Judith Hoersch: Die neue "Lena Lorenz"

Die Erfolgsserie "Lena Lorenz" geht endlich weiter – mit Judith Hoersch als neue Hauptdarstellerin. Gelingt das Wagnis?

Plötzlich sieht sie ganz anders aus, die Titelheldin der Serie "Lena Lorenz". Mit der aktuellen Folge "Ein neuer Anfang" (Donnerstag, 5. September, 20.15 Uhr, ZDF) übernimmt Judith Hoersch die Rolle der patenten Hebamme im bayerischen Himmelsruh von Patricia Aulitzky, die den Part nach 14 Episoden abgab.

"Ein neuer Anfang"

Der Übergang ist unspektakulär: Keinem aus der Serienfamilie scheint er aufzufallen. Und Lena ist auch gleich voll gefordert: Etwa durch die verzweifelte Melanie Hofmann (Tessa Mittelstaedt): Deren Familie freut sich auf die Geburt des zweiten Kinds, doch Melanie wurde durch eine Vergewaltigung schwanger. Soll sie das Geheimnis für sich behalten, um ihre Familie nicht zu zerstören?

Dann muss die Hebamme auch noch ihren Verlobten Quirin (Jens Atzorn) nach München verabschieden, wo er eine neue Stelle antritt. Mit ihrer Mutter Eva (Eva Mattes) stellt sie zudem fest, dass sie beide mit der Demenz von Großvater Leo (Fred Stillkrauth) überfordert sind.

Quotenhit

Seit 2015 im Programm, hat "Lena Lorenz" meist mehr als fünf Millionen Zuschauer. Grund für den Erfolg ist laut Produzentin Barbara Thielen von Ziegler-Film auch, dass Freuden, Nöte und Sorgen im "Lena-Universum" in Geschichten gegossen werden, "die jedem passieren könnten".

Doch lässt sich eine Hauptdarstellerin einfach so ersetzen? Nimmt das Publikum übel, wenn eine andere eine eingeführte Rolle übernimmt? "Wir haben uns dagegen entschieden, Lena durch einen neuen Charakter zu ersetzen, da uns sonst die große Familie mit Freunden, Partner, Mutter und Opa verloren gegangen wäre", erklärt Thielen. Sie ist zuversichtlich: "Judith Hoersch spielt die Lena mit so viel Begeisterung, dass der Zuschauer auch einer Lena, die bei ähnlichem Charakter anders aussieht, gern weiterhin zusehen wird."

Von "Tatort" bis "Traumschiff"

Die 38-jährige Schauspielerin war schon in vielen Produktionen dabei: von "Tatort" bis "Traumschiff", von "Mein Leben und ich" bis "Rote Rosen". Auch in britischen und US-Produktionen war sie bereits zu sehen.

Wie geht sie mit dem Druck um, der mit den unvermeidlichen Vergleichen verbunden ist? "Natürlich habe ich mir dazu Gedanken gemacht", sagt sie, "aber nicht allzu viele. Ich konnte die Lena überhaupt nur spielen, indem ich mich davon befreite." Geholfen habe ihr dabei ihre reiche Theatererfahrung: "Dort ist es üblich, dass eine Figur mit jeder Inszenierung von einem anderen Akteur gespielt wird und jeder seinen eigenen Zugang zur Rolle hat."

Die richtigen Erfahrungen

Bei einem Kurzpraktikum auf einer Geburtsstation schaute sie sich den richtigen Umgang mit Instrumenten und Babys ab, war sogar bei einer Geburt dabei. Mittlerweile ist Hoersch selbst schwanger – was in den Folgen 2020 zu sehen sein wird. Jetzt ist beim Dreh ihr Rat gefragt: "Die Kolleginnen mit den Anschnallbäuchen wollen von mir wissen: 'Judith, wie ist denn das als Schwangere? Spürt man das im Rücken? Wie geht man dann? Ist es schwierig, sich gerade hinzusetzen?'"

Geburtstermin ist Anfang Oktober. Als sie ihrer Hebamme in Berlin von ihrer Rolle erzählte, sagte die nur: "Ah ja, interessant." Hoersch: "Berliner sind nicht so leicht zu beeindrucken. Das finde ich wunderbar."

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