So werden Sie Quizkönig!

Exklusiv: Zum XXL-Special von "Gefragt – Gejagt" verraten die beliebten Jäger Tipps & Tricks, die Geld wert sind.

Extremer Zeitdruck, Fragen am laufenden Band, hohe Gewinne: Das alles macht den Reiz der beliebten Quizshow "Gefragt – Gejagt" aus. Am 20. Juli legt Moderator Alexander Bommes trotzdem noch mal eine Schippe drauf: Zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr gibt es dann ein 195-minütiges Special, in dem vier Teams mit je vier Stars gegen die vier Quizprofis, die sogenannten Jäger, im Ersten antreten.

Redaktionsleiter Michael Thaler verriet GOLDENE KAMERA schon einige der prominenten Kandidaten: "Mit dabei sind unter anderem die Sängerin Gitte Hænning, die Schauspielerin Katharina Wackernagel, Designerin Barbara Becker, Schauspieler Jürgen Tarrach und 'Let's Dance'-Sieger Pascal Hens."

Die Jäger in der XXL-Show sind: Sebastian Jacoby alias "Der Quizgott", Sebastian Klussmann, genannt "Der Besserwisser", Klaus Otto Nagorsnik, Spitzname "Der Bibliothekar" sowie Thomas Kinne, "Der Quizdoktor".

Doch egal ob man als Kandidat Promi ist oder nicht, die Frage lautet: Wie bereitet man sich am besten auf das Duell gegen die Jäger vor? Wer sollte das besser wissen als die Jäger selbst, dachte sich GOLDENE KAMERA und fragte bei Sebastian Klussmann, Thomas Kinne und Sebastian Jacoby nach.

Interview mit drei "Gefragt – Gejagt"-Jägern

Wie bereitet man sich als Kandidat am besten auf die Teilnahme einer Quiz-Show wie "Gefragt – gejagt" vor, wenn man "Quiz-König" werden will?

Thomas Kinne: Schauen Sie sich möglichst viele Folgen an, notieren Sie, was Sie gewusst hätten und was nicht, und arbeiten Sie Ihre Lücken auf. Eine Show, die, wie 'Gefragt – Gejagt', Monate vorher aufgezeichnet wird, stellt z.B. keine tagesaktuellen Fragen. Und in unsere Multiple-Choice-Boxen passen nur ganz kurze Antworten.

Sebastian Klussmann: Sich auf Quiz-Shows vorzubereiten, ist natürlich sehr schwierig, da schließlich fast alles abgefragt werden kann! Grundsätzlich empfehle ich einen Blick auf Bestseller-, Musik- und Film-Charts zu werfen, um sich einen kleinen Überblick über das aktuelle Unterhaltungswesen zu schaffen. Zudem empfiehlt es sich, auf ein paar Klassiker zu schauen, z.B. die Hauptstädte der Welt oder die aktuellen Bundesminister.

Sebastian Jacoby: Oberstes Gebot muss sein, sich nicht verrückt zu machen. Wenn nur noch wenig Zeit zwischen Teilnahmebestätigung und Sendung liegt, kann man aktuelle Ereignisse und klassische Listen nochmal Revue passieren lassen: Oscar-Gewinner des Jahres, Nobelpreisträger, Tier des Jahres, MinisterInnen im Kabinett, Bestseller-Listen, Medaillengewinner der letzten Olympischen Spiele. Ich finde es sehr hilfreich, diese Fakten handschriftlich zu notieren, um dem Hirn nochmal einen anderen Reiz anzubieten, als das bloße Lesen. Taktisch fast genauso wichtig ist es aber, sich der Abläufe und Regeln der ausgewählten Quizshow bewusst zu sein und sich Strategien zurechtzulegen: Will ich zocken oder eher auf Abstand zum Jäger gehen? Wie halten es meine Mitspieler? Kann man sich koordinieren? Wie gebe ich meinen Mitkandidaten im Finale zu erkennen, dass ich nicht buzzern will?

Wieviel Zeit investieren Sie täglich in Ihre Allgemeinbildung?

Thomas Kinne: Allgemeinbildung findet für mich nonstop statt. Wenn ich den Gong lese (was ich wirklich seit 55 Jahren tue!), dann ist das Allgemeinbildung, wenn ich vor 'Gefragt – Gejagt' noch 'Brisant' schaue, kann mir das auch helfen.

Sebastian Jacoby: Durchschnittlich zwei bis drei Stunden täglich werden es schon sein. Man darf sich jetzt aber nicht vorstellen, dass ich jeden Tag mehrere Stunden vor Listen sitze und diese auswendig lerne. Zu meinen täglichen Ritualen gehört auch eine halbe Stunde Videotextkonsum, wenn ich abends nach Hause komme. Dort gibt es sehr hilfreiche und knapp aufbereitete Informationen. Neue, als interessant erkannte Informationen werden im Smartphone stichwortartig notiert, später über Wikipedia und andere Quellen recherchiert.

Sebastian Klussmann: Ich habe keinen Trainingsplan, sondern lerne in der Regel gerade das, was mich interessiert. Eine genauen Zeitangabe kann ich gar nicht geben, da ich ja auch vieles "im Vorbeigehen" lerne, quasi unterwegs, beim Fernsehgucken oder auch in Gesprächen.

Wie kann jeder von uns seine Allgemeinbildung auffrischen – und wie lassen sich individuelle Wissenslücken (z.B. Erdkunde, Historie) angesichts der schier unglaublichen Datenmengen auch nur ansatzweise schließen?

Sebastian Klussmann: Schaffen Sie gewisse kleine Rituale für sich. Ich checke den Videotext täglich und schaue immer nach, nach wem oder was Straßennamen benannt worden sind. Bei meinen Vorträgen empfehle ich stets verschiedene Themengebiete zu verknüpfen, wenn mich beispielsweise Geographie nicht interessiert, dann kann ich das mit Sport verbinden: In welchen Städten sind die Vereine der Handball-Bundesliga ansässig? Oder spielen Sie gewisse Computerspiele, um ihr Geschichtswissen aufzupolieren, wenn Ihnen Bücher zu trocken sind. Man lernt so im Prinzip, ohne es als Lernen zu empfinden.

Thomas Kinne: Nur Mut zur Lücke! Man merkt sich am ehesten, wofür man sich interessiert. Ohne Neugier funktioniert das nicht und die ist eigentlich angeboren. Wichtig ist, dass man früh beginnt, die Neugier zu stillen. Und dann lernt man ein Leben lang weiter. So festigt sich Wissen.

Sebastian Jacoby: Begreifen Sie Wissen bzw. Wissensgewinn nicht als Druck oder als Zwangsziel, sondern als faszinierende Bereicherung Ihres Lebens. Versuchen Sie gerade im Alltag den Input aller Ihrer Sinne aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Lesen Sie. Lesen Sie von mir aus quer, aber lesen Sie! Gehen Sie ins Museum, auch wenn Sie Baselitz bisher für eine Gesteinsformation gehalten haben. Hören Sie Musik, die Ihnen bisher völlig fremd war und lesen Sie im Internet über die Hintergründe. Sie werden sehen: Die Faszination wird sich einstellen und vieles bleibt hängen.

Was sind Ihre Wissenslücken?

Thomas Kinne: Ich interessiere mich nicht für Fußball und werde auch nie versuchen, mich da mit den Experten zu messen. Davon haben wir ja genug.

Sebastian Jacoby: Meine Schwächen liegen am ehesten in den Bereichen Stars und Sternchen, neuere Musik, Film und Fernsehen sowie Kochen und Ernährung.

Sebastian Klussmann: Ich bin immer froh, wenn auf neue Wissenslücken stoße, denn das sind ja oft blinde Flecken, die einem nicht bewusst sind. Ich habe so einige Untergebiete, bei denen ich noch keinen richtigen Zugang für mich gefunden habe, z.B. Musicals, Autos und Krimis.

Kann und sollte man "alles" wissen?

Thomas Kinne: Natürlich nicht. Eine Quizshow ist ja auch nur ein Spiel. Vieles, was dort abgefragt wird, braucht man nicht wirklich im "richtigen Leben". Jeder hat eine begrenzte Aufnahmekapazität.

Sebastian Jacoby: Man muss nicht auf Sokrates zurückgreifen, um festzustellen, dass man nicht alles wissen kann. Der entscheidende Punkt ist aber, alles wissen zu wollen. Ein guter Quizzer erhebt die Neugier zum Prinzip und zeichnet sich durch authentisches und breites Interesse aus.

Sebastian Klussman: Universalgelehrte im klassischen Sinne kann es heutzutage nicht mehr geben, aber es lohnt sich, sich breit aufzustellen, um weiterhin einen guten Überblick zu haben und dem Fachidiotendasein zu entkommen. Ich gehöre nicht zu den Wissenssnobs, die behaupten, dass es wertvoller sei, die Opern Wagners zu kennen, als die Dschungelkönige aufzählen zu können. Natürlich unterscheide ich bezüglich der Relevanz von Themen für mich persönlich, aber auch sogenanntes Trash-Wissen stellt einen wichtigen sozialen Kitt der Gesellschaft dar.

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