Die "Tatort"-Bilanz unserer User

Der "Tatort" verabschiedet sich in die Sommerpause. Höchste Zeit also, die letzte Saison Revue passieren zu lassen. Das sagt unsere Community – was hat sich gelohnt, was war Schrott.

Jede Woche stellen wir bei GOLDENE KAMERA den neuen "Tatort" oder "Polizeiruf 110" vor und bewerten den jeweiligen Krimi. Ab sofort laufen aber nur noch Wiederholungen. Es lohnt sich, einen Rückblick auf die "Tatort"-Saison 2018/2019 zu werfen, denn viele Folgen gibt es auch noch in der ARD-Mediathek zu sehen. Welcher verpasste Fall muss noch schnell gestreamt werden? Von welchem Fall sollte man lieber die Finger lassen, weil er absolute Zeitverschwendung ist? Ein Blick auf die Kommentare und Bewertungen unserer User gibt Antworten.

Trailer: Tatort: Spieglein, Spieglein

Im Vergleich stehen 37 Erstausstrahlungen. Und eine Folge hat ganz klar die Nase vorn.

Absoluter "Tatort"-Liebling

Der Favorit, mit den meisten Likes und positiven Kommentaren, kommt, wie so oft, aus Münster. Axel Prahl und Jan Josef Liefers überzeugen als Ermittler Thiel und Dr. Boerne. Und im Fall "Tatort: Spieglein, Spieglein" (17. März) sind sie gleich in doppelter Ausführung zu sehen. Denn hier treffen sie auf ihre Doppelgänger. Bereits Anfang des Jahres hatte HÖRZU in einer exklusiven Umfrage mit über 1000 Fans das Münsteraner Team als das beliebteste aller "Tatort"-Teams ermittelt. Dieser Meinung schließen sich auch unsere User an:

Aber in der Saison 2018/2019 gab es noch viel mehr sehenswertes, skurriles, spannendes oder auch experimentelles: Am 5. August 2018 meldete sich die Reihe mit dem Schweizer "Tatort: Die Musik stirbt zuletzt" zurück und endete am 16. Juni auch mit den Luzernern ("Tatort: Ausgezählt"). In beiden Krimis spielte die Zeit eine große Rolle. Der erste wurde sogar in Echtzeit und in einem sogenannten "One-Take" ohne Bildschnitt gedreht.

Tatort-Ausstiege

Von diesem Schweizer Team wird es im kommenden Jahr nur noch einen Fall geben, dann verabschieden sich Flückinger und Ritschard für immer von den Bildschirmen.

Ein fulminantes Finale gab es bereits in Bremen. Im "Tatort: Wo ist mein Schatz geblieben" starb am 22. April Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) den Heldentod und auch Kollegin Inga Lürsen (Sabine Postel) ermittelt nicht weiter. Fast alle Kommentare zu dieser Folge waren positv. Ein GOLDENE KAMERA-Fan schreibt auf unserer Facebook-Seite: "Beim 'Tatort' weinen – das gab es bei mir noch nie. Letzte Szene gab mir den Rest. Die Geschichte war gut. War für mich gut geklärt. Hatte auch Sinn, wenn beide Kommissare somit aussteigen."

Und auch Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow), der in Saarbrücken seinen Dienst beendet hat und sogar zum Abschied Tränen verdrückte, wird von einigen Zuschauern vermisst.

Neue Kommissare

In der Saison 2018/2019 feierten aber auch einige neue Kommissare ihren Einstand. Almila Bagriacik (GOLDENE KAMERA-Gewinner "4 Blocks") ermittelt seit dem 2. September als Mila Sahin neben Klaus Borowski (Axel Milberg) in Kiel. Doch die User beachteten sie kaum, sondern schrieben zu dem Fall "Tatort: Borowski und das Haus der Geister" lediglich über Axel Milberg: "Axel, du bist der Hit!, "Cooler Typ" und "Er sieht immer flotter aus".

Auch in Dortmund gab es Verstärkung: Rick Okon ("Das Boot") gab als Hauptkommissar Jan Pawlak neben Peter Faber (Jörg Hartmann) im "Tatort: Zorn" sein Debüt. Den Zuschauern gefiel es: "Ich weiß ja, dass die Tatort Münster Crew die beliebteste ist, für mich ist das aber einfach nur Main Stream. Die wirklich interessanteste Tatort-Mannschaft ist meiner Meinung nach das Dortmunder Team. Allein schon wegen der hervorragend gespielten nicht immer einfachen, und wirklich unterschiedlichen Charaktere."

Der "Tatort"-Coup jedoch ist die Verpflichtung einer echten Hollywoodheldin für die Reihe: Florence Kasumba ("Black Panther", "Avengers: Infinity War") hat als neuer Kommissarin Anaïs Schmitz mit Kollegin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) im neuen Göttinger "Tatort: Das verschwundene Kind" (3. Februar) eine handfeste Auseinandersetzung. Die Zuschauer waren geteilter Meinung. Einerseits gab es sehr viele Likes, aber auch Kommentare wie: "Das war mir zu viel 'Sozialdrama' und zu wenig Krimi. Sorry,hat mir nicht gefallen...".

2. Platz: Der "Tatort: Das Nest"

Auch beim Dienstantritt von Cornelia Gröschel in Dresden, äußerten sich die Zuschauer kaum über den Neuzugang. Zu spannend war dieser Fall. Der "Tatort: Das Nest" (28. April) hat unsere Fans nachhaltig begeistert und ist nach dem Münster-"Tatort" auf dem 2. Platz der beliebtesten Fälle der letzten Saison. Über 100 positive Reaktionen, Kommentare wie "Ganz schön gruselig - aber spannend", "Hatte richtige Gänsehautmomente, war spannend von Anfang bis zum Schluss und seit langem der Beste" und "Das war der beste Tatort aller Zeiten. Spannung vom Anfang bis zum Schluss. Kompliment an den Drehbuchautor. Bring noch mehr solche spannende Filme und die Quoten steigen wieder", zeigen dass die Fans gern mehr von solchen Fällen sehen wollen.

3. Platz: "Tatort: An einem Tag wie jeder Andere"

Der Franken-"Tatort" vom 23. Februar wurde als einer der wenigen Filme überhaupt im Bayreuther Festspielhaus gedreht. Die Zuschauer fanden ihn packender als die meisten "Tatorte". Das belegen auch die Kommentare auf unserer Seite: "Lange her, dass man einen so guten und spannenden Tatort sehen konnte", "Der Beste seit langem wieder...wird wahrscheinlich auch so bleiben..." und "Von Anfang bis zum Ende super spannend. Leider bei Tatort sehr selten geworden, aber der war echt klasse. Preis verdient".

Trailer zum "Tatort: Ein Tag wie jeder andere"

Der wohl abgedrehteste "Tatort": ein Murot-Fall

Im "Tatort: Murot und das Murmeltier" erlebt der Kommissar seinen eigenen Tod in Dauerschleife. Auch der siebte Fall mit Ulrich Tukur aus Wiesbaden traut sich was und erinnert so gar nicht an einen typischen Tatort. Das hat polarisiert. Die Kommentare reichten von "Beste Schauspielkunst, intelligente Unterhaltung" bis "War ganz schlimm, habe ausgemacht."

Auch der Bremer Vampirschocker "Tatort: Blut" war alles andere als gewöhnlich. Schließlich wurde der Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) von einem Vampir gebissen. Die Zuschauer fanden den Fall trotz der außergewöhnlichen Geschichte durchschnittlich.

Wir dürfen gespannt sein, was die Tatort Saison 2019/2020 bringen wird. Ein Fall wird es auf jeden Fall in sich haben: Denn sieben Kommissare haben bereits einen Fall komplett ohne Drehbuch gedreht. Der Improvisationskrimi "Gut und Böse" (AT) wird voraussichtlich am 1. Januar 2020 zu sehen sein.