Schizophrene Schübe im "Tatort: Damian"

Böse Geister, Brandstiftung und Doppelmord im 3. "Tatort" aus dem Schwarzwald

Hauptdarsteller Hans-Jochen Wagner (in der Rolle des Friedemann Berg) litt während der Dreharbeiten des 3. Schwarzwald "Tatort: Damian" (23. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste) an einer Viruserkrankung. Für ihn ist Carlo Ljubek eingesprungen.

Darum geht's im "Tatort: Damian"

Franziska Tobler (Eva Löbau) muss auf ihren Kollegen Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) verzichten, der hat sich bei einem Skiunfall einen komplizierten Bruch zugezogen. Seine Vertretung Luka Weber (Carlo Ljubek) und sie versuchen den Doppelmord an einer 17-Jährigen und ihrem Tennislehrer auzuklären. Völlig übermüdet verhören sie zwei Verdächtige: der widerspenstige Peter Trelkovsky (Johann von Bülow) lebt zurückgezogen im Bauwagen. Er ist wegen Exhibitionismus bereits aktenkundig. Bei ihm finden sie auffällige Frauenunterwäsche und zwei tote Hunde. Doch eine Prostituierte bestätigt sein Alibi.

Und auch der zweite Verdächtige Damian, ein völlig überforderter Jurastudent, war zum Zeitpunkt des Mordes nicht alleine. Er lebt in einer Burschenschaft und setzt sich selbst unter großen Druck. Anstatt den Gasthof der Eltern zu übernehmen, setzt er alles daran Anwalt zu werden. Dabei verliert er den Sinn der Realität und driftet in Wahnvorstellungen ab. Einzig seine Freundin Mia (Lena Klenke) und Kumpel Georg (Enno Trebs) versuchen ihm beizustehen. Doch dann wird im Wald eine weitere Leiche in einer verbrannten Hütte gefunden.

Hintergrund

In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an Schizophrenie. Betroffen sind überproportional oft Menschen unter 30 Jahren. Thomas Prenn, der hier als Damian seine erste Hauptrolle überhaupt spielt, überzeugt als junger Erwachsener mit dieser Krankheit. Und auch Johann von Bülow ("Rufmord") und André Jung (GOLDENE KAMERA-Kandidat "Unterwerfung") sind hier großartig besetzt.

Die Drehbuchautoren Lars Hubrich und Stefan Schaller erklären, wie sie auf diesen Fall kamen: "Sowohl die Kommissare Tobler und Weber sind überarbeitet, als auch Damian. Dann kam uns die Idee wie die Geschichte des Studenten mit den Ermittlungen der Kommissare verbunden ist und wie das Ganze endet. Das vereinfacht das Schreiben des Drehbuchs enorm, wenn man früh eine so klare Vorstellung von dem Ende des Films, der Auflösung des Rätsels hat."

GOLDENE KAMERA-Filmbewertung

Still, eindringlich und bedrückend kommt der "Tatort: Damian" daher. Carlo Ljubek fügt sich unaufgeregt in die Rolle ein, er spielt so überzeugend, dass man in Zukunft auch gern mehr von ihm in Krimis sehen möchte. Wünschenswert wäre ein Dreier-Ermittlerteam! Erzählt wird hier wie jemand immer mehr durchdreht – das ist für einen "Tatort" ungewöhnlich und sicher nicht alltäglich und keine leichte Unterhaltung. Ganz klar, auf diesen Fall muss man sich also einlassen können. Gut ist es, dass trotz dieser intensiven Geschichte die Rolle des Damian nie komplett in den Mittelpunkt gerückt wird.