"Scheidung für Anfänger": Sawatzki und Berkel über ihre Ehehölle

Im TV-Film "Scheidung für Anfänger" (26. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) liefern sich Christian Berkel und Andrea Sawatzki einen Rosenkrieg. Wir trafen die zwei Hauptdarsteller zum Interview.

Zusammenbleiben, bis dass der Tod sie scheidet: Das haben sich Anja (Andrea Sawatzki) und Christoph (Christian Berkel, GOLDENE KAMERA 2009) am Tag ihrer Hochzeit geschworen. 24 Jahre später ist die Ehe der Bremermanns am Ende. Ihr Plan: eine friedliche Trennung. Doch das arglose Paar hat die Rechnung ohne seine Anwälte gemacht: Die gewieften Juristen entfachen einen Rosenkrieg. GOLDENE KAMERA traf die Filmstars Berkel und Sawatzki, die im wahren Leben seit 2011 verheiratet sind, zum Interview:

Andrea Sawatzki und Christian Berkel über "Scheidung für Anfänger"

Sendehinweis: "Scheidung für Anfänger" ist bis zum 26. April auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Interview mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel

GOLDENE KAMERA: Wie viel Spaß hat es gemacht, sich vor der Kamera zu prügeln?

ANDREA SAWATZKI: Das war sehr lustig!

CHRISTIAN BERKEL: Aber ich musste furchtbar aufpassen, als ich mit der Tennisballwurfmaschine beschossen wurde. Das wäre fast ins Auge gegangen. Andrea hat mir nichts geschenkt.

Was denkt man als verheiratetes Schauspielerehepaar, wenn man ein Drehbuch über ein scheidungswilliges Ehepaar angeboten bekommt?

SAWATZKI: Wir waren grundsätzlich interessiert, weil es keine reine Schenkelklopferkomödie ist, sondern die Figuren tiefgründiger angelegt sind. Und weil das Ehepaar darunter leidet, dass alles so verfahren ist. Zudem hat uns die Sprachlosigkeit des Paares sehr mitgenommen.

Führen Sie eine glückliche Ehe? Und falls ja: Wie funktioniert das?

BERKEL: Ja, unsere Ehe ist sehr glücklich. Das "Erfolgsgeheimnis" sind Neugierde und Aufmerksamkeit – für den anderen und sich selbst. Eine Beziehung ist immer so gut, wie sie beiden Partnern Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

SAWATZKI: Gleichberechtigung ist ebenfalls sehr wichtig. Ich bin für die Emanzipation – aber innerhalb meiner Beziehung etwas altmodisch. Wenn ich zu Hause bin, sehe ich meine Aufgabe als Hausfrau und Mutter. In unserer Beziehung hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen, dass ich leidenschaftlich gern den Haushalt schmeiße und ebenso gern koche und mich um die Kinder kümmere.

Wie sieht ein Ehekrach im Hause Berkel/Sawatzki aus?

BERKEL: Tellerschmeißer sind wir nicht. Dazu mögen wir unsere Teller zu sehr.

SAWATZKI: Die einzigen Differenzen sind, dass Christian das Schlafzimmerfenster nachts schließt und im Winter heimlich die Heizung aufdreht.

BERKEL: Weil ich eine Frostbeule bin! Übrigens habe ich schon von vielen Paaren gehört, dass die Frauen regelmäßig die Fenster aufreißen, weil sie am liebsten eine Grundtemperatur von minus zehn Grad im Schlafzimmer haben möchten.

SAWATZKI: Wir sind eben zwei Menschen mit unterschiedlichen Temperamenten …

Warum haben Sie Ihre Nachnamen behalten, statt sich in Andrea Berkel oder Christian Sawatzki umzubennen?

SAWATZKI: Der Grund ist, dass wir schon vor der Eheschließung unter unseren jetzigen Namen bekannt waren – und auch keine Lust auf einen Doppelnamen hatten. Trotzdem war es mir sehr wichtig, dass die Kinder Berkel heißen.

Wie wichtig ist Monogamie für eine glückliche Beziehung?

BERKEL: Für uns ist sie wichtig. Ich glaube nicht an offene Beziehungen.

SAWATZKI: Wenn man immer weglaufen kann, wenn einem gerade etwas nicht passt, wird alles austauschbar. Dann verliert man die Lust am Kämpfen.

Ist es denkbar, dass die Geschichte über Ihr scheidungswilliges TV-Ehepaar – die Bremermanns – weitergeht?

BERKEL: Nein! Aber …

SAWATZKI: … es gibt Überlegungen, uns wieder zusammen vor die Kamera zu holen.

BERKEL: Und das in einer derart interessanten Konstellation, dass mir momentan kein Beispiel einfällt, wo ich etwas Vergleichbares schon mal gesehen haben könnte.

SAWATZKI: Doch bevor das nicht spruchreif ist, möchten wir nicht drüber reden.

Passiert es oft, dass Filmproduzenten Sie gemeinsam verpflichten möchten, weil sie sich davon versprechen, einen Film besser vermarkten zu können?

SAWATZKI: Ja. Aber meistens ist es nicht wirklich interessant. Und der Marketinggedanke ist uns natürlich viel zu wenig. Wir möchten nur Filme drehen, die wir uns selbst gern anschauen würden.

Haben Sie einen Ehevertrag?

BERKEL: Die Ehe ist ein Vertrag.

SAWATZKI: Und dem hatten wir nichts hinzuzufügen.

BERKEL: Außerdem fühlt es sich komisch an, wenn man gleich am Anfang versucht, sich gegen das Ende abzusichern.

Ihre Meinung über die Ehe für alle?

BEIDE: Entweder für alle oder für keinen.