Lucas Gregorowicz - der Kommissar, der keine Krimis guckt

Als Papa ohne Plan ist Lucas Gregorowicz am 12. April im Ersten zu sehen - als Schauspieler hat er hingegen voll den Durchblick.

Ende 2015 trat Lucas Gregorowicz in der ARD das Erbe des Kult-Ermittlers Krause (Darsteller Horst Krause ging im Mai 2015 in TV-Rente) an. Im "Polizeiruf 110" spielt er den deutsch-polnischen Kommissar Adam Raczek, der die grenzüberschreitende Kriminalität um Frankfurt (Oder) gemeinsam mit Maria Simon alias Olga Lenski bekämpft. Obwohl er als Kommissar in regelmäßig im TV zu sehen ist, hat sich eins nicht geändert: "Krimis sehe ich nach wie vor nicht", sagt er in einem Interview mit DiePresse, "auch nicht die eigenen." Etwas geändert hat sich durch diese feste TV-Rolle aber dennoch, gemeinsam mit seiner Frau und deren Tochter zog er von Wien nach Berlin.

Bei seinem Durchbruch auf der Kinoleinwand stand er als Dealer neben Moritz Bleibtreu in der Kiffer-Komödie "Lammbock" (2001) noch auf der anderen Seite des Gesetzes. 2017 übernahm er auch in der Fortsetzung "Lommbock" die Rolle des Richter-Sohns Stefan Becker. Gregorowicz wurde 1976 in London geboren, verbrachte aber seine ersten neun Lebensjahre in Polen und lebte dann viele Jahre mit seinen Eltern und seinem Bruder in Bochum, wo er von 1996 bis 1999 auch seine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule absolvierte.

Bereits während dieser Zeit sammelte er am Schauspielhaus Bochum erste Theatererfahrungen und stand zum Beispiel als Claudio in Leander Haußmanns Neuinterpretation von Shakespeares "Viel Lärm um Nichts" auf der Bühne. Es folgen Engagements in Zürich, Berlin und Köln.

Einem großen Publikum wurde er durch seine Rolle in Sönke Wortmanns Fußball-Drama "Das Wunder von Bern" (2003)bekannt, in dem er den Sportreporter Paul Ackermann spielte. Zu sehen war er außerdem in Fatih Akins Filmen "Solino" (2002) und "Soul Kitchen" (2009), in dem er gemeinsam mit seiner Band "Bad Boy Boogiez" vor der Kamera stand - eine Leidenschaft, die bis heute anhält. "Ich wollte nichts anderes machen als Musik. Heimlich ist es immer noch so", verrät er in einem ARD-Interview. Bereits mit 17 brach er die Schule ab, nahm mit seiner Band ein Demo-Tape auf und ging für ein Jahr nach London, um Musiker zu werden. Dort angekommen, packte er aber nicht ein einziges Mal die Gitarre aus, sondern verdiente sein Geld als Pizzabote oder in Restaurantküchen und verkaufte in Brixton Eier und Kartoffeln von Tür zu Tür.

Von der Bühne vor die Kamera

Von 2011 bis 2015 war Gregorowicz Ensemble-Mitglied am Burgtheater Wien. "Dabei habe ich mich immer mit Händen und Füßen gegen Festengagements gewehrt. Und in Wien hatte ich eigentlich auch immer das Gefühl, nicht dahin zu gehören, weder in die Stadt noch ans Burgtheater", sagt er der Neuen Osnabrücker Zeitung in einem Interview.

Ein Grund, warum der heute 43-Jährige endgültig vom Theater vor die Kamera wechselte. Die richtige Entscheidung, denn nun folgte eines seiner erfolgreichsten TV-Jahre. In der preisgekrönten Serie "Vorstadtweiber" spielt er in zwei Staffeln Betram "Berti" Selig zu sehen, Lobbyist und Geliebten von Ex-Luxusgattin Sabine Herold. Diese Rolle übernahm Adina Vetter, die im wahren Leben seine Frau ist. Die beiden Schauspieler lernten sich am Wiener Burgtheater kennen und lieben, ein Jahr später folgte bereits die Hochzeit.

2018 spielte er in Fitzeks "Passagier 23" und in der in diesem Jahr mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichneten Krimi-Serie "Der Pass" mimt er einen Journalisten. Aktuell wird er am 12. April (20.15 Uhr, Das Erste) in der Familienkomödie "Papa hat keinen Plan" zu sehen sein. Darin spielt er einen notorisch insolventen Vater, der seiner Tochter Mia (Bianca Nawrath) nicht viel Aufmerksamkeit schenkt. Wird eine gemeinsame Fahrt nach Italien die beiden näher bringen?

Pasta, Patchwork, pralles Leben - in der unterhaltsamen Familienzusammenführung ist wirklich alles veerquickt. Das aber so locker-lässig, dass die Zeit wie im Flug vergeht - wie ein Urlaub an der Adria.