Fulminantes Finale für den Bremer "Tatort"

Mit der Episode "Wo ist mein Schatz geblieben" (Ostermontag, 20.15 Uhr im Ersten) verabschieden sich Sabine Postel und Oliver Mommsen spektakulär für immer vom "Tatort" aus Bremen.

Völlig überraschend erklärten Sabine Postel und Oliver Mommsen vor zwei Jahren ihren Ausstieg aus dem Bremer „Tatort“. Die Gründe für ihre Entscheidung blieben vage, die Luft schien einfach raus zu sein. Ihr Abgang kam nicht sofort, viermal waren sie nach ihrer Ankündigung schon im „Tatort“-Einsatz. Doch nun ist es so weit: Die Folge „Tatort: Wo ist nur mein Schatz geblieben?“ ist definitiv ihre letzte. Sie ist herausragend geworden und wird vor allem aufgrund der dramatischen Schlussminuten „Tatort“-Geschichte schreiben.

Worum geht's im "Tatort: Wo ist nur mein Schatz geblieben?“

Alles beginnt recht konventionell: Bauarbeiter entdecken die Leiche einer Frau, eine Spur führt die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) zu einer Immobilienfirma. Die Chefin (Violetta Schurawlow) und deren Freund (Kostja Ullmann) machen sich verdächtig. Doch zwei Bundesbeamte fordern die Bremer auf, sich aus dem Fall zurückzuziehen. Die Firma sei schon lange im Visier des BKA, weil sie zur Geldwäsche genutzt werde.

Während Lürsen unbeeindruckt ist, will Stedefreund die Ermittlungen einstellen. Ihn verbindet offenbar ein dunkles Geheimnis mit den BKA-Leuten. Zwischen Lürsen und Stedefreund kommt es zum Streit.

Nach der letzten Einstellung: Champagner & Tränen

„Viel besser kann man ein Finale nicht gestalten“, lobt Oliver Mommsen das Drehbuch von Florian Baxmeyer und Michael Comtesse. „Die Folge ist überdreht und tragisch, sie ist ein Thriller und ein Drama. Mal kitschig, mal verstörend. Es ist genial, das Vertrauen, das zwischen den beiden Ermittlern herrscht, komplett infrage zu stellen.“ Schon beim Dreh sei die Stimmung besonders gewesen: „Nach der letzten Einstellung stand das ganze Team da und feuerte Konfettikanonen ab“, sagt Mommsen. „Blaulicht wurde eingeschaltet, Champagner und Tränen flossen.“

Der erste Bremer „Tatort“ mit Sabine Postel lief im Dezember 1997. „Ich fand den Film ein bisschen hölzern und auch mich ziemlich steif“, erinnert sie sich. Anfangs hatte sie wechselnde Kollegen, Mommsen kam 2001 beim sechsten Fall dazu. „Wenn ich mir unsere ersten Fälle angucke, muss ich mir die Augen zuhalten“, gibt er zu. „Wir waren noch nicht eingespielt, mussten uns erst finden. Bei dem Druck, der heute auf dem ,Tatort‘ lastet, würde man uns wohl nach drei Folgen rausschmeißen.“

Postel hatte eine besondere Beziehung zu ihrer Rolle

Sie durften weitermachen. Vor allem Sabine Postel hatte in all den Jahren eine besondere Beziehung zu ihrer Rolle: „Inga Lürsen ist ihr ganzes Leben eine sehr sozial engagierte Frau geblieben, die trotz aller Rückschläge an das Gute im Menschen glaubt“, sagt sie. „Das verbindet mich ganz eng mit der Figur. Deshalb haben mir unsere Filme, die sich mit sozialpolitischen Themen auseinandergesetzt haben – und davon gab es ja sehr viele –, immer besonders große Freude gemacht.“

Die Nachfolger beim Bremer „Tatort“ stehen schon bereit. Wer das sein wird, wollte der zuständige Sender Radio Bremen beim Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht verraten. Nur so viel: Der Dreh beginnt im Frühjahr 2020, und noch im selben Jahr sollen die neuen Bremer Ermittler auch im TV zu sehen sein.

Die "Tatort"-Austeiger (inklusive "Polizeiruf 110")