"Die Unsichtbaren - Wir wollen leben": Fesselndes Zeitzeugenporträt

"Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" erzählt die wahre Geschichte von vier jüdischen Jugendlichen, die sich während des der NS-Zeit in Berlin erfolgreich ihrer Deportation widersetzten.

Mit aufwendigen Spielszenen und vielen deutschen Stars wie Ruby O. Fee schildert das Drama "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" (16. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) ein wenig bekanntes NS-Kapitel: den Überlebenskampf junger Juden in Berlin.

Trailer zu "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben"

Darum geht's in "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben"

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für "judenrein" erklärt. Tatsächlich gelingt es einigen jungen Juden, für die Behörden unsichtbar zu werden. Vier dieser Überlebensgeschichten erzählt der zum Teil dokumentarische Spielfilm.

Der Grafiker Cioma Schönhaus (Maximilian Mauff) fälscht heimlich Pässe und versucht so, das Leben Dutzender anderer Verfolgter zu retten. Hanni Lévy (Alice Dwyer) blondiert sich die Haare, um sich als Arierin auszugeben. Eugen Friede (Aaron Altaras) wird von von seinem nichtjüdischen Stiefvater bei einer deutschen Familie in der Uniform der Hitlerjugend versteckt – und verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Ruth Arndt-Gumpel (Ruby O. Fee) gibt sich als Kriegswitwe aus und serviert NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen. Die echten Protagonisten kommentieren in Interviews die Ereignisse.

Hintegrund

Das Drehbuch basiert auf Interviews, die Regisseur Claus Räfle und seine Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt haben. Das Doku-Drama feierte nach seiner Premiere im Herbst 2017 im Rahmen des Filmfest Hamburg auch international große Erfolge. Der Kinostart in den USA ist am 25. Januar 2019.

Filmbewertung

Einfühlsam, beklemmend und erstaunlich humorvoll verweben die Macher die Spielhandlung mit Interviewausschnitten und Archivaufnahmen zu einem dichten, emotional bewegenden Ensembledrama. So entsteht ein eindringliches Kaleidoskop menschlicher Stärke, das in Zeiten zunehmender aggressiver Judenfeindlichkeit beklemmend aktuell ist.