Heike Makatsch im Visier der "Zielfahnder"

Heike Makatsch auf der Flucht in Montevideo.
Heike Makatsch auf der Flucht in Montevideo.
Foto: ARD Degeto
Im zweiten Teil des ZDF-Thrillers "Zielfahnder" werden Heike Makatsch und Jörg Hartmann als Kidnapperpaar von Zielfahndern nach Urugay verfolgt.

Die Hauptfigur der lockeren ZDF-Reihe über Zielfahnder, Hanna Landauer, wird bereits zum zweiten Mal von der Schauspielerin Ulrike C. Tscharre verkörpert, die mit Lars Röwer (Hanno Kofler) einen neuen Partner an ihrer Seite hat. (Sa, 26. Oktober, 20.15 Uhr im Ersten). 2016 ermittelte noch Ronald Zehrfeld mit ihr in den Karpaten.

Darum geht's in "Zielfahnder: Blutiger Tango"

Wie bringt man ein Kidnapperpaar zum Reden, das nach mehrjähriger Haftstrafe hartnäckig über den Verbleib von zehn Millionen Euro Lösegeld schweigt? Wie findet man seine Spur, wenn es in der südamerikanischen Metropole Montevideo untertaucht? Wie geht man vor, wenn man zu wenige Details kennt? Nur eines ist sicher: Während die männliche Hälfte des Entführerduos sich misstrauisch versteckt hält, hat die weibliche eine Leidenschaft für Tango. "Meine Figur Gisela Tezloff brennt gleichzeitig an beiden Enden, sie lebt gefährlich, sagt Heike Makatsch über ihre Rolle.

Die Zielfahnder Hanna Landauer (Ulrike C. Tscharre) und Lars Röwer (Hanno Koffler) setzen in ihrem neuen Fall auf einen Trick: Sie durchkämmen sämtliche Tangolokale von Uruguays Hauptstadt, bandeln auf der Tanzfläche mit der Kriminellen an und lassen sich nie anmerken, dass sie in Wahrheit keine Tangotänzer sind, sondern Ermittler.

Die gnadenlose Hetzjagd auf die Schwerkriminellen Uwe und Gisela Tezloff (Jörg Hartmann und Heike Makatsch) ist alles andere als normale Polizeiarbeit. Schließlich sind Zielfahnder nicht nur Spione, sondern auch mit diversen Kampftechniken vertraut – Tuchfühlung im Tangolokal inbegriffen. Selbst ein Stelldichein im Stundenhotel gehört zu den Waffen der Spezialisten, wenn es die einzige Chance darstellt, das Handy der Verbrecher zu orten.

Die ungewöhnliche Methoden von Zielfahndern

Alles Fiktion? Oder nah an der realen Arbeit echter Zielfahnder? Die Antwort findet sich in der offiziellen Polizeidienstvorschrift 384.1: Zielfahnder sind Spezialisten für spurlos untergetauchte Verbrecher. Sie führen „eine gezielte, besonders intensive, operative Fahndung nach einzelnen, ausgewählten, zur Festnahme gesuchten Straftätern“ durch. Um diesem Job gerecht zu werden, müssen sie sich blitzschnell in die Gedankenwelt der Verbrecher hineinversetzen können: Sie sollten etwa wissen, in welche Städte oder Länder die Kriminellen Verbindungen haben, wo sie finanzielle Reserven deponiert haben könnten und welche Freunde und Angehörigen ihnen Unterschlupf gewähren würden. Parallel werden alle bekannten Konten, Handys und Mail­Accounts überwacht – lückenlos.

"Hanna Landauer ist eine Frau, die ohne die üblichen Attribute auskommt, mit denen weibliche Figuren gern ausgestattet werden“, erklärt Hauptdarstellerin Ulrike C. Tscharre im Interview mit GOLDENE KAMERA. „Sie lacht nicht viel, ist eher ernst, konsequent und unglaublich durchsetzungsstark. Meine Rolle ist ambivalent, vielschichtig, herausfordernd. Und sehr körperlich. Aber das mag ich!“

Parallelen zu einem wahren Fall

Die Verfolgung der Tezloffs, so die 47­Jährige, habe sie überdies oft an die Jagd auf Thomas Drach erinnert, den Entführer des Hamburger Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma: „Drach bewohnte ab 1996 eine Luxusvilla in Uruguay – und wurde am Ende der 1990er von Zielfahndern gefangen.“

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

„Blutiger Tango“ ein glaubwürdiger, hochkarätig besetzter Thriller ist, der sukzessive Spannung aufbaut, mit überraschenden Wendungen aufwartet und die Zuschauer gekonnt in Atem hält. Er weckt bereits jetzt Lust auf Tscharres dritten „Zielfahnder“­-Fall, der Anfang 2020 gedreht wird.