"Flucht durchs Höllental": "Bergdoktor" Hans Sigl kann auch anders

Im Alpenthriller "Flucht durchs Höllental" (Montag, 23.September, 20.15 Uhr, ZDF) zeigt Serienstar Hans Sigl mal seine harten Seiten.

Das Gesicht voller Schmutz und Schrammen, der Körper voller Schweiß und Blut, aus dem Oberschenkel ragt – ein Ast. Hans Sigl ist am Ende. Im ZDF-Krimi "Flucht durchs Höllental" (bis zum 16. Dezember 2019 in der ZDF-Mediathek) spielt Hans Sigl den Strafverteidiger Klaus Burg, der zu einer brutalen Hetzjagd durch die Alpen gezwungen wird.

Hans Sigl auf der Flucht

Der beliebte "Bergdoktor" (2019 Gewinner der Publikumswahl)? Nicht wiederzuerkennen. "Ich bin Schauspieler und nicht Arzt", stellt Hans Sigl im Interview mit GOLDENE KAMERA klar. "Nach 13 Jahren 'Bergdoktor' bin ich über jede Abwechslung glücklich." Da kam ihm der Thriller gerade recht.

Er konnte erneut mit Regisseur Marcus O. Rosenmüller ("SOKO Kitzbühel") arbeiten, durfte sich bei Actionszenen austoben und mal ein "körperlicher Schauspieler" sein. Man sieht ihn ins Wildwasser springen, über Stock und Stein laufen, mit dem Rad durchs Gelände brechen, ja sogar an einer Hauswand hinunterkraxeln.

"Wenn man nicht gerade Tom Cruise heißt, muss man bei Stunts Sicherheitsauflagen einhalten. Aber: In der Szene, in der ich da hänge, wurden Teile der Wand von mir selbst erklommen", erzählt Sigl. Und das mit deutlich mehr Gewicht auf den Rippen. "Ich sehe mit Absicht massiger aus, um Klaus Burg eine andere Optik zu verpassen als die vom 'Bergdoktor' Martin Gruber."

Der 50-jährige Schauspieler hat 15 Kilo draufgepackt. "Ohne ständig Schnitzel mit Pommes oder vier Pizzen am Tag zu essen", erklärt er. "Die Gewichtszunahme war genauso kontrolliert wie die -abnahme. Man muss aufpassen, gesund zu- und abzunehmen."

Hans Sigl liebt die Berge

Obwohl er viel Zeit in der Maske verbringen musste "für die Blessuren", genoss er jeden Drehtag in vollen Zügen. Zum Teil wegen der vielen Actionanteile, die beim "Bergdoktor" inzwischen reduziert wurden, um Martin Gruber eher ruhiger zu zeigen. Aber vor allem, weil der Film in den Alpen spielt. "Das ist mein natürliches Habitat", sagt Sigl, der in Rottenmann in der Steiermark geboren wurde und sich in den Bergen perfekt aufgehoben sieht. In diesem Umfeld ist er authentisch, auch als Darsteller.

Die meiste Zeit des Jahres verbringt er in Tirol, wo er im Januar und Februar das "Bergdoktor"-Winterspecial dreht und von Juni bis November jeweils die neue Serienstaffel. Die Berge und er – das passt einfach. Oder fühlt er sich nach Jahren als alpenaffiner Bergdoktor in eine Schublade gesteckt. "Damit habe ich kein Problem!", sagt er.

Im Gegenteil, er sieht die Serie als Auftrag, gegen das Klischee Heimatfilm anzuspielen und dessen Geschichten "geranienfrei" zu erzählen. "Trotzdem sende ich nun die Botschaft, dass ich auch was anderes mag – und kann!"

In "Flucht durchs Höllental" überzeugt Sigl als überheblicher Unsympath, der bereit ist, über Leichen zu gehen – auch wenn er später geläutert wird. Sein Resümee: "Ich bin sehr glücklich mit dem Film!"

Darum geht's in "Flucht durchs Höllental"

Der vielbeschäftigter Strafverteidiger Klaus Burg will endlich mal wieder ein ein gemeinsames Wochenende mit seiner Tochter Alina (Leonie Wesselow)verbringen. Doch der Ausflug in die Berge gerät zum Fiasko. Nach einem Streit verschwindet die offenbar schwer verletzte 17-Jährige. Schnell steht fest: Sie wurde entführt. Anstatt auf die Hilfe der Polizei zählen zu können, wird Burg selbst zum Tatverdächtigen. Gejagt von der Polizei sucht er nach einem Weg, Alina aus den Fängen der Entführer zu retten. Denn die melden sich mit der Forderung, er solle Unterweltboss Enzo Battista (Tonio Arango) zu einem untergetauchten LKA-Beamten führen.