"Bella Germania": Eine Hommage für die italienischen Einwanderer

Das ZDF hat Daniel Specks Bestseller "Bella Germania" verfilmt. Das Drama erzählt eine deutsch-italienische Familiengeschichte über drei Generationen.

Zum Start der Romanverfilmung "Bella Germania" (Teil 1 am 10. März, 20.15 Uhr, ZDF, Teil 2 am 11. März und Teil 3 am 13. März), u. a. mit Stefan Kurt und Dennis Moschitto, traf GOLDENE KAMERA die beiden Schausspieler zum Interview. Sie verraten mehr über ihre Rollen und erklären, wie die italienischen Einwanderer Deutschland verändert haben:

Stefan Kurt und Denis Moschitto im Interview zu "Bella Germania"

Darum geht's in "Bella Germania"

München im Jahr 2013: Die junge Modeschöpferin Julia Becker (Natalia Belitski) erleidet gleich zwei Schocks. Erst fällt sie bei ihrer eigenen Modenschau kurzzeitig in Ohnmacht. Dann taucht vor Ort ein älterer Herr namens Alexander (Joachim Bißmeier) auf, der sich als ihr Großvater vorstellt. Er sei in München, um nach seinem Sohn Vincenzo zu suchen – Julias Vater. Julia traut ihren Ohren kaum, denn ihre Mutter behauptete stets, ihr Vater sei früh verstorben.

Mit dieser schicksalhaften Begegnung beginnt der aufwendig produzierte ZDF-Dreiteiler "Bella Germania". Schnell entwickelt er sich zu einem deutsch-italienischen Epos, das von den 1950er-Jahren bis heute reicht. Denn Julia lässt sich von Alexander die dramatische Geschichte ihrer Familie erzählen.

Und die beginnt schon 1954: Ingenieur Alexander reist beruflich nach Turin und verliebt sich in die Sizilianerin Giulietta (Silvia Busuioc). Aus ihrer heimlichen Romanze geht Sohn Vincenzo hervor – doch Giulietta ist bereits verlobt mit Enzo (Deniz Arora). Ihn heiratet sie, und mit ihm zieht sie das Kind auf. Wenige Jahre später flieht sie vor ihrem brutalen Ehemann nach Deutschland, wo gerade Hunderttausende italienische Gastarbeiter ein neues Leben anfangen.

Hintegrund

"Bella Germania" basiert auf Daniel Specks gleichnamigem Buch, das 2016 das erfolgreichste deutsche Debüt des Jahres war. "Mein Roman ist eine Hommage an die italienischen Einwanderer", sagt Speck. "Diese Männer und Frauen waren enorm mutig, haben ihre Heimat hinter sich gelassen und in Deutschland schwer geschuftet, damit es ihre Kinder mal besser haben. Gleichzeitig haben sie uns eine mediterrane Lebensart und Esskultur gebracht, die es vorher nicht gab."

Der 50-jährige Speck lebte viele Jahre in Rom und studierte dort Filmgeschichte. Für die Arbeit an seinem Roman erhielt er ein Stipendium, sodass er anderthalb Jahre intensiv recherchieren konnte. "In 'Bella Germania' erzähle ich über drei Generationen vom Mikrokosmos einer Familie, in der sich die große Zeitgeschichte spiegelt", sagt Speck. "Ich hoffe, dass ich auf diese Weise spannende Einsichten in das deutsch-italienische Verhältnis vermitteln kann."

Vor seinem Romanerfolg war Speck als Drehbuchautor tätig, er schrieb etwa mit Jan Weiler das Drehbuch zur Komödie "Maria, ihm schmeckt’s nicht!". Auch zu "Bella Germania" lieferte Speck die Drehbuchvorlage, die er bereits parallel zum Manuskript des Romans entwickelte. Allerdings wurde sein Entwurf von zwei weiteren Autoren bearbeitet – vielleicht ein Grund dafür, dass sich die Verfilmung vor allem anfangs stark vom Geist des Romans entfernt und bisweilen ins allzu Seichte abdriftet.

Film-Kritik

Letztlich findet das Drama zu einem ansprechenden Stil. Das liegt auch an den durchweg guten Schauspielern, von denen einige dem Publikum noch unbekannt sein dürften. Vor allem aber an den Schauplätzen: Gedreht wurde unter anderem an idyllischen Orten der süditalienischen Region Apulien. Gleich zu Beginn stellt sich deshalb beim Zusehen ein Gefühl von Fernweh ein.