Christoph Waltz als Hochstapler in "Big Eyes"

Der größte amerikanische Kunstskandal des 20. Jahrhunderts, der in "Big Eyes" (Dienstag, 16. Juli, 23.45 Uhr, ZDF) erzählt wird, beruht auf wahren Tatsachen.

Christoph Waltz (62) und Amy Adams (44) glänzen in Tim Burtons Film über die Geschichte der traurigen Kulleraugen-Meisterwerke.

Trailer: "Big Eyes"

Darum geht's in "Big Eyes"

San Francisco in den 50er Jahren: Walter Keane (Christoph Waltz) ist ein Charmeur vor dem Herren. Kein Wunder, dass er die schüchterne Margaret (Amy Adams) für sich gewinnen kann. Um nicht das Sorgerecht für ihre Tochter Jane an ihren Exmann zu verlieren, heiratet ihn Margaret kurzentschlossen.

Gemeinsam teilen sie die Leidenschaft für die Kunst. Margaret entwickelt einen eigenen Malstil: Sie zeichnet Kinder mit großen traurigen Kulleraugen. Walter, der zwar ein Choleriker, aber auch ein Verkaufsgenie ist, gibt die Gemälde seiner Frau als die seinigen aus - und das mit Erfolg! Die zwar etwas kitschigen, aber beliebten Bilder finden reißenden Absatz und bescheren dem Paar finanziellen Wohlstand. Als die Ehe in den 60er Jahren zerbricht, entbrennt ein Gerichtsstreit über die Urheberschaft.

Hintergrund: Das sagt Margaret Keane zum Film

Im Interview mit dem Monopol Magazin sagt Margaret Keane: "Der Film trifft mein Leben haargenau, die wesentlichen Dinge sind darin enthalten. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, kam mir der Film unheimlich echt vor. Das war ein richtiger Schock, der zwei Tage lang anhielt. Auch meiner Tochter ging es so. Er brachte so viele Erinnerungen zurück. Ich bin dankbar dafür und sehr froh, dass die Wahrheit so ans Licht kommt und viele Menschen davon erfahren."

Walter Keane ist im Jahr 2000 im Alter von 85 Jahren gestorben. Auch von Christoph Waltz' Leistung war die Malerin schwer beeindruckt: "Er hat das ganz fantastisch gemacht. Er trifft es haargenau, wie Walter aussah, wie er sich gab und wie er sprach. Ich sehe Walter lebendig vor mir."

Keane ist inzwischen 91 Jahre alt und lebt in Napa County, Kalifornien. Amy Adams gewann für den Film als beste Schauspielerin den Golden Globe Award.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

...hier ein echtes Stück Zeitgeschichte großartig dargestellt wird. Regisseur Tim Burton zeigt mal wieder sein Können: Er trifft den Zeitgeist der 50er und inszeniert kreativ mit einer opulenten Ausstattung. Das Ergebnis ist ein fein beobachteter Coup, der verschroben heiter erzählt wird. Da machen auch die Zuschauer große Augen!