Wer wird die neue "Sisi"?

Wer wird die neue "Sissi"? Vielleicht Alicia von Rittberg ("Charité"), Maria Ehrich ("Rubinrot") oder Josefine Preuß ("Das Sacher")?
Wer wird die neue "Sissi"? Vielleicht Alicia von Rittberg ("Charité"), Maria Ehrich ("Rubinrot") oder Josefine Preuß ("Das Sacher")?
Das Leben der Kaiserin Sisi wird als Serie neu verfilmt. Doch wer die legendäre Rolle übernehmen wird, steht noch nicht fest. Wen würden Sie gerne auf dem Thron von Österreich und Ungarn sehen?

Als "Sissi" spielte sich Romy Schneider Mitte der 1950er-Jahre in die Herzen von Millionen Zuschauern. Eine Schicksalsrolle für die damals 17-Jährige, die aus der bis dahin relativ unbekannten Schauspielerin eine Medienprinzessin, ein Topmodel und eine Pop-Ikone à la Marilyn Monroe machte. Im kommenden Jahr – nach über 60 Jahren - soll der Klassiker als sechsteilige Dramaserie neu verfilmt werden.

Im Fokus der Serien-Neuverfilmung steht die komplexe Persönlichkeit der ungarisch-österreichischen Kaiserin Elisabeth. Die Serie soll weit über eine rein chronologische Darstellung ihres Lebens hinausgehen und die Herrscherin in neuem Licht zeigen. "Sie ist eine gleichermaßen empfindsame wie widerständige Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und sich mit Fragen auseinandersetzt, die für Frauen von heute genauso relevant sind wie für Sisi vor 150 Jahren", so Drehbuchautorin Sabine Thor-Wiedemann ("Charité"). Mit zum Autoren-Team gehört auch Grimme-Preisträgerin Dorothee Schön – ausgezeichnet für "Der letzte schöne Tag" (2013) und "Frau Böhm sagt Nein" (2010). Welcher Sender die Serie ausstrahlen wird, wurde noch nicht genannt.

Auch steht noch nicht fest, wer die Rolle von Sisi übernehmen wird. Josefine Preuß, hat bereits im ZDF-Zweiteiler "Das Sacher" die Adlige Konstanze von Traunstein gespielt. Alicia von Rittberg konnte in der historischen Krankenhausserie "Charité" überzeugen und Maria Ehrich (GOLDENE KAMERA-Nachwuchspreis 2015) bewies ihr Können in der "Edelstein"-Trilogie, die Abenteuer- und Historienfilm in einem ist. Nur drei Schauspielerinnen, die die Rolle der Kaiserin Sisi übernehmen könnten.

Sisi - Stoff für Romane und Filme

Das tragische Leben der ungarisch-österreichischen Kaiserin, die von 1837 bis 1898 regierte, ist Vorlage für zahlreiche Romane und Filme. Bereits 1933 entstand ein Fortsetzungsroman in einer Zeitung, der als Vorlage der legendären "Sissi"-Trilogie aus den 1950er-Jahren gilt. 2009 hat Xaver Schwarzenberger "Sissi" als aufwendigen ZDF-Zweiteiler mit Cristiana Capotondi in der Titelrolle neu verfilmt.

Aktuell arbeitet Regisseurin Frauke Finsterwalder an der deutschen Kinofassung der historischen Persönlichkeit. Auf internationaler Ebene befasst sich zudem Amy Jenkins, Showrunner von "This Life" und "The Crown"-Autorin, an einer englischsprachigen Serien-Neuverfilmung. Es soll die "Reise der modernen Frau" erstmals aus der weiblichen perspektive geschildert werden. Für die beiden Projekte steht ebenfalls noch nicht fest, wer die Rolle der Sisi übernimmt.

Wer ist Kaiserin Sisi?

Mit 15 Jahren heiratet Elisabeth, die von ihren Eltern Sisi genannt wird, den 23-jährigen österreichischen Kaiser Frans Joseph. Am Wiener Hof herrschen strenge Regeln, die sie nicht kennt und an die sie sich auch nicht halten möchte. Die Höflinge sind angeblich entsetzt über ihre schlechten Manieren.

Ihren Pflichten kommt sie nach, sie schenkt dem Kaiser drei Töchter und einen Sohn. Als Rudolf im August 1858 zur Welt kommt, leidet sie nach der Geburt unter hohem Fieber, will nicht mehr essen, hungert, hustet, weint. Die Hofärzte finden nichts, doch der Lungenspezialist rät im Oktober 1860 zu einer Kur.

Danach reist sie immer häufiger, um der Enge des höfischen Korsetts und einer zunehmend abgekühlten Ehe zu entkommen. Ihren Körper hält sie fit mit extremer Leibesertüchtigung und sie hungert, um ihr Schönheitsideal zu erfüllen. In jedes Abendkleid, jedes Reitkostüm lässt sie sich einnähen, damit es perfekt sitzt. Ihr Aussehen war ihr wichtiger als alles andere. Trotzdem raucht sie und lässt sich aus Liebe zum Meer einen Anker auf die Schulter tätowieren.

Dokumentation: Sisi von Österreich - so war sie wirklich

Für ihre Zeitgenossen war sie die schönste Frau Europas, doch sie ist mehr als das gewesen. Sie mischte sich in die Politik ein und vermittelte zwischen Österreich und Ungarn. Sie setzte sich für ihre Kinder ein, stellte dem Kaiser ein Ultimatum und forderte eine liberale Erziehung für ihren Sohn Rudolf. Sie war eine gebildete Frau, die eine damals moderne liberale Denkweise vertrat.

Am 10. September 1898 beendete ein Attentäter Sisis Leben: Der Anarchist Luigi Lucheni stach ihr während eines Spaziergangs am Genfer See eine Feile in die Brust. Zunächst dachte die 60-Jährige, der Fremde habe ihr die Uhr stehlen wollen und rappelte sich auf. Erst Minuten später brach die durch den Stich ins Herz tödlich getroffene Elisabeth zusammen. Die Umstände ihres Todes machten Elisabeth von Österreich, die nie Kaiserin sein wollte, unsterblich.