Matthias Koeberlin: Der Mann für Millionen

Zum TV kam Matthias Koeberlin durch Zufall. Heute zählt er zu den Spitzenstars. Im ARD-Krimi "Hartwig Seeler" ermittelt er als Privatdetektiv.

Schon wieder glänzt Matthias Koeberlin in einer starken Rolle: Im neuen Krimi "Hartwig Seeler: Gefährliche Erinnerung" (Samstag, 11. Mai, 20.15 Uhr im Ersten) spielt er den Expolizisten Seeler, der als Privatdetektiv Menschen aufspürt, die spurlos verschwunden scheinen.

Traumquoten für Matthias Koeberlin

Heimlich, still und leise hat es Koeberlin in die Top-Liga des Fernsehens geschafft. Filme mit dem 44-Jährigen erzielen Traumquoten: Bis zu fünf Millionen Zuschauer verfolgten die ZDF-Reihe "Kommissar Marthaler". Mit mehr als acht Millionen erreicht die Reihe "Die Toten vom Bodensee" ebenfalls im ZDF derzeit "Tatort"-Niveau.

Erstaunlich, denn ursprünglich hatte Koeberlin ganz andere berufliche Ziele. "Dass ich Schauspieler geworden bin, war erst mal eine Notlösung", erzählt er. "Ich wollte eigentlich Journalist werden, aber für die wichtigen Studiengänge war mein Abitur zu schlecht. Irgendwann hatte meine Mutter die glorreiche Idee mit der Schauspielerei. Ich bewarb mich an der Hochschule in Potsdam – und wurde genommen."

TV-Debüt bei "Schimanski"

Das TV-Debüt gab er 1998 bei "Schimanski" in der Folge "Rattennest", vier Jahre später wurde er durch seine Rolle als Archäologe im Abenteuerfilm "Das Jesus-Video" einem großen Publikum bekannt. Seit ein paar Jahren ist er auffällig oft als Ermittler zu sehen. "Das ist purer Zufall", sagt er. "Ich suche solche Rollen nicht gezielt, aber ich mag Krimis. Mit diesem Genre lassen sich tolle Geschichten erzählen."

Ungewöhnlich, wie konsequent Koeberlin bei der Auswahl seiner Rollen ist. Etwa bei der beliebten "Marthaler"-Reihe, in der er fünfmal den Kommissar gab. "Es wird keine weiteren Folgen mit mir als Marthaler geben, die Figur ist für mich auserzählt", sagt er. "Man sollte zum richtigen Zeitpunkt aufhören und nicht nur deshalb weitermachen, weil die Quoten gut sind. Diese Entscheidung habe ich mit einem weinenden Auge getroffen, weil mir die Arbeit viel Spaß gemacht hat – aber es gehen immer wieder neue Türen auf."

Matthias Koeberlin als Hartwig Seeler

Etwa die zu "Hartwig Seeler". Im ersten Fall stößt der Detektiv bei der Suche nach einer jungen Frau auf eine spirituelle Sekte mit Hauptsitz in Kroatien. Dort versuchen die Mitglieder, Traumata durch Hypnose zu überwinden. Seeler schließt sich der Kommune zum Schein an. Auch er selbst trägt schwer an einer seelischen Last: Seine Frau kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

"Die Figur besitzt Potenzial und hätte sicher einen zweiten, dritten Teil verdient", sagt Koeberlin. "Die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Man muss erst abwarten, wie sie beim Publikum ankommt, danach sehen wir weiter. Ich kann mir jedenfalls vieles vorstellen."

Bildergalerie: "Hartwig Seeler – Gefährliche Erinnerung"