Mark Waschke – der Antiheld in Serie

"8 Tage", "Dark", "The Wall" – "Tatort"-Kommissar Mark Waschke setzt auf spannende Thrillerserien – auch privat. GOLDENE KAMERA stellt den "Antihelden" vor.

Kriminalhauptkommissar Robert Karow ist definitiv kein Freund und Helfer. Er behandelt seine Kollegen wie Dreck, brüllt auch Zeugen gern mal an und findet sich selbst einfach zu cool für diese Welt. Ein echter Macho halt. Mark Waschke, der den bisexuellen "Tatort"-Kommissar Karow seit 2015 spielt, versteht sich bestens auf Anti-Rollen dieser Art..

Als netter Mann von nebenan ist Mark Waschke eher selten zu sehen. In der Netflix-Serie "Dark" spielt er einen mysteriösen bösen Pfarrer, im TV-Film "Es ist alles in Ordnung" mimte er einen Familienvater, der häusliche Gewalt ausübt, im Mehrteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" (GOLDENE KAMERA 2014) war er als Gestapo-Mann zu sehen.

Der Serienjunkie

In deutschen Top-Serien ist Mark Waschke aktuell präsent wie kaum ein Zweiter. Derzeit steht er für die Serie "The Wall" vor der Kamera und ist auch bei der zweiten Staffel von "Dark" wieder mit dabei. Zudem läuft ab heute bei Sky 1 die packende Endzeitserie "Acht Tage" (ab 1. März, 20.15 Uhr), in der er mit seiner Familie einem Asteroid-Einschalg entkommen will.

Teaser-Trailer zur Serie "8 Tage"

Auch privat ist der der 46-Jährige, wie er sagt, ein richtiger Serienjunkie, liebt Binge Watching und vor allem amerikanische Serien wie "The Wire" oder "Sopranos". Er hat und braucht nicht mal einen Fernseher, weil er fast ausschließlich streamt. "Ich schaue gezielt online in den Mediatheken, und die guten Serien ganz klassisch auf DVD", sagte er gegenüber dem Magazin Zitty.

Die Anfänge

Geboren wurde Waschke in Wattenscheid, zog aber als Kind mit seinen beiden Brüdern und seinen Eltern (ein Arzt und eine Krankenschwester) ins Saarland. Wie er mit einem Zwinkern erklärt, musste er aus der Not, mal wieder Hochdeutsch zu hören, in den Kindertehaterkreis Neuweiler einsteigen. Es folgte die Amateur-Theatergruppe "Gruppe 63". Mit 19 Jahren zog er nach Berlin, begann ein Philosophiestudium, aber wechselte 1995 auf die Hochschule Schauspielkunst Ernst Busch. Sein Jahrgang wird auch als der "Goldene" bezeichnet, da so erfolgreiche Schauspieler wie Lars Eidinger, Fritzi Haberlandt, Devid Striesow und Nina Hoss (GOLDENE KAMERA 1997) mit ihm die Schauspielschulbank drückten.

Seit seinem Abschluss 1999 gehört er mit einer Unterbrechung, aber stets mit großer Freude zum Ensemble der Schaubühne Berlin: "Ich brauche die direkte Konfrontation mit dem Publikum. Das fehlt mir, wenn ich drehe." Es folgten Engagements am Maxim-Gorki-Theater Berlin, am Deutschen Theater Berlin, am Schauspielhaus Hamburg und am Schauspiel Köln.

2007 trat er das erste Mal vor die Kamera und ergatterte gleich in seinem zweiten Kinofilm "Buddenbrooks" (2008) eine Rolle neben Iris Berben (GOLDENE KAMERA 1988 und 2004) und Armin Mueller-Stahl (GOLDENE KAMERA 1993 und 2011), für die er den Preis als bester Hauptdarsteller beim Roma Fiction Fest gewann.

In seinen beiden bekanntesten Rollen ist er neben den Becker-Geschwistern zu sehen: Neben Ben Becker übernahm er die Hauptrolle im ausgezeichneten Historienfilm "Habermann" (2010), für den er u.a. den Byerischen Filmpreis als Bester Darsteller gewann. Und Meret Becker spielt Kommissar Karows Kollegin. Beide wurden jüngst für den "Tatort Meta" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Christiane Paul und Mark Waschke über "Acht Tage"

So verschlossen und wortkarg er in seiner Rolle als Kommissar Karow ist, so hält er sich auch über sein Privatleben bedeckt. Bekannt ist, dass er verheiratet ist, Kinder hat und sich für Politik interessiert – er trägt auf seinem Rücken ein Tatoo mit einem Text von Rosa Luxemburg. Außerdem verlangt er von den deutschen TV-Machern mehr Mut: "Diese Serien wollen die Welt erklären und konsumierbar machen. Die guten Erzählungen aber machen sie nicht erklärbarer, sondern machen sie in ihrer Unverständlichkeit aushaltbarer", sagte er gegenüber dem RBB.