"Mein Schwiegervater, der Camper": Käpt'n Baum grillt Softie Wnuk

Macho gegen Softie: Henning Baum und Oliver Wnuk liefern sich in der ARD-Komödie „Mein Schwiegervater, der Camper“ kurzweilige Hahnenkämpfe. (Samstag, 16. November, 20.15 Uhr)

Es könnte alles so schön sein: Der smarte Markus (Oliver Wnuk) arbeitet erfolgreich als Anwalt und hat jetzt auch Glück in der Liebe – seine Urlaubsflamme Lena (Birte Hanusrichter) erwartet ein Kind von ihm. Das Problem beginnt, als Markus zum 50. Geburtstag von Lenas Vater Hartmut (Henning Baum) fährt, um sich der Familie vorzustellen. Hartmut lebt auf einem Campingplatz, ist der Anführer der Camper-Gemeinde und ein Macho vor dem Herrn. Den neuen Freund seiner Tochter hasst er sofort. Er hält ihn für verweichlicht, außerdem hatte er sich schon einen anderen Mann für sie ausgeguckt. Deshalb macht er Markus das Leben zur Hölle. Die Komödie „Mein Schwiegervater, der Camper“ erzählt hinreißend vom Clash dieser gegensätzlichen Charaktere.

Campingwagen oder Hotelzimmer? Interview mit Henning Baum

Kampfzone Campingplatz

„Ich mochte meine Figur von Anfang an“, sagt Henning Baum. „Hartmut verhält sich wie ein Stammesfürst. Er lebt nach traditionellen, patriarchalen Werten. Der Campingplatz ist sein Reich, in dem nur er die Richtung vorgibt. Es macht großen Spaß, jemanden zu spielen, der so radikal gegen den Strom schwimmt.“ Oliver Wnuk setzte seiner Rolle gemäß auf leisere Töne: „Die Komik meiner Figur entsteht auch aus einer gewissen Melancholie und Traurigkeit heraus. Markus will keine Fehler machen, ist deshalb total verspannt und macht alles falsch. Für ihn ist das die Hölle, für den Zuschauer sehr komisch.“

Gedreht wurde von Mai bis Juni 2018 auf einem Campingplatz in Plau am See an der Mecklenburgischen Seenplatte. Während der gesamten Zeit war der Platz geöffnet, zahlreiche Camper schauten beim Dreh zu. „Ein Campingplatz ist für mich eine Subkultur, die ich nicht nachvollziehen kann“, sagt Wnuk. „Die Menschen waren nett, aber das ist einfach nicht meine Welt. Ich mag es nicht, mein Badezimmer mit 570 Menschen zu teilen, und ich will nicht unbedingt jede Form von Konversation mitbekommen. Wände aus Steinen haben durchaus ihre Berechtigung.“

Oliver Wnuk im Interview

Campingwagen statt Hotelzimmer

Während er den Campingplatz abends nach Drehschluss verließ, machte es sich Baum dort gemütlich. Er zog in den Wohnwagen, den er auch im Film bewohnt. „Ich war die ganze Zeit in meiner Rolle“, erinnert sich Baum. „Ich musste die Figur wirklich zum Leben erwecken, nur so fielen mir beim Dreh die richtigen Sprüche ein. Und nur so konnte ich die Energie entwickeln, die ich für diese polarisierende Figur brauchte.“ Zu spartanisch war ihm das nicht: „Der Campingwagen war komfortabel, und ich hatte so eine Art überdachte Veranda. Da konnte ich abends schön mit meiner Gitarre sitzen, Hanteltraining machen oder einfach nur auf den See gucken.“

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Vielleicht liegt es auch an dieser tatsächlichen Gegensätzlichkeit der beiden Schauspieler, dass die Komödie so glänzend unterhält. Das Timing stimmt, die Sprüche sitzen, man schaut den beiden gern zu. Kurzum: Ein Riesenspaß – nicht nur für Camper!