"Tatort: Das Nest"– Thriller mit Gänsehautgarantie

Im "Tatort: Das Nest" (Sonntag, 28. April, 20.15 Uhr im Ersten) macht ein perfider Massenmörder Jagd auf die Dresdner Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski).

Ein Serienmörder, der seine toten, ausgebluteten Opfer am Esstisch drapiert hat, ein junges Mädchen, das nach einem Autounfall Hilfe sucht: "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" und Hitchcocks "Psycho" lassen grüßen. Aber dieser "Tatort" stellt nicht nur eine Homage an alte Horrorfilme dar, sondern ist auch ein fein austarierter Thriller, der mit Benjamin Sadler und Katrin Hanczewski zwei Schauspieler miteinander in ein Psychoduell schickt, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dass dies zudem der erste Einsatz für Neuzugang Cornelia Gröschel ist, ist nur ein weiterer Höhepunkt des Falls.

Darum geht's im "Tatort: Das Nest"

Das Anfangszenario dieses Falls könnte nicht gruseliger sein: Nach einem Autounfall, sucht eine Frau Hilfe - und platzt mitten in ein Haus voller Leichen. Die Toten sind feinsäuberlich wie Puppen über alle Räume verteilt. Als die Dresdner Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) den Mörder stellen will, wird sie von ihm lebensbedrohlich verletzt und liegt sechs Wochen im künstlichen Koma.

Zwei Monate später läuft die Bestie immer noch frei herum. Schwer traumatisiert lässt sich Gorniak in die Asservatenkammer versetzen. Hauptkommissar Schnabel (Martin Brambach) und die neue Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) kommen derweil bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Die fachlichen Kompetenzen der Neuen werden sogar allgemein in Frage gestellt. Erst ein entscheidender Hinweis von Gorniak führt sie in ein Krankenhaus. Alle Opfer waren dort Patienten. Zu den Hauptverdächtigen gehören der Krankenpfleger Bernd Haimann (Wolfgang Menardi) und der Chirurg Dr. Christian Mertens (Benjamin Sadler). Als Gorniak dem Gott in Weiß entgegen tritt, übermannt sie die blanke Angst.

Cornelia Gröschel spielt Kommissarin Leonie Winkler

Die Neue hält sich gern ans Protokoll und greift im entscheidenden Moment nicht zur Waffe. Kein leichter Einstand für die Dresdner Kommissarin Leonie. Zumal selbst ihr Vater Leo Winkler (Uwe Preuss), ein ehemaliger Polizist, ihre beruflichen Qualitäten in Frage stellt.

Dargestellt wird der Neuzugang von Cornelia Gröschel (31). Die Dresdnerin steht schon von Kleinauf vor der Kamera. Sie spielt bereits seit 1998 bei "In aller Freundschaft" mit. Von 2007 bis 2011 absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig ihr Schauspielstudium. Zudem war Gröschel in "Honigfrauen","Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau" und "Schwartz und Schwartz" zu sehen. Für die Rolle der Kommissarin absolvierte sie ein selbstorganisiertes Praktikum bei der Bundespolizei am Hauptbahnhof in Dresden.

In weiteren Rollen sind Alessandro Emanuel Schuster und Peter Trabner zu sehen, die Regie hat Alex Eslam ("Bissige Hunde") übernommen.

Filmkritik

Der "Tatort: Das Nest" beginnt wie ein Horrorfilm und entfacht sich zu einem nervenaufreibendem Katz- und Mausspiel zwischen der Kommissarin und dem Mörder. Benjamin Sadler und Karin Hanczewski brillieren in ihrem Schauspiel so sehr, dass ihr Duell nur unter höchste Anspannung verfolgt werden kann. Die Abgründe dieses Falls werden von Sekunde zu Sekunde immer tiefer.

Ein Psychopath, der ein scheinbar perfektes Familienleben führt und als Motiv nur sagt: "Ich wollte immer schon töten". Nach dieser Darstellung hat Benjamin Sadler sein Image als Frauenschwarm endgültig abgelegt und das ist auch gut so. Ebenfalls gut ist es, dass der Dresdner "Tatort" sich hier von der leicht ironischen Erzählweise der ersten Folgen verabschiedet und stattdessen auf eine sehr düstere Atmosphäre mit einem brillanten Spannungsbogen setzt.