Rubin unter Druck im "Tatort: Der gute Weg"

Im Berliner "Tatort: Der gute Weg" (5. Mai, 20.15 Uhr im Ersten) gerät Rubins Sohn in ein Feuergefecht zwischen Drogendealern und Streifenpolizisten.

Keine leichte Kost für Mütter: Rubins Sohn, der einst mit harten Drogen experimentierte, wird nun als Praktikant während eines Einsatzes angeschossen. Der Sohn eines weiteren Polizisten wird zugedröhnt von einem Cop erledigt. In diesem Fall verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse.

Darum geht's im "Tatort: Der gute Weg"

Drei Streifenpolizisten werden wegen nächtlicher Ruhestörung gerufen. Unter ihnen: Tolja (Jonas Hämmerle), der Sohn der Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker), der ein Praktikum im ersten Ausbildungsjahr absolviert. Während ein Verweis eigentlich reichen sollte, drängt Polizist Harald Stracke (Peter Trabner) darauf, sich Einlass in die Wohnung zu verschaffen. Und tatsächlich finden die drei ein Drogennest vor. Doch bevor sie es hochnehmen können, entfacht sich ein Schusswechsel, der eine 28-jährige Streifenpolizistin tödlich trifft.

Auch Tolja und Stracke werden angeschossen, ein Dealer kann zur Strecke gebracht werden, dem anderen gelingt es, zu entkommen. Während Tolja den Flüchtigen gegenüber Robert Karow (Mark Waschke) als Yakut Yavas (Rauand Taleb) eindeutig identifiziert, streitet Stracke ab, diesen Libanesen am Tatort gesehen zu haben. Zudem war Yavas ein V-Mann und hatte kein Motiv, auf die Cops zu schießen. Tolja und Stracke widersprechen sich gegenseitig in ihren Aussagen. Warum lügt einer der beiden?

Jonas Hämmerle spielt Tolja Rubin

Tolja lebte bei seinem Vater in Straubing und ist jetzt zurück in Berlin, weil er Streifenpolizist werden will. Dieses Berufsziel versetzt seine Mutter in Angst und Schrecken. Schauspielerin Meret Becker sagt dazu: "Allein die Tatsache eine Schusswaffe zu tragen, setzt ja letztlich voraus, diese im Zweifel auch zu gebrauchen. Das ist etwas, was sie bei ihrem eigenen Kind nicht erträgt. Sie traut ihm auch nicht zu, dem gewachsen zu sein, weder technisch noch psychologisch."

Jonas Hämmerle (21), der die Rolle des 19-Jährigen übernommen hat, trat 2015 zum ersten Mal als Sohn von Nina Rubin in Erscheinung. Der Schauspieler feierte bereits 2007 neben Tina Ruland in "Vater aus Liebe" sein Spielfilmdebüt. Große Bekanntheit erlangte Hämmerle deutschlandweit, als er sich als 10-Jähriger gegen 600 Kinderdarsteller durchsetzte und die Hauptrolle des Wickies in "Wickie und die starken Männer" (2009) erhielt.

Maryam Zaree steigt als Rechtsmedizinerin Nasrin Reza aus

Karow zeigt sich in diesem Fall mal wieder von seiner schlechtesten Seite. Rubin, die aus Sorge, um ihren Sohn überfordert ist, pampt er an: "Mutti hat Dienst!" Wenig später erhält er von seiner Assistentin eine Nachricht von Nasrin: "Gruß von Frau Reza. Sie sind ein Arschloch. Sie hat gekündigt." Obwohl die Rechtsmedizinerin und Karow eine Affäre verband, hat sie endgültig genug von seinen Beleidigungen und quittiert seinetwegen ihren Dienst.

Wie der RBB mitteilte, suche die Reza-Darstellerin Maryam Zaree neue berufliche Herausforderungen. Die 35-Jährige spielt auch in dem GOKA-Gewinner 2018 "4 Blocks" eine Hauptrolle als Kalila Hamady.

Als Ersatz seziert demnächst Cynthia Micas (29), die auch schon im "Tatort: Meta" zu sehen war, als Jamila Marques die Leichen.

Filmkritik

Dröhnende Rapmusik, verfeindetet Araber-Clans, Drogen und Schießereien: Zunächst wirkt der "Tatort: Der gute Weg" wie ein knallharter Bandenkrieg-Krimi, schwenkt dann aber in ein (kompliziertes) Beziehungsdrama um. Das persönliche Schicksal eines Streifenpolizistens steht im Vordergrund und damit verliert sich die Geschichte in den Verstrickungen der Charaktere. Es gibt keine Suche nach dem Mörder, nur nach den Motiven – und die sind irgendwann vorhersehbar.

Die Zuschauer schätzen Karow und Rubin auch wegen ihrer Ruppigkeit. Doch in diesem Fall schlagen beide zu sehr über die Strenge. Sie haben jegliches Gespür für gute Manieren verloren: Rubin ohrfeigt ihren Kollegen und Karow vergreift sich so sehr im Ton, dass eine Kollegin kündigt. Der Mutter-Sohn-Konflikt gibt Rubin zumindest eine neue Tiefe. Auch die starke Hauptfigur des überforderten Straßenpolizisten, gespielt von Peter Trabner, ist sehenswert. Wer persönliche Dramen und harte Cops mag, wird an diesem finsteren Fall Freude haben.