Düsterer Dienstantritt im "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen"

Was für ein erschütternder Einstand: Der erste Fall für die neue Münchner Ermittlerin Bessie, der "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen" (Sonntag, 15. September, 20.15 Uhr im Ersten), endet dramatisch.

"Hier kommt Atmosphäre auf wie beim Großstadtrevier" - die neuen Figuren des Münchner Polizeirufs verfügen definitiv über Selbstironie. Und ihr Vergleich stimmt: Die Folge startet wirklich ein wenig wie die Hamburger Krimireihe mit Streifenpolizisten, die sehr sympathisch und menschlich sind: "Ich bin die Bessi und das ist der Cem, der liebt Süßes so sehr, dass es für ihn bitter wird", stellt die neue Ermittlerin sich und ihren Halbbruder vor. Nach der Hälfte aber entfacht die Premiere zu einem spannenden doppelbödigen Psychothriller, dessen Ende nicht nur der neuen Polizistin unter die Haut geht.

Darum geht's im "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen"

Ein verwahrloster Junge (Dennis Doms) sitzt im Park und isst Styroporkugeln, sein Körper weist Misshandlungen auf. Als die beiden Polizisten Wolfgang Maurer (Andreas Bittl) und Cem Halac (Cem Lukas Yeginer) ihn aufgreifen, sagt er kein Wort. Durch einen personellen Engpass, muss sich Streifenpolizistin Elisabeth "Bessie" Eyckhoff (Verena Altenberger) fortan um den scheinbar zurückgebliebenen Teenager kümmern. Sie bringt ihn ins Krankenhaus.

Fesselspuren an den Handgelenken und Hornhautbildungen im Gesäßbereich lassen auf ein Leben in Gefangenschaft schließen. Langsam öffnet sich Polou, wie er sich nennt, und fasst Vertrauen zu der Polizistin. Er scheint ein emotionales Trauma durchlitten zu haben. Die Hinweise verdichten sich, dass noch weitere Kinder betroffen sein könnten. Um sie zu retten, greift Bessie gegen den Willen des Jugendamtes zu einem drastischen Schritt: Sie lässt den "Burschen Polou" hypnostisieren.

TV-Kommissarinnen im Primetime-Einsatz