Rocco Schiavone: Der neue Italo-Cop im Ersten

Von der Pistenraupe überfahren: Der erste Fall für den zynischen Kommissar nach seiner Strafversetzung ins Aostatal ist blutig.

Nachdem "Mankells Wallander" 2017 seinen Dienst quittieren musste, waren mit "Maria Wern", "Irene Huss" und "Anika Bengtzon" zuletzt drei weibliche Ermittlerinnen aus dem Ausland für das Erste im Einsatz. Mit Rocco Schiavone (Marco Giallini) wurde jetzt wieder ein männlicher Kollege verpflichtet und der stammt diesmal nicht aus Skandinavien.

In der sechsteilige Reihe „Der Kommissar und die Alpen", die von der ARD in Zusammenarbeit mit der italienischen Rai produziert wurde, kommt mit Rocco Schiavone ein eingefleischter Römer zum Einsatz, der mit seiner Versetzung ins Aosta-Tal hadert. ("Der Kommissar und die Alpen: Schwarze Piste", Samstag, 26. Januar, 21.45 Uhr im Ersten). Ein herber Rückschlag für den Lebemann, der in Rom in dubiose Geschäfte verwickelt war und jetzt seinen ersten Fall in den Alpen aufklären muss. Der Kommissar im Rang eines Vice-Questore, ist nicht unbedingt das, was man unter einem vorbildlichen Polizisten versteht: Er ist launisch, zynisch, nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau und kifft auch mal im Dienst.

Worum geht's im ersten Fall "Schwarze Piste?

Ein Mann wird abends von einer Pistenraupe überfahren. Luisa Pec, die Frau des Toten, trifft die Nachricht wie ein Schlag. Ihr Mann und sie wollten ihr Haus in einen modernen Berggasthof umbauen, und sie ist gerade schwanger. Schiavones erster Verdacht richtet sich gegen den ehemaligen Verlobten Luisas, einen gewissen Omar. Es zeigt sich aber, dass Luisa nicht aufrichtig ist: Ihr Mann war zeugungsunfähig.

Nicht nur das raue Klima der Bergregion macht ihm bei der Aufklärung des Falls zu schaffen, auch von manchem in seinem Team fühlt der Städter sich genervt. Allein seinem Assistenten Italo Pierron und der Polizistin Caterina Rispoli traut er Verantwortung zu. Während Schiavone über Motiv und Täter rätselt, verleitet ihn ein enger Freund aus Rom zu einer illegalen Aktion um einen Marihuana schmuggelnden LKW. Als hätte sich alles gegen Schiavone verschworen, läuft selbst dieser ausgeklügelte Coup nicht wie geplant.

Wer spielt den neuen Kommissar?

Unter der Regie von Michele Soavi spielt der italienische Charakterdarsteller Marco Giallini (55) den vielschichtigen Ermittler. Der gebürtige Römer Giallini war 2012 in "A.C.A.B.: All Cops Are Bastards" zu sehen, der Filmadaption des gleichnamigen Romans von Carlo Bonini. Der Film erzählt die Geschichte von drei Polizisten, die zu einer handverlesenen Gruppe von mobilen Polizeikräften in Rom gehören und jeden Tag mit Verachtung und sinnloser Gewalt konfrontiert werden.

"ACAB – All Cops Are Bastards" mit Marco Giallini

Lohnt sich der "Kommissar und die Alpen"?

Ein zynisches Raubein und ein packender Fall. Düster, spannend, überzeugend! Die italienische Krimi-Reihe kann es mit der skandinavischen Konkurrenz ohne weiteres aufnehmen.

Den nächsten Film der Reihe zeigt Das Erste am 16. Februar: „Der Kommissar und die Alpen – Sieben Jahre sterben“.