"Gottes Werk und Satans Kohle": Wilsberg muss ins Kloster

Als Privatdetektiv Wilsberg ist Leonard Lansink im ZDF extrem erfolgreich. Nun löst er mit Herz und Humor seinen 62. Fall und wird im Kloster einquartiert.

Dass ausgerechnet das beschauliche Münster zur Krimihochburg wurde, verdankt es nicht allein den „Tatort“-Stars Thiel und Börne. Auch Privatdetektiv Wilsberg ist dort seit 24 Jahren mit seinem Antiquariat zu Hause. Unterdessen können Fans sogar Stadttouren auf den Spuren ihrer TV-Helden buchen. Wilsberg ist in dieser Woche zum 62. Mal im Einsatz: In seinem neuen Fall „Gottes Werk und Satans Kohle“ (Sa, 12. Januar, 20.15 Uhr im ZDF und bereits in der Mediathek) bekommt er es mit einem teuflischen Verbrechen zu tun. Doch auch das dürfte ihm himmlische Quoten bescheren: 2018 erreichte die Episode „Morderney“ mit 8,3 Millionen Zuschauern einen neuen Rekord.

Warum ist Wilsberg der Liebling der Zuschauer?

Das Erfolgsrezept heißt anscheinend: Kontinuität. Seit den Anfangstagen hat sich nicht viel verändert. Der „Chaosdetektiv“ und „Westfalen-Columbo“, wie ihn das ZDF nennt, ist eine verkrachte Existenz: beziehungsunfähig, ständig pleite, immer unterschätzt. Nichte Alex (Ina Paule Klink) wirft ihm vor, er stehe immer auf der Seite der Verlierer. Am Ende aber setzt sich der Phlegmatiker mit Charme und Cleverness durch und bleibt der moralische Sieger. Für „Wilsberg“ ist Leonard Lansink die Idealbesetzung. ZDF-Redakteur Martin R. Neumann nennt ihn einen „Glücksfall“. Kaum zu glauben, dass er gar nicht von Anfang an dabei war. In Folge 1 spielte noch Joachim Król die Hauptrolle, die nach den „Wilsberg“-Romanen Jürgen Kehrers entstand. Damals war der Detektiv noch Briefmarkenhändler. Als Król ausstieg, gab es eine TV-Pause, ehe Lansik 1998 mit der Figur des Antihelden die Rolle seines Lebens übernahm: „Am Anfang hatten wir keine Vorstellung, wie sich das entwickelt.“

Unspektakulär und unaufgeregt löst Wilsberg seine oft skurrilen Fälle. Der Genremix aus Krimi und Komödie wurde beim ZDF anfangs kritisch gesehen. Aber genau diese Mischung schätzen die Fans, ebenso wie den Verzicht auf harte Gewalt. Da die Einschaltquoten von Anfang an überdurchschnittlich gut waren, wurde der Sendeplatz von Montag auf Samstag geschoben, die Schlagzahl auf vier Folgen pro Jahr erhöht. Unterdessen ist das Team den TV-Zuschauern ans Herz gewachsen: Rita Russek als Kommissarin Springer, Roland Jankowsky als einfältiger Polizist Overbeck, Ina Paule Klink als Nichte Alex und Oliver Korittke als Freund Ekki.

Ursprünglich gehörte auch Heinrich Schafmeister alias Kumpel Manni dazu. Als er 2004 ausstieg, gab es einen Aufschrei enttäuschter Fans. „Ich werde heute noch als Manni angesprochen“, sagt Schafmeister 14 Jahre nach seinem Abschied. Aber die Fans dürfen sich freuen: Er taucht bald wieder auf. Als Running Gag wird regelmäßig das benachbarte Bielefeld erwähnt, wo Manni nun im Bauamt arbeitet. Dort wurden gerade zwei Episoden abgedreht. Bevor es zum Wiedersehen mit dem alten Wegbegleiter kommt, muss sich Wilsberg aber erst mal um das Seelenheil zweier Nonnen kümmern:

Darum geht's in "Gottes Werk und Satans Kohle

Ordensschwester Christa hat an der Börse Geld angelegt und dabei ein glückliches Händchen bewiesen: 1,5 Millionen Euro Spekulationsgewinne. Das Geld wurde bis auf einen kleinen Restbetrag abgehoben und ins Kloster gebracht. Als die Äbtissin von der unglaublichen Summe erfährt, fordert sie, das Geld sofort wieder zurückzubringen. Doch das Geld ist weg. Wilsberg soll herausfinden, wo die erwirtschafteten 1,5 Millionen geblieben sind. Während er sich in eines der kargen Fremdenzimmer einquartiert, um im Kloster zu ermitteln, treibt sich Alex dort im Auftrag von Arthur Hollerbach herum. Der Bauunternehmer plant, das marode Kloster zu kaufen und umzubauen. Der Konflikt ist programmiert.

Ein lässiger Kirchgang des Wilsberg-Teams. Gott sieht alles am - am liebsten Wilsberg!

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