"Tatort": Janneke & Brix suchen "Das Monster von Kassel"

Verstreute Leichenteile zwischen Frankfurt und Kassel: Brix und Janneke ermitteln diesmal in Nordhessen.

Der "Tatort: Das Monster von Kassel" (12. Mai, 20.15 Uhr im Ersten) ist weniger eine klassische Mördersuche, vielmehr eine Profilstudie über einen narzistischen und überheblichen TV-Moderator, der als Stiefvater des Opfers unter Tatverdacht gerät.

Tatort-Trailer: "Das Monster von Kassel"

Darum geht's im "Tatort: Das Monster von Kassel"

Ein Paar abgehackte Arme und Beine werden in einem Frankfurter Müllcontainer geborgen. DNA-Abgleiche ergeben, dass es sich um den vermissten 17-jährigen Luke, dem Stiefsohn des berühmten Moderators Maarten Jansen (Barry Atsma), aus Kassel handelt. Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) reisen nach Nordhessen, um der Familie die traurige Nachricht zu überbringen.

Während die Mutter Kirsten (Stephanie Eidt) an eine Verwechslung glaubt, vermutet Jansen, dass ein Serienmörder aus Straßburg für die Tat verantwortlich sei. Der Moderator nutzt die Tragödie, um noch mehr Medienaufmerksamkeit auf sich und seine Sendung zu erzielen. Dann wird vor einem Supermarkt in einer Abfalltüte der Torso des Jungen gefunden. Die grausame Entdeckung lässt darauf schließen, dass der Täter über Ortskenntnisse von Kassel verfügt.

Tatort-Interview mit Janneke & Brix

Christina Große spielt Constanze Lauritzen

Die 48-jährige Christina Große spielt im "Monster von Kassel" die Kasseler Polizistin Constanze Lauritzen. Bei weitem nicht ihre erste "Tatort"-Rolle: Allein 2018 spielte sie im "Tatort: Sonnenwende" (als Gerichtsmedizinerin), im "Tatort: Die robuste Roswita" und im "Tatort: Waldlust" mit. Bevor Christina Große die Schauspielschule in Babelsberg besuchte, erlerntet sie in der DDR zuerst den Beruf der Psychiatriediakonin. Sie durfte als Tochter eines Pfarrers nicht studieren.

Den Hauptverdächtigen Barry Atsma spielt Maarten Jansen, ein gebürtiger Niederländer, der in England, Griechenland, Brasilien und den Niederlanden aufwuchs. Der 46-jährige wurde hierzulande vor allem durch seine Rolle in der Serie "Bad Banks" bekannt.

Die Filmkritik zum "Tatort: Das Monster von Kassel"

Ein Hessen-"Tatort", der kaum für echte Spannung im Wohnzimmer sorgt. Der neuente Fall für Janneke und Brix ist eine Persönlichkeitstudie, die nur mäßig überzeugt. Auch die gespielten Reibereien zwischen Nord- und Südhessen zünden nicht. Sprüche wie "Wären Sie mal in Frankfurt geblieben" und "Vergessen Sie ihren Regenschirm nicht" oder Vergleiche zwischen Sibirien und Kassel sind vielleicht für echte Hessen lustig, der Rest der Republik dürfe wohl eher gähnen.

Teilweise verliert sich der Humor in Slapstick, der fast schon zum Fremdschämen einlädt – etwa wenn der Chef Tanzen lernen will und dabei Fanny zu Nahe kommt. Und wenn er dann auch noch erklärt, dass er den Dienst quittiert, weil er ein einjähriges Stipendium für deutsche Poetik in Brasilien bekommen hat, wird es völlig absurd. Diese Art von Komik ist bei den Kollegen Thiel & Boerne in Münster eindeutig besser aufgehoben als in Frankfurt.