Endlich wieder "Polizeiruf 110"- Das ist neu in der Saison 2019/2020

Im "Polizeiruf 110: Heimatliebe" wird Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) von den polnischen Kollegen zum Fundort eines menschlichen Körperteils, ein abgetrennter Finger, gerufen.
Im "Polizeiruf 110: Heimatliebe" wird Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) von den polnischen Kollegen zum Fundort eines menschlichen Körperteils, ein abgetrennter Finger, gerufen.
Foto: © rbb/Oliver Feist
Kommissare steigen aus, neue kommen hinzu und einige feiern Jubiläum, dazu ein sprachloser, verletzter Junge, abgetrennte Körperteile und rätselhafte Anschläge auf einen polnischen Bauernhof. Das erwartet Sie in der "Polizeiruf 110"-Saison 2019/2020.

Einst startete der "Polizeiruf 110" im DDR Fernsehen als Gegenstück zum "Tatort". Inzwischen ist er für viele Zuschauer sogar die spannendere Sonntagabendunterhaltung. Schließlich wirken die Teams irgendwie ernster und die Fälle weniger konstruiert. Wir erklären warum das so ist und was Sie in dieser Saison Neues erwartet.

Diese Kommissare haben im "Polizeiruf 110" oder im "Tatort" ihren Dienst quittiert:

Die Abgänge beim Polizeiruf 110

Die Saison beginnt mit dem durchwachsenem Magdeburger Fall "Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft". (So, 11. August, 20.15 Uhr im Ersten). Es ist zu verschmerzen, dass einige Bundesländer noch Ferien haben und ggf. diesen Mord zum Sonntag verpassen. Schade ist es nur um Matthias Matschke. Denn er schlüpft in diesem Fall zum letzten Mal in die Rolle des Kommissaren Dirk Köhler. Bereits letztes Jahr im August wurde bekannt, dass der Schauspieler die Reihe auf eigenen Wunsch verlässt. Claudia Michelsen (GOLDENE KAMERA 2013) wird also, bis der MDR Ersatz findet, solo weiter ermitteln.

Auch Matthais Brandt hat den "Polizeiruf 110" auf eigenen Wunsch verlassen. Nach 15 Fällen und sieben Jahren war Kommissar Hanns von Meuffels letztes Jahr kurz vor Weihnachten zum letzten Mal auf Mördersuche. Im Interview mit der GOLDENEN KAMERA sagt Matthias Brandt: "Der Abschied vom 'Polizeiruf' fiel mir leicht". Aber für die ARD und die Zuschauer ist es ein schwerer Verlust, zumal seine Filme immer gute Quoten und sehr gute Kritiken erhielten. Überhaupt weist gerade der Münchner "Polizeiruf" eine erstklassige Schauspielgarde auf: Stefanie Stappenbeck, Jörg Hube, Michaela May, Edgar Selge oder auch Gaby Dohm ermittelten schon in der bayrischen Hauptstadt.

Verena Altenberger spielt Ellisabeth Eyckhoff

Sie ist jetzt die Neue im Münchner "Polizeiruf 110". Am 15. September wird Verena Altenberg in der Folge "Der Ort, von dem die Wolken kommen" zum ersten Mal ihre Dienstwaffe zücken. Und der Einstand wird alles andere als leicht, schließlich muss sie sich um einen verwundeten und verwahrlosten Jungen kümmern, der zudem nicht spricht. Die Regie zu diesem Fall übernahm Grimme-Preisträger Florian Schwarz ("Tatort: Im Schmerz geboren"). Bei Altenbergers zweitem Fall, der im Winter laufen soll, stand Regisseur Dominik Graf hinter der Kamera.

Die wichtigsten Produktionen, in denen Verena Altenberger zu sehen ist:

Die österreichische Schauspielerin wurde durch ihre Titelrolle als polnische Pflegekraft in der RTL- Comedy "Magda macht das schon" bekannt, jetzt spielt sie die Kommissarin Elisabeth Eyckhoff. Der BR beschreibt die Figur so: "Eyckhoff ist unbürokratisch, spontan und immer die Letzte auf Partys. Kollegialität ist ihr wichtiger als eine Solokarriere. Nach ein paar Bier greift sie gerne zum Mikrofon, um ihre Lieblingslieder zu singen, was sie auch erstaunlich gut kann. Und wenn sie Zeit hat, spielt sie am liebsten mit dem Pförtner Karten."

Auch Maria Simon verabschiedet sich

Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon, GOLDENE KAMERA 2016) ist ebenfalls eine unangepasste Ermittlerin. Am 25. August ist sie im neuen Frankfurt/Oder-Fall "Heimatliebe" neben Lucas Gregorowicz zu sehen. Darin untersuchen die beiden rätselhafte Anschläge auf einen polnischen Bauernhof. Aber auch Maria Simon steigt aus. Sie wird 2020 nach neun Dienstjahren ihren Dienst quittieren. Ob oder von wem sie ersetzt wird, ist noch unklar.

Der 20. Einsatz für Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner

Neben den traurigen Abschieden gibt es aber auch Grund zum Feiern: Der Fall "Dunkler Zwilling" am 6. Oktober ist der 20. Einsatz für das Rostocker Team. Zudem spielen Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner (beide GOLDENE KAMERA Preisträger) seit 2010 die Kommissare Katrin König und Alexander Bukow - sprich sie können in dieser Saison auch noch auf ihr zehnjähriges Bestehen anstoßen.

Der kleine "Tatort"-Bruder, wie der "Polizeiruf 110" auch liebevoll genannt wird, hat sich längst zu einer festen Größe gemausert. Auch wenn der große Bruder das meiste Medieninteresse weckt und gerade der Münsteraner "Tatort" immer wieder alle Rekorde bricht, kann es der ehemalige DDR-Krimi von der Qualität locker mit ihm aufnehmen. Und gerade weil er so oft unter dem Radar läuft und sich bescheiden gibt, scheinen auch die Fälle der neuen Saison eher auf Tiefe als auf Quote zu setzen!