"Stubbe - Tod auf der Insel": Wolfgang Stumph zum letzten Mal in seiner Paraderolle

Fast fünf Jahre nach seinem Abschied kehrt Wolfgang Stumph zurück als Kommissar a. D. – und kämpft mit Problemen des Älterwerdens.

Fünf Jahre ist es her, dass Stubbe in Pension ging. Nun kehrt der ehemalige TV-Kommissar mit dem Special "Tod auf der Insel" zurück (Samstag, 22. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF).

Darum geht's in "Stubbe - Tod auf der Insel"

Die berufliche Abstinenz hat ihm nicht gutgetan: Nach einem Herzinfarkt und einer OP reist er auf die Nordseeinsel Amrum. Das Rentnerdasein deprimiert ihn. "Ich bin erfolglos im Ruhestand", sagt er zu seiner Freundin Marlene (Heike Trinker), die sich von ihm getrennt hat. "Wo ist bloß mein alter Stubbe geblieben?", klagt sie. Doch dann wird eine Wasserleiche angespült – mit einer Schussverletzung im Gesicht...

Der Krimi ist ein melancholischer Film über das Älterwerden mit all seinen Schattenseiten. Für den 72-jährigen Stubbe-Darsteller Wolfgang Stumph war genau das der Grund, den Film zu drehen. Er wollte die Geschichte an die Lebenswirklichkeit der Zuschauer anlehnen: "Sie haben Stubbe 20 Jahre lang begleitet, sind mit ihm älter geworden und wollen nun wissen, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen ist."

"Meine Figuren tragen meinen 'Stumph-Sinn'"

Mehrere Angebote des Senders hatte Stumph zuvor abgelehnt. "Ich hatte nie geplant mit Stubbe weiterzumachen." Einen normalen Krimi wollte er schon gar nicht drehen. "Mord und Action interessieren mich nicht. Mir geht es um die Wirklichkeit der Menschen und ihre alltäglichen Probleme, die ich über Stubbe mit Empathie transportieren kann."

Erst als die Geschichte für ihn stimmig war, sagte Stumph zu: "Ich fühle mich meinen Zuschauern verpflichtet. Alle meine Figuren tragen meinen 'Stumph-Sinn' in sich. Sie haben meinen Horizont, meine Moral, meinen Charakter. Deshalb möchte ich mir treu bleiben und meinem Anspruch gerecht werden."

Der Film beschönigt das Altsein nicht. Stubbe fühlt sich ohne Aufgabe überflüssig, es mangelt ihm an Antrieb und Lebensfreude. Stumph: "Er fühlt sich nicht gebraucht. Das Gefühl kennen viele Menschen in dem Alter." Erst als er sich an den Ermittlungen in einem Mordfall beteiligt, weckt das seine eingeschlafenen Lebensgeister wieder.

Wolfgang Stumpf im "Unruhestand"

Anders als Stubbe fühlt sich Stumph im "Unruhestand". Er hat in den vergangenen Jahren Dokumentarfilme produziert und TV-Filme gedreht, etwa "Harrys Insel" zum Thema Sterbehilfe und das Flüchtlingsdrama "Der Blindgänger" – wichtige Themen, die ihm am Herzen liegen.

Damit er noch möglichst lange so weitermachen kann, achtet er auf seine Gesundheit, hält sich fit und ernährt sich "vernünftig". Gleichzeitig genießt er die Gelassenheit des Alters: "Die Hast ist weg. Man muss sich und anderen nichts mehr beweisen, sofern man zufrieden ist mit seinen Entscheidungen im Leben."

Ob er noch einen weiteren Stubbe drehen wird, lässt Stumph offen: "Ich muss das erst einmal sacken lassen." Genug zu erzählen gäbe es zwar noch. "Aber ich möchte ein gesundes Maß halten und muss sehen, welche Projekte mir am wichtigsten sind." Das ZDF spricht allerdings von einem einmaligen Comeback.