"Unter Verdacht: Evas letzter Gang": Senta Berger verabschiedet sich

Nach 17 Jahren gibt Senta Berger ihre Paraderolle als interne Ermittlerin auf, denn Eva Maria Prohacek geht in Rente.

Die 30. Jubiläumsfolge "Unter Verdacht: Evas letzter Gang" (Samstag, 28. März 2020, 20.15 Uhr, ZDF) ist zugleich auch die letzte Episode der Reihe. Zum Abschied muss die interne Ermittlerin nochmal ihre Hartnäckigkeit unter Beweis stellen: Selbstmord, Korruption und menschliche Abgründe erschüttern das Kommissariat 411 in München. Zudem wird Eva Prohacek von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Im Interview mit GOLDENE KAMERA blickt Senta Berger (Preisträgerin von 2010) auf ihre Karriere zurück.

Darum geht`s in "Unter Verdacht: Evas letzter Gang"

Es sind nur noch wenige Stunde bis zur Pensionierung von Dr. Eva Maria Prohacek (Senta Berger). Sie bringt Kuchen für ihren Kollegen André Langner (Rudolf Krause) mit. Der schenkt ihr im Gegenzug einen Kochkurs - damit sie "unter Leute kommt und nicht in ein Loch fällt ".

Doch dann werden beide zum letzten Mal gemeinsam zu einem Tatort gerufen. Ein Polizist, der fürs Zeugenschutzprogramm gearbeitet hat, hat sich vor den Augen seiner Kollegin und Geliebten Sarah Weiss (Julia Franz Richter) erschossen. Diese wirkt von der Tat seltsam unberührt.

Senta Berger über ihren letzen Fall "Unter Verdacht"

Als Eva Prohacek der Sache nachgeht, entdeckt sie, dass Sarah keine Unbekannte ist: Bei Evas erstem Fall vor 17 Jahren wurde Sarahs Mutter nach einem Brand tot aufgefunden. Obwohl die Kriminalrätin wusste, dass es kein Unfall war, konnte sie den Täter nie zu Rechenschaft ziehen. Der Tod des eigenen Sohnes beschäftige sie zu sehr, als dass sie zudem klären konnte inwiefern ihr Chef Dr. Claus Reiter (Gerd Anthoff) in den Fall verwickelt war. Als Sara plötzlich vermisst wird, rechnet Eva mit dem Schlimmsten.

Furioses Finale

Was für ein würdiger Abschied: Nicht nur die vielen losen Erzählfäden finden endlich zusammen, auch Eva rollt, um in eine Zukunft blicken zu können, ihre Vergangenheit auf. Es wird ernst, stellenweise sogar sentimental und schwermütig. Fast schon rührend entwickelt sich auf angenehm unaufgeregte Art und Weise die Beziehung zwischen Prohacek und ihrem Kollegen Langner doch noch zu einer Art Freundschaft.

Themen wie Einsamkeit im Alter, Korruption und Dienstmissbrauch liefern hier mehr Spannung als die eigentliche Mördersuche. Die feinen, leisen Zwischentöne sind es, die diese Folge so großartig machen. Bravourös spielt Senta Berger die alternde Kriminalrätin, die zugleich stark, aber auch zerbrechlich ist. Nach diesem furiosen Finale wird diese großartige Ermittlerin im deutschen TV umso mehr vermisst werden.

Immerhin: Statt der üblichen 90 Minuten schenken die Öffentlich Rechtlichen Senta Berger zum Abschied 105 Minuten.

Bildergalerie: Die dienstältesten Ermittler