Max von Thun: "Ich bin als Mann nicht überlegen"

Im neuen ZDF-Zweiteiler "Und tot bist du!" (8. und 10. April, 20.15 Uhr, ZDF) spielt Max von Thun neben Jessica Schwarz die Hauptrolle. GOLDENE KAMERA sprach exklusiv mit dem Schauspieler.

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie an dem Drehbuch gereizt?

Max von Thun: Die Geschichte von "Und tot bist du!" ist so spannend, weil sie wahnsinnig komplex ist. Ich könnte sie nicht in einem Satz pitchen. Es gibt viele Krimis, die sehr schlicht gestrickt sind. Bei diesem muss man am Ball bleiben und mitmachen. Das finde ich auch als Zuschauer immer sehr angenehm, wenn mir nicht alles vorkaut und die Lösung präsentiert wird, sondern wenn ich ein wenig denken muss.

Gerade die verschiedenen Zeitebenen machen diesen Krimi so spannend. Was verbinden Sie mit der Nachkriegszeit?

Meine Familie saß nach dem Zweiten Weltkrieg im deutschen Arbeitslager und musste im Sägewerk helfen. Mein Vater (Friedrich von Thun) war da als dreijähriger Junge inhaftiert.

Konrad Diener wird gegen seinen Willen immer wieder als "Chef" angesprochen – welch ein Widerspruch. Hatten Sie Einfluss auf den Namen ihrer Rolle? Kennen Sie solche Situationen?

Nein, der Name stammt von den Autoren. Ich habe ihn nie als Diener empfunden. Als wir vor zehn Jahren den "Kronprinz Rudolf" in Österreich gedreht haben, begrüßte mich das ganze Team mit "Hoheit". Selbst wenn ich heute Leute aus diesem Team treffe, machen die immer noch einen leichten Hofknicks und sagen "Hoheit". Das konnte ich mir erarbeiten (lacht).

Im Film sagen Sie zu ihrer Kollegin –sie sei für die Emotionen zuständig und Konrad für die Fakten…

Ja, es ist ein bisschen überspitzt. Als ermittelnder Kommissar glaubt er nicht an Legenden von springenden Hirschen oder tanzenden Jungfrauen. Das würde auch nicht helfen, einen Fall zu lösen. Da kann ich den Konrad gut verstehen.

Und wer war, wenn die Kamera aus war, für was zuständig?

Ich habe beim Drehen immer gern eine lockere Atmosphäre und mache viel Quatsch. Da ist Jessica wohl die Konzentriertere. Aber wenn wir am Wochenende mit dem Team in der Kneipe waren, da gehörten Jessica und ich gleichermaßen zu den letzten, die gegangen sind.