Thomas Loibl: Von der Bühne auf den Bildschirm

Zum ersten Mal ermittelt Thomas Loibl als Kommissar in "Kühn hat zu tun". Eine Rolle, die ihm auf dem Leib geschneidert ist. Doch nicht nur in vertrauten Rollen fühlt er sich wohl.

Am Mittwoch, dem 30. Januar um 20.15 Uhr ermittelt Thomas Loibl im Ersten als Kommissar Martin Kühn in "Kühn hat zu tun". Und der hat nicht nur viel zu tun, sondern es hapert bei ihm auch an der Work-Life-Balance: Geplagt von seinen noch nicht verarbeiteten Traumata und durch finanzielle wie familiäre Belastungen gefordert, bekommt er es auch noch mit einem entführten Nachbarskind zu tun und dann wird hinter dem Garten der Kühns die übel zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden. Kein Wunder, dass Kühn Stress-Symptome zeigt, sogar unter Visionen leidet...

Mit Jan Weilers Romancharakter des Ermittlers und Familienvaters Kühn übernimmt der fast 50-jährige Loibl eine auf seinen Leib geschneiderte Rolle, denn Kühn ist ihm sehr vertraut: "Die ganze Sozialisation von ihm kenne ich. Die Musik, das Aufwachsen, die Leute aus dem Viertel, die dann plötzlich kriminell werden. Er ist groß, so wie ich. Mich erinnert er so ein bisschen an einen großen, etwas älteren, schon ein wenig graue Haare habenden Hütehund. Aber ein Mischling, nichts Edles. Durchsetzungsfähig eigentlich, treu. (...) Das ist mir alles sehr, sehr nahe. Ich liebe auch diese Normalität."

Thomas Loibl in "Kühn hat zu tun"

Doch nicht nur in vertrauten Rollen überzeugt der 49-Jährige mit seinen Darstellungen: Aktuell spielt er im Zweiteiler "Bier Royal" (am 28. und 30. Januar, 20.15 Uhr, im ZDF und hier in der ZDF-Mediathek) den knallharten Verleger Constantin von Spreti, der seine Mitarbeiterin Renate Rottmann (Ulrike Kriener) antreibt, immer neue Geheimnisse der Brauereifamilie ans Licht zu bringen.

Durchbruch mit "Toni Erdmann"

Spätestens seit seiner Rolle als Chef einer Consulting-Firma in Maren Ades preisgekrönten Kinofilm "Toni Erdmann" (2016) befindet sich Thomas Loibl in der ersten Schauspielliga. Im GOLDENE KAMERA-Kandidat "Sieben Stunden", der der Jury der GOLDENEN KAMERA 2019 zur Beurteilung vorgelegt wurde, spielt er den verständnisvollen Verlobten von der Cheftherapeutin in einem Hochsicherheitsgefängnis Hanna Rautenberg (Bibiana Beglau), die von einem verurteilten Frauenmörder in ihrem Büro als Geisel genommen und mehrmals vergewaltigt wurde. Die sieben Stunden haben ihr Leben zerstört. Und obwohl ihr Verhältnis zu ihrem Verlobten nachhaltig Schaden nimmt, heiraten sie - doch die Hochzeit gerät zur Trauerfeier. Wie sensibel er auch immer ist, sie weist ihn zurück.

Starke Theaterpräsenz

Thomas Loibl stand bereits mit acht Jahren in seinem Heimatdorf auf der Bühne. Nach seiner Schulzeit ging er an die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Direkt im Anschluss bekam er ein Engagement am Düsseldorfer Schauspielhaus. Danach folgten das Volkstheater München, Schauspielhaus Zürich und das Staatstheater Stuttgart. Von 2001 bis 2009 war er festes Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel. Ab 2010 folgte eine Zeit als freischaffender Schauspieler. 2016 kehrte er als festes Ensemblemitglied wieder zurück zum Bayerischen Staatsschauspiel. 2017 erhielt er den Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters für besondere künstlerische Verdienste.

Obwohl er in Stuttgart und Zürich am Theater spielte, blieb der gebürtige Rheinländer München immer treu und ist nie von dort weggezogen. Er liebt die Großstadt. Kaum vorstellbar für ihn, jemals in eine Reihenhaussiedlung zu ziehen - wie Martin Kühn.