Sie bringen Deutschland zum Lachen!

Von Chris Tall bis Luke Mockridge – diese Comedians strapazieren das Zwerchfell. GOLDENE KAMERA sprach exklusiv mit Johann König und stellt 44 der angesagtesten Comedy-Stars vor.

Zur fünften Jahreszeit wird nicht nur ordentlich gefeiert und getanzt, sondern vor allem gelacht. Auf den Bühnen in Köln, Düsseldorf und Mainz versammeln sich die Top-Comedians. Aber auch für die Zeit nach Fastnacht stellt GOLDENE KAMERA 44 Comedy-Stars vor, die die Zuschauer unbedingt im Blick behalten sollten und die derzeit mit ihren Programmen durch Deutschland touren (s. Bildergalerie).

Johann König bei Nuhr im Ersten

Unter Garantie ist für jedem was dabei – denn unterschiedlicher könnte der Humor dieser Fernsehstars nicht sein. GOLDENE KAMERA traf einen zum Interview, der schon seit über 20 Jahren die Zuschauern zum Lachen bringt und sich als Wahlkölner bestens mit Karneval auskennt: Johann König.

GOLDENE KAMERA: Magst Du Karneval?

Johann König: Ich habe den Karneval lieben gelernt. Die Kölner reden viel, besonders an Karneval. Das ist als Westfale schon schwer zu ertragen, ich bin eher wortkarg. Irgendwann ist man drin -aber das geht nicht ohne Alkohol.

Wie feierst Du Karneval?

Zuerst gehe ich in den Kindergarten, da müssen um elf Uhr die Eltern mit hin und haben die Aufsichtspflicht, sonst darf das Kind nicht dabeibleiben. Am Wochenende flüchtet meine Frau mit unseren drei Kindern und ich feiere vier Tage alleine.

Gehst Du dann in die Kneipen oder zu Sitzungen?

Ich bin auf jeden Fall beim Straßenkarneval dabei. In meinem Viertel spielen Bands und die Funkenmariechen fliegen durch die Luft. Freitag bin ich bei einer geschlossenen Veranstaltung da tritt Kasalla auf, Samstag Geisterzug und Montag natürlich der Rosenmontagszug.

Trittst Du selber auch auf?

Vor drei Jahren habe ich es mal versucht. Das hat überhaupt nicht funktioniert, weil ich ja nicht im klassischem Sinne Witze erzähle, sondern Geschichten. Da hört keiner zu. Die Karnevalszuschauer wollen Witze und Musik. Ich habe dann ein Lied gesungen- das ging dann. Aber mein Humor passt nicht in den Karneval.

Von welchem Comedian würdest Du Dir eine Sitzung anhören?

Die haben ja nur ihre fünf Minuten. Wenn Karneval und Sitzung dann Markus Krebs. Der erzählt einfach nur Witze und passt super in den Karneval.

Und welche Comedians siehst Du ansonsten am liebsten?

Helge Schneider, Kurt Krömer, Olaf Schubert – das sind so Künstler, mit denen ich mich vom Humor her verbunden fühle.

Das sind ja eher die "klassischen" Comedians. Was ist mit den neuen Künstlern wie Chris Tall und Luke Mockridge. Inspirieren die Dich?

Nein (lacht). Chris Tall und Luke Mockridge sind ja gerade die größten Hallenfüller der Republik. Sie sind Popstars, fast schon Teenie-Idole. In den Shows sitzen 20-Jährige. Zu mir kommen auch die 40-Jährigen, das ist eine andere Generation, mit ganz anderen Themen. Deswegen können die Jüngeren mich nicht wirklich inspirieren. Aber ich habe sie privat kennengelernt. Das sind ganz nette Kollegen. Sie surfen nur auf einer anderen Wellenlänge als ich.

Gibt es Konkurrenzdenken?

Nein, die Comedians nehmen sich nicht gegenseitig das Publikum weg. Jeder Zuschauer sucht sich seinen Comedian, der seinem Humor entspricht. Und wir können alle gut davon leben.

Du bist schon seit über 20 Jahren im Geschäft. Wie schafft man das, so lange komisch zu bleiben? Hast Du Tipps für Mockridge & Co.?

Man muss authentisch bleiben. Ich mach immer das, was ich selber lustig finde. Ich glaube nicht, dass ein Comedian 20 Jahre lang Stadien füllen kann. Es gibt immer einen großen Hype – wie um Mario Barth. Aber auch der kann nicht jedes Jahr das Olympiastadion füllen.

Und wie läuft das bei Dir?

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Zuschauer in meine Shows, das ging langsam, aber stetig nach oben. Wichtig ist, dass man mit seiner eigenen Qualität einverstanden ist. Ich habe immer sauber abgeliefert. Das Programm, das ich jetzt spiele ("Jubel, Trubel, Heiserkeit"), habe ich ständig geändert. Jetzt nach 50 Shows bin ich zufrieden.

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Man muss Glück haben, um überhaupt so eine Komik zu entwickeln. Ich habe am Anfang Glück gehabt, weil ich ja auch nicht wusste, dass ich komisch bin. Nie hätte ich gedacht, dass das so lange gut geht. Ich denke immer, wann merken die Leute eigentlich, dass das nur ein Hobby von mir ist?

Beauftragst Du auch Autoren?

Nein, ich habe keine Autoren, keinen Regisseur. Ich mache alles allein. Auch wenn das kaum noch üblich ist. Eine Pointe ist wie ein Tor beim Fußball. Wenn er reingeht, jubeln alle. Ich habe es einmal mit einem Autoren versucht, aber ich kann keine fremden Texte sprechen. Das funktioniert bei mir nicht und ist komplett gescheitert. Ich fühle diese Texte nicht und kann sie deswegen auch nicht rüberbringen.

Stehst Du lieber auf der Bühne oder vor der Kamera?

Demnächst werde ich wieder in TV-Sendungen auftreten. Da habe ich 4.30 Minuten und muss Wochen vorher die Texte abgeben. Und dann krickeln die vielleicht noch drin rum. Bei einem Bühnenprogramm habe ich zwei Stunden Zeit – das macht viel, viel mehr Spaß.

Interview: Kristina Heuer