Im "Tatort: Der Turm" artet eine Sexparty aus

VIP-Dark-Rooms, Sexparties für wohlhabende Investoren und ein totes, halbnacktes Mädchen. Im "Tatort: Der Turm" (26. Dezember 2018, 20.15 Uhr) türmen sich in einem Bankenhochhaus dunkle Geheimnisse.

Die Frankfurter Kommissare Jannecke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch) stehen vor verschlossenen Türen. Sie müssen den Mord an einem jungen Mädchen aufklären und stoßen in einem Bankenhochhaus auf skrupellose, kriminelle Reiche, die mauern.

Darum geht's im "Tatort: Der Turm"

Unter einem der Frankfurter Bankentürme liegt eine Frauenleiche mit einer Tüte über dem Kopf. "Jetzt halten Sie mal die Füße still. Wir machen das gemeinsam!" Zu spät. Im Alleingang marschiert Kommissarin Anna Jannecke ohne ihren Kollegen Brix in den Büro-Komplex. Hier wird sie niedergeschlagen und kommt erst im Krankenhaus zu sich. Schädel-Hirn-Trauma! Trotz der Warnung des Arztes, sie müsse sich schonen, entlässt sich die Kommissarin selbst.

Indessen forscht Brix nach und stößt schnell an die Grenzen des hermetisch abgeriegelten Bankenturms. Mühsam versucht er mit Janneke aus den Fotos und ihren Erinnerungsfetzen ein Bild zusammenzusetzen. Alles deutet darauf hin, dass die tote Frau an einer wilden Sexparty für wohlhabende, skrupellose Investoren teilgenommen hat.

Hintergrund

In der Rolle der Juristin und kommissarischen Geschäftsleiterin Rothmann ist Katja Flint (59, "Marlene") zu sehen. Zuletzt spielte sie im TV-Film "Frankfurt Dezember '17" mit.

Rauand Taleb (hier in der Rolle eines IT-Nerds, der vertrauliche Dokumente preisgeben will) kennen die Zuschauer bereits als Zeki aus "4 Blocks" (GOLDENER KAMERA-Preisträger 2018). In der zweiten Staffel wird diese Rolle konsequent ausgebaut.

GOLDENE KAMERA-Filmkritik

Die Grauzone zwischen subjektivem Erinnern und objektiver Wahrheit wird spannend dargestellt. Ansonsten hält sich die Spannung aber eher in Grenzen. Das Szenario als solches ist mit ohnmächtigen Kommissaren gegen den Finanzriesen gut gesetzt. Geld regiert eben die Welt. Doch von dieser Welt ist kaum etwas zu sehen, von ihr wird nur erzählt, was sie noch bedrohlicher macht. Ein fast schon minimalistischer Krimi mit bitterem Nachgeschmack. Der "Tatort: Der Turm" entlässt die Zuschauer nachdenklich aus den Feiertagen.