"Zwischen zwei Herzen": Drei sind einer zu viel

In ihrem neuen TV-Film "Zwischen zwei Herzen" (29. Juni, 21.00 Uhr, Das Erste) hat GOLDENE KAMERA-Star Anna Schudt die Qual der Wahl zwischen zwei Männern.

Liebesdreieck zwischen drei "Tatort"-Kommissaren: Anna Schudt (Böhnisch/Dortmund), Mark Waschke (Karow/Berlin) und Felix Klare (Bootz/Stuttgart) geraten in "Zwischen zwei Herzen" in einen Strudel der Gefühle.

Darum geht's in "Zwischen zwei Herzen"

Amor ist es egal, wen sein Pfeil trifft: Scheinbar blind schießt er ihn ab – und trifft die patente Katrin (GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Anna Schudt) mitten ins Herz. Auf einer einsamen Insel, die durch ein Sommerunwetter vom Rest der Welt abgeschnitten wurde, begegnet die Ärztin dem rätselhaften Peter (Mark Waschke) – und entdeckt eine Seelenverwandtschaft, die überhaupt nicht in ihr Lebenskonzept passt. Schließlich ist sie glücklich mit Mark (Felix Klare) verheiratet.

Aber weder die Vernunft noch der Alltag können Peter aus Katrins Gedanken verbannen. Als sie ihm zufällig wieder begegnet, stellt sie ihre Ehe in Frage – und trifft sich heimlich mit dem Fremden.

Klischeefrei inszeniert

Zugegeben, die Handlung von "Zwischen zwei Herzen" klingt stark nach einer Schmonzette. Doch schon bei Katrins erster schicksalhafter Begegnung mit Peter zeigt Drehbuchautorin Alexandra Maxeiner, dass es ihr nicht um die Folgen eines Seitensprungs geht, sondern um dessen Vorgeschichte.

Ähnlich wie in berühmten literarischen Vorbildern, etwa Theodor Fontanes "Effi Briest" oder Gustave Flauberts "Madame Bovary", konzentriert sich Maxeiner auf die psychologischen Aspekte einer Liebesaffäre – inklusive einer differenzierten Darstellung der vielen paradoxen Gefühle.

Zudem wirft sie Fragen auf: Wie schwer ist es zu widerstehen? Soll man seine Ehe riskieren? Was, wenn man fremdgeht und es später zutiefst bereut? Dass "Zwischen zwei Herzen" nachvollziehbare Antworten auf diese Fragen gibt, ist neben dem Drehbuch vor allem der diesjährigen GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Anna Schudt zu verdanken.

Anna Schudt im Strudel der Gefühle

Die 45-jährige Darstellerin, selbst verheiratet, meint: "Unser Film erzählt von einer starken Person, die durch eine überraschende Begegnung Seiten an sich entdeckt, die ihr Erleben wieder bunt, witzig, spielerisch und leicht machen. Und die sich durch die Augen von Peter als extrem attraktiv erlebt. Ich schwöre Ihnen: So etwas bringt Mann und Frau gleichermaßen aus der Fassung!"

Aber wie würde sich Anna Schudt selbst verhalten, wenn sie in eine vergleichbare Situation geriete? Die Schauspielerin: "Ich würde Katrin raten, eine Liste mit Pros und Kontras für beide Männer zu schreiben und die Folgen des Seitensprungs gedanklich durchzuspielen."

Obendrein, so Schudt, sei es ratsam, sich auch noch vorzustellen, was passiert, wenn man der Versuchung widersteht: "Und als letzten Schritt würde ich versuchen, all das, was der Fremde auslöst, mit in mein Leben zu nehmen und alle verschütteten Sehnsüchte zu formulieren. Wenn selbst das nicht weiterhilft, würde ich sagen: Probier’s aus – mit allem Risiko!"

Apropos Fremdgehen: 2018 hat Schudt schon einmal verraten, wie sie selbst auf Seitensprünge ihres Mannes reagieren würde – nämlich gar nicht: "Das interessiert mich überhaupt nicht, ich bin da sehr tolerant."

Bildergalerie: GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Anna Schudt in ihren schönsten Rollen

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Wie eine glückliche Ehe in Schieflage geraten kann, wird nicht bleischwer, sondern mit pointierten Dialogen und leichter Hand erzählt. Vielschichtig und klischeefrei wird die Ménage-à-trois inszeniert - mit völlig offenem Ausgang. "Zwischen zwei Herzen" ist ansprechende, nie ins Seichte abdriftende Unterhaltung mit starken Darsteller.