der Psychologie dieser Frau und mit dem Wesen von Traumata beschäftigt“, sagt sie. „Nico Wagner trägt ein verdrängtes Trauma in sich, dessen Ursache in dem Dorf zu finden ist. Immer wenn es schneit, wacht sie schweißgebadet auf. Sie muss die Gründe dafür herausfinden, um endlich inneren Frieden zu erlangen. Den Ausbruch ihres Traumas, ihre Angst in bestimmten Momenten darzustellen, das war eine spannende Herausforderung für mich.“

Gedreht wurde von Anfang November bis Mitte Dezember 2017 im Harz, meist in Wernigerode, unterhalb des Brockens. „Dieses schöne Fleckchen Erde war für unseren Film perfekt“, schwärmt Preuß. „Der Harz lebt von seinen Märchen, Mythen und Sagen. Es herrscht dort eine spezielle mystische Atmosphäre, die sich automatisch im Film niederschlägt.“

GOLDENE KAMERA Filmbewertung zu "Schattengrund":

Eisige Spannung mit Mystery-Atmosphäre. Viel mystisches Brimborium, das sich langsam zu einem guten Thriller entwickelt.