Münster top, Schweiger Flop: Die beliebtesten "Tatort"-Teams

Die Sieger der FORSA-Umfrage: 91 Prozent der "Tatort"-Seher finden die Krimis mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl "sehr gut" bzw. "gut".
Die Sieger der FORSA-Umfrage: 91 Prozent der "Tatort"-Seher finden die Krimis mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl "sehr gut" bzw. "gut".
Foto: dpa
Repräsentative Exklusiv-Umfrage für HÖRZU von FORSA: Welche "Tatort"-Teams lieben die Deutschen am meisten? Wer ist eher unbeliebt? Und welche Ermittler kennen die wenigsten "Tatort"-Zuschauer?

Eine repräsentative Exklusiv-Umfrage für HÖRZU (Erstverkaufstag: 8. März 2019) von FORSA gibt erstaunliche Antworten auf die größte "Tatort"-Umfrage, die es je gab:

1. Der "Münster"-Tatort siegt mit weitem Vorsprung in allen Altersgruppen, bei Männern und Frauen, in Ost- und Westdeutschland sowie bei Befragten jedweden Bildungsniveaus. Außerdem kennen das Münster-Team 95 Prozent der deutschen "Tatort"-Seher* - der absolute Spitzenwert. 91 Prozent der "Tatort"-Seher finden die Krimis mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl "sehr gut" bzw. "gut". Auf Platz 2 landet das Kölner Team, gefolgt von den Bremern, die am 22.4. ihren letzten Fall "Wo ist mein Schatz geblieben?" lösen. Die nächste Folge mit den Siegern Jan Josef Liefers und Axel Prahl ("Tatort: Spieglein, Spieglein") zeigt Das Erste am 17. März um 20.15 Uhr.

2. Der Einsatz von Kinostars wie Til Schweiger und Heike Makatsch ist kein Erfolgsgarant. Der Schweiger-"Tatort" wird mit 56 Prozent am häufigsten als "weniger gut" bzw. "schlecht" bewertet (gefolgt vom Franken-Team mit 49 Prozent und dem Schwarzwald-Team mit 47 Prozent). Der Makatsch-"Tatort" landet gemeinsam mit dem Schwarzwald-Team auf Platz 3 der unbekanntesten Teams – hinter Franken (44 Prozent) sowie Luzern/Dresden (37 Prozent).

3. Die ganz jungen Zuschauer wenden sich vom "Tatort" ab. 41 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sehen nie Folgen der Krimireihe, nur 12 Prozent regelmäßig. 39 Prozent der 30- bis 33-Jährigen ebenfalls nie, 19 Prozent regelmäßig. Interessanter Nebenaspekt: Fast alle Teams schneiden bei Frauen besser ab als bei Männern, die folgenden bewerten Frauen sogar erheblich besser: Bremen (plus 15 Prozent), Ludwigshafen (plus 10 Prozent), Berlin (plus 10 Prozent), Franken (plus 10 Prozent). Und: 35 Prozent der Ostdeutschen schauen regelmäßig "Tatort", bei den Westdeutschen sind es 7 Prozent weniger.

Zur Methode:

Die "Tatort"-Umfrage von HÖRZU ist die bislang größte FORSA-Umfrage zur beliebten ARD-Krimireihe, denn: Befragt wurden 1.414 Personen ab 14 Jahren, darunter 1.005 "Tatort"-Seher. Letztere wurden gebeten, die 21 aktuellen Teams zu bewerten (sehr gut/gut/weniger gut/schlecht) bzw. anzugeben, ob sie das Team schon gesehen haben. Um Verwechslungen auszuschließen, wurden ihnen Teamfotos gezeigt und Rollennamen/Städte genannt. Erhebungszeitraum: 6. bis 9. Februar 2019.

Interview mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers

Wie sehr sich Jan Josef Liefers und Axel Prahl über den Umfrage-Erfolg freuen, verraten die beiden Stars des Münster-"Tatorts" im Interview.

"Wie sehr überraschen Sie die phänomenalen Ergebnisse der größten Tatort-Umfrage – und wie erklären Sie sich den überragenden Erfolg selbst?"

Jan Josef Liefers: Professor Boerne würde sagen: "Erhöhter Puls, vermehrte Ausschüttung von Endorphinen!" Ich weiß nicht, ob man sich an Erfolg gewöhnen kann, ich jedenfalls bin da nicht gefährdet. Es haut mich immer wieder um, wie positiv und fröhlich ich von Menschen aller Altersgruppen auf den Münster-Tatort angesprochen werde.

Axel Prahl: Erst einmal möchte ich mich an dieser Stelle bei all unseren großartigen Fans bedanken. Das Ergebnis ist wirklich ein Hammer. Nach den Gründen für diesen Erfolg gefragt, kann ich Ihnen allerdings leider nur sagen: Wenn ich wüßte wie und warum es funktioniert - ich würde ein weltweites Patent darauf anmelden. .

Wie sehr sind solche hervorragenden Umfragewerte auch ein Ansporn, um dem Münster-"Tatort" mindestens bis zum Erreichen des Rentenalters erhalten zu bleiben – und wie laufen Ihre Verträge?

Axel Prahl: Das ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Über die Verträge kann und darf ich Ihnen nichts sagen und wann ich in Rente gehen darf, wird ja derzeit auch noch von der Regierung diskutiert. Diese hervorragenden Umfragewerte legen allerdings die Messlatte sehr hoch, dass macht aber auch Mut und spornt natürlich alle Beteiligten an, sich weiterhin voll ins Zeug zu legen.

Jan Josef Liefers: Erfolg ist immer ein Ansporn, weiter zu machen. Aber auch eine Verpflichtung, gut mit ihm umzugehen. Alle Macher des Münster-Tatorts tragen gleichermaßen dazu bei, dass wir nicht müde oder bequem werden, sondern immer wieder was Neues bringen, neue Varianten, neuen Swag.

Was gefällt Ihnen selbst ganz besonders am Münster-Tatort, und, ganz ehrlich: was nicht?

Jan Josef Liefers: Am besten gefällt mir meine Rolle. Außerdem, dass Axel der Kommissar ist. Ein Traumkollege und phantastischer Spielpartner. Überhaupt haben wir großes Glück mit unserem Schauspielerteam. Aus meiner Sicht finde ich ChrisTine „Alberich“ Urspruch einen Hauptgewinn. Was mir nicht gefällt, ist, dass wir es nicht hinkriegen, dass jede dieser sehenswerten Figuren gleichermaßen bedient wird.

Axel Prahl: Was mir gefällt, ist die Teamarbeit und unsere kleine „Tatort-Familie“. Alle sind wir seit 2002 dabei und wir freuen uns jedes Mal, wenn wir uns wiedersehen. Wir sind mit Spaß bei der Sache und eine Arbeit, die einem wirklich Spaß macht, die muss man erst einmal finden. Was ich von mir persönlich ganz toll finde ist, dass ich immer alle Stunts für Professor Boerne mache.

Interview: Mike Powelz