"Extraklasse": Axel Prahl als Lehrer wider Willen

In der Komödie "Extraklasse" bekommt es "Tatort"-Star Axel Prahl als Hilfspauker an einer Berliner Abendschule mit Problemschülern zu tun.

Beim "Tatort" aus Münster spielt er seit Jahren erfolgreich den schluffigen Kommissar Frank Thiel. Jetzt ist Axel Prahl mal wieder in einer ganz anderen Rolle zu sehen: Im TV-Film "Extraklasse" (Montag, 17. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF) gibt er den arbeitslosen Journalisten Ralph Friesner, der überraschend zum Aushilfslehrer wird.

Darum geht's in "Extraklasse"

Friesner befindet sich zu seinem 50. Geburtstag in einer Lebenskrise: Er bezieht Hartz IV, wurde von seiner Frau verlassen und teilt sich mit seinem ehemaligen Praktikanten (Max Hegewald) und dessen Oma (Katharina Thalbach) eine Wohnung. Dann verdonnert ihn die Arbeitsagentur auch noch zu einem Job: Er soll an einer Berliner Abendschule als Hilfslehrer tätig sein und dort Schüler unterrichten, die ihren Hauptschulabschluss nachholen wollen.

Friesners Klasse ist ein ziemlich bunter Haufen: Dort sitzen etwa ein 65-jähriger Analphabet (Vedat Erincin), ein kleinkrimineller Graffitisprayer (Dennis Mojen), ein Junge mit Downsyndrom (Nico Randel) und eine ständig übermüdete junge Mutter (Jennifer Ulrich).

Axel Prahl als Ralph Friesner

"Der arrogante Ralph Friesner hält seine Schüler zunächst für gescheiterte Existenzen", erzählt Axel Prahl über seine Figur. "Doch irgendwann setzt er sich mit ihren Lebensläufen und ihren Problemen auseinander. Friesner erkennt ihre Potenziale und setzt sich leidenschaftlich für sie ein."

Bei der Gestaltung seiner Rolle konnte Axel Prahl an eigene Erfahrungen anknüpfen: "Früher wollte ich mal Lehrer für Mathematik und Musik werden", erzählt er. "Ich habe das fünf Semester in Kiel studiert und dabei auch einige Stunden unterrichtet. Mir sind die Anforderungen an Lehrer also bekannt. Der Job des Lehrers ist dem des Schauspielers übrigens sehr ähnlich. Man hat einen Stoff, den man vermitteln möchte. Und das sollte man auf möglichst interessante Weise tun, und nicht immer dasselbe Repertoire abspulen – sonst ist man bei den Schülern als Langweiler abgestempelt."

Prahl selbst muss als Schüler eine Herausforderung für seine Lehrer gewesen sein: "Auf der Grundschule war ich der Klassenclown", erzählt der 58-Jährige, der sein Fachabitur später auf dem zweiten Bildungsweg erlangte. "Ich war schon damals einer der Kleinsten und musste meine geringe Körpergröße kompensieren. Das ging mit meiner großen Klappe ganz gut. Witz und Ironie lagen mir auch. Also hat man mich im Klassenzimmer vielleicht nicht gesehen, aber garantiert immer gehört."

Filmbewertung

Erzählt wird die Geschichte nicht als schweres Sozialdrama mit erhobenem Zeigefinger, sondern leicht, humorvoll und beschwingt. "Mit den Mitteln der Komödie wirbt der Film für Toleranz und Offenheit", so Prahl. "Viele Menschen sind heute allzu schnell bereit, über andere negativ zu urteilen. Stattdessen sollte man sich lieber ernsthaft mit seinen Mitmenschen befassen und auch vermeintlichen Versagern eine Chance geben. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass sich mit Filmen die Welt verändern lässt, aber vielleicht können wir mit 'Extraklasse' den einen oder anderen Gedankenanstoß geben."