"Gegen die Angst": Kampf gegen einen kriminellen Clan

In dem TV-Film "Gegen die Angst" (25. März, 20.15 Uhr, ZDF) legt sich Nadja Uhl als Staatsanwältin mit einer arabischen Großfamilie an.

Schauplatz Berlin: Seit Jahren beherrscht der arabische Al-Fadi-Clan das Berliner Milieu mit Prostitution, Schutzgelderpressung und Drogengeschäften. Der Rechtsstaat scheint machtlos.

Darum geht's in "Gegen die Angst"

Schauplatz Berlin: Beim verdeckten Einsatz gegen einen arabischen Clan wird der Polizist Jan Wiegand (Andreas Pietschmann) durch eine Kugel schwer verletzt. Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl, GOLDENE KAMERA 2014) übernimmt den Fall. Sie ist seit Kurzem für den Bereich Organisierte Kriminalität zuständig – und hat eine Affäre mit dem angeschossenen Ermittler. Wie sie gegen den Clan vorgeht, erzählt der Film "Gegen die Angst".

Was die Staatsanwältin nicht ahnt: Die Polizeianwärterin Leyla Sharif (Sabrina Amali) konnte den Schützen erkennen. Doch sie schweigt, weil er ein Verwandter ist und sie von Clanchef Machmoud Al-Fadi (Atheer Adel) unter Druck gesetzt wird.

Brandaktuelles Thema

Das Unwesen arabischer Clans ist seit Monaten das Aufregerthema Nummer eins in Medien, Justiz und Politik. Familiennamen wie Abou-Chaker, Al-Zein und Rammo sind in aller Munde. Bei den meisten kriminellen Clans handelt es sich um Mitglieder kurdischer und palästinensischer Großfamilien, die in den 1980er-Jahren vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Deutschland flohen. Hier durften sie lange nicht arbeiten. Die Mehrheit blieb unbescholten, aber einige Familienmitglieder entschieden sich für eine kriminelle Karriere.

Heute verbreiten die Clans vor allem in Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Angst und Schrecken. Ihr Geld machen sie unter anderem mit Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Einbrüchen. Hin und wieder gelingen ihnen spektakuläre Coups. So sollen Mitglieder einer arabischstämmigen Großfamilie 2017 aus dem Berliner Bode-Museum eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen haben.

Hintergrund

"Gegen die Angst" kommt also zur richtigen Zeit. "Die ersten Ideen zu einem solchen Film hatte ich schon vor etwa zehn Jahren", erzählt Drehbuchautor Robert Hummel. "Von Freunden bei der Polizei und in der Berliner Türsteherszene erfuhr ich, dass es arabische Clans in der Stadt gibt. Damals war das kaum bekannt. Da mein Vater Syrer ist und ich also halber Araber bin, hat mich das Thema seitdem nicht mehr losgelassen."

Für sein Drehbuch sprach Hummel mit Polizisten, Staatsanwälten und anderen Kennern des Milieus. "Abschottung und ein außergewöhnlich starker familiärer Zusammenhalt sind charakteristisch für die Clans", erklärt er. "Mit der Polizei spricht man nicht, Streitigkeiten werden untereinander geklärt, oft durch sogenannte Friedensrichter. All dies macht es den Ermittlungsbehörden fast unmöglich, irgendeinen Zugang zu bekommen oder gar Informanten einzuschleusen."

Nadja Uhl als Staatsanwältin

Für Hauptdarstellerin Nadja Uhl war der Dreh auch ein Lernprozess. "Inhaltlich hatte ich das Gefühl, vollkommenes Neuland zu betreten", sagt die 46-Jährige. "Diese Clan-Thematiken sind mir nicht bekannt, geschweige denn vertraut gewesen. Es war eine Herausforderung, mir diese fremde Welt ansatzweise zu erschließen."

Früher sei Berlin genau ihre Stadt gewesen, durch die Dreharbeiten habe sich das allerdings geändert: "Bei täglich 30 Grad im Hochsommer an sogenannten Brennpunkten Berlins zu drehen, das ist nur begrenzt schön", erinnert sie sich. "Ich war eher froh, am Abend aus dem Moloch herauszufahren. Das hat mich traurig und nachdenklich gemacht.