Petra Schmidt-Schaller: "Ich kann keine Horrorfilme gucken"

Petra Schmidt-Schaller (38).
Petra Schmidt-Schaller (38).
Foto: GOLDENE KAMERA
GOLDENE KAMERA sprach exklusiv mit Petra Schmidt-Schaller über ihren neuen TV-Thriller "Getrieben" (25. Februar, 20.15 Uhr, ZDF).

Der Psychothriller "Getrieben" setzt auf Extreme. Und ist extrem spannend: Psychologin Kara Bischoff (GOLDENE-KAMERA-Preisträgerin Petra Schmidt-Schaller) und ihre Exgeliebte, Hauptkommissarin Sibylle Deininger (Ulrike C. Tscharre), jagen einen Serienkiller, der Frauen stundenlang quält und dann tötet. Wir sprachen mit Petra Schmidt-Schaller über ihre Rolle.

Interview mit Petra Schmidt-Schaller

In "Getrieben" jagen Sie einen fassadenkletternden Frauenmörder. Was war der Reiz an der Rolle der Psychologin Kara, die den Täter gemeinsam mit ihrer ehemaligen Partnerin jagt?

Petra Schmidt-Schaller: Mich hat das Verhältnis der beiden Frauen gereizt! Denn obwohl sie frisch getrennt sind, müssen sie gemeinsam ermitteln. Außerdem fand ich das psychologische Thema der sogenannten "destruktiven Symbiosen"spannend. Über dieses zerstörerischen Kräfte, die auch unmittelbar mit dem Fall zusammenhängen, doziert Kara in ihren Vorlesungen.

Die Bildergalerie zu "Getrieben":

War der Dreh – trotz der extremen Szenen – ein Dreh wie jeder andere? Oder hat das beklemmende Thema Ihre Gefühle beim Drehen beeinflusst?

Ein wenig! Aber weil wir den Showdown zuerst gedreht haben, war die schlimmste Last bereits von uns genommen…

Kara therapiert einen von Matthias Matschke dargestellten Patienten mithilfe von Zeichnungen und Traumdeutung. Wussten Sie vorher schon, dass unser Unbewusstes in den Träumen so viel über verdrängte Traumata verrät?

Jein. Ich wusste, dass Traumatherapie auf unterschiedlichen Ebenen funktioniert – aber dass wiederkehrende Träume möglicherweise auch einen Zugang zu einem Trauma schaffen können war mir so nicht klar.

"Getrieben" ist nicht Ihr erster Krimi. Wie verändert sich die Wahrnehmung für einen Schauspieler, wenn man vor der Kamera so oft mit Mord und Totschlag zu tun hat? Wird man dadurch sensibler und aufmerksamer für Gefahren und Verbrechen?

Auf jeden Fall – aber bei weitem nicht so sehr, dass ich hinter jeder Ecke eine Katastrophe oder das nächste Verbrechen vermute. Doch natürlich guckt man sich die Menschen dadurch anders an, und man weiß, dass ein bewegendes Element bei vielen Verbrechen das Geld oder unmittelbare Beziehungstaten sind.

Haben Sie schon mal "ermittelt", warum die Lust der Deutschen am Krimi und am aus dem Fernseher tropfenden Blut so ungebrochen ist?

Nein, ich habe keine Ahnung. Aber ich glaube, dass es für manche Zuschauer ein befreiendes Gefühl ist, zuhause zu sitzen, und sich schön zu gruseln. Denn – mal ehrlich! – natürlich möchte niemand in der Realität erleben, was manchen Fernsehcharakteren zustößt. Ich persönlich kann keine Horrorfilme schauen, weil ich dann nachts nicht schlafen kann.

Wurde bei Ihnen schon mal eingebrochen?

Nein. Aber ich habe zwei Bekannte, denen das passiert ist. Beide haben mir berichtet, dass sie sich anschließend "nackt in der eigenen Wohnung" gefühlt haben. Eine meiner Bekannten hat den Täter übrigens in flagranti ertappt, weil er an ihr vorbeigerannt ist. Das war richtig gruselig.

Ist es denkbar, dass "Getrieben" der spannende Auftakt zu einer lockeren ZDF-Reihe mit Ihnen und Ulrike C. Tscharre ist?

Es stand zumindest mal im Raum. Aber konkrete Pläne gibt’s nicht.

Schlussfrage: Was ist Ihr nächstes spruchreifes, filmisches Projekt?

Ein historischer ARD-Spionagethriller namens "Wendezeit". Die Ausstrahlung ist voraussichtlich im Oktober.

Interview: Mike Powelz